Wissen Sie, wo der Barthel den Most holt?
Buchtipp von Susanne Lefèvre
Warum „schütteln wir etwas aus dem Ärmel", wenn wir locker in schwierigen Situationen Lösungen finden? Ist es eine „Binsenweisheit", dass „Blut dicker als Wasser" ist und warum „geht es uns an die Nieren", wenn uns jemand „übers Ohr haut"? Wenn Sie wissen wollen, wieso wir uns abends „in Schale werfen", weshalb „die Gesellschaft Stützen hat" und was damit gemeint ist, wenn es jemand „faustdick hinter den Ohren" hat, werden Sie mit diesem Buch sicher bald „auf Wolke sieben" schweben.
Die Duden-Redaktion, unter der Leitung des verstorbenen Dr. Rudolf Köster hat mit dem Band Redensarten ganze Arbeit geleistet. Auf unterhaltsame Art geht man hier altbekannten Redensarten auf den Grund und fördert überraschendes wie verblüffendes Wissen zu Tage, das oft über Jahrhunderte verloren gegangen ist.
Die Kunst des klaren Denkens
Buchtipp von Tatjana Lackner
Gerne gönnt man Rolf Dobelli, dem Schweizer Unternehmer, Berufspiloten und Autor seinen Erfolg. Der Luzerner „Hansdampf-in-allen-Gassen" schafft es mit seiner Firma getAbstract Managerliteratur von mehreren hundert Seiten auf nur 5 zu kürzen und verdient als selbsternannter Chefredakteur mit diesen destillierten Essenzen sein Geld. Das sechste und aktuelle Buch „Die Kunst des klaren Denkens" ist leicht lesbar geschrieben, auch wenn sein Schreibstil eher trocken und wenig sprachvirtuos anmutet. Darin widmet er sich 52 Denkfehlern, die für den modernen CEO durchaus relevant sind. Die Spanne reicht von der Erklärung unseres angeborenen a) Social Proof, dem Herdentrieb, über den b) Overconfidence-Effect bis hin zum c) Auswahl-Paradoxon und vielen anderen Bias. Demnach beeinflusst die Gruppenentscheidung viel öfter unser Individualgehirn, als wir meinen.
a) Social Proof
Als wir vor mehr als 50.000 Jahren mit unseren Jäger-und-Sammler-Freunden in der Serengeti unterwegs waren war die Gruppenentscheidung oft lebensrettend. Wenn plötzlich alle Kumpels nach links abbogen, so blieb das Individuum selten stehen, um sich an der Stirn zu kratzen und selbst zu entscheiden, ob das angreifende Tier wie ein Löwe aussieht. Wer anders handelte ist oft aus dem Genpool verschwunden. Heute sieht die Sache sicher anders aus, wer in der Masse untergeht hat auch verloren.
b) Overconfidence-Effect
Der Overconfidence-Effect misst den Unterschied zwischen dem, was Menschen wirklich wissen und dem, was sie denken zu wissen. Überraschend dabei, dass dieser Selbstüberschätzungs-Effekt vor Experten ebenso wenig halt macht, wie vor uns übrigen. Ein Ökonomieprofessor liegt demnach bei einer Fünfjahresschätzung des Ölpreises genauso falsch, wie ein Nichtökonom.
c) Auswahl-Paradoxon
„The Paradox of Choice" - Ja, Auswahl zu haben macht glücklich. Es gibt allerdings eine Grenze, bei der ein Zuviel die Lebensqualität vernichtet und uns in die Knie der „inneren Lähmung" zwingt. Ein Supermarkt stellte 24 Sorten Konfitüre zum Probieren auf. Die Kunden konnten nach Belieben kosten und mit Rabatt kaufen. Am folgenden Tag führte der Supermarkt dasselbe Experiment mit nur sechs Sorten durch. Das Ergebnis? Es wurde zehnmal mehr Konfitüre gekauft. Fazit: Ist das Angebot zu groß, kann sich der Kunde nicht entscheiden und kauft nichts.
Rolf Dobelli
"Die Kunst des klaren Denkens"
Hanser Verlag, € 14,90
Bei Amazon
Buchempfehlung
von unserem Workshop-Lektor Miguel Herz-Kestranek
Sprache ist Chefsache!
Buchtipp von Nika Triebe
Texten wie ein Profi: Ein Buch für Einsteiger und Könner. Mit über 5.000 Wort-Ideen zum Nachschlagen!
Hans-Peter Förster
Frankfurter Allgemeine Buch
Die Grenzen unsere Sprache sind auch die Grenzen unseres Denkens, meinte bereits Schopenhauer. 3.500 Wörter etwa umfasst unsere Umgangssprache. 100 zählt der Wörterfundus bei der Hälfte aller Brieftexte. 50 Wörter sind die meistgebrauchten unserer Sprache, etwa 45% Prozent jedes Textes.
Ist der Schluss zulässig, dass unser Denken ganz hübsch begrenzt ist?
Sprechen lernen durch's Schreiben, das geht! Überlassen wir wichtige Texte ausschließlich externen Agenturen, besteht die Gefahr auch das Denken auszulagern. Selbstverständlich müssen Professionisten einbezogen werden, doch bitte immer mit kritischen, offenen Ohren und Augen dranbleiben! Die Endabnahme muss Chefsache bleiben. Coporate Wording spiegelt die Kultur eines Unternehmens nach innen und nach außen wider.
Um dem Einheitsbrei der Slogans und Nullaussagen zu entrinnen, zahlt es sich aus, Zeit und Geld in das Arbeitsbuch von Hans-Peter Förster zu investieren. Hier geht es zwar vordergründig um das professionelle Texten, doch die Auseinandersetzung mit der Thematik bereichert den verbalen Sprachschatz genauso. Sie werden es erleben!
Das Handbuch von Hans-Peter Förster bietet: Textideen, Schlag auf Schlag für Eilige, Anleitungen und Tipps für Anzeigentexte, Broschüren und Mailings für Anfänger und Könner, Tests zur Analyse und Übungen zur Positionierung Ihres Unternehmens für Strategen. Einen Kompass zur Ausrichtung der Texte nach Zielgruppen für Profis. Ein Baukastensystem zur individuellen Erstellung eines Wort-Portfolios für Ihr Unternehmen auch für den Trainee und den Vorstand. Ein eigenes Wörterbuch mit über 5.000 Wort-Ideen zum Nachschlagen für die, denen manchmal die Ideen ausgehen.
Das Ziel: die deutliche Wahrnehmung Ihres Unternehmens am Markt über dem Pegel der Informationsflut. Ein Buch für Einsteiger, Könner und solche, die den Kopf für die Inhalte hinhalten müssen.
In diesem Sinne: Gute Worte!
Buchtipp
von Tatjana Lackner
Ich habe dieser Tage von einem Kunden ein sehr gelungenes Abschiedsgeschenk bekommen anlässlich seines Trainingsabschlusses. Er wusste, dass ich im Rahmen meines MBA-Studiums gerade eine Prüfung in Wirtschaftsethik abgelegt hab. Seine geheimnisvolle Buchwidmung„Tatjana, Du warst es mir Wert - jetzt bin auch ich mehr wert!" hat eine Menge mit der wirtschaftsethischen Kernfrage des Buches zu tun.
Eine Niere bekommt man in Indien für 300 Euro, ein afrikanisches Adoptivkind »kostet« mit allen notwendigen Papieren 20.000 Euro, eine Frau ist in Albanien unter Umständen schon für 800 Euro zu haben. Hieß es nicht immer: Der Mensch ist keine Ware?
Der Leser begibt sich mit dem Autor auf eine Preisermittlung in deren Mittelpunkt der Mensch steht. Sein volkswirtschaftlicher Wert wird ebenso beleuchtet, wie die Lebenshaltungskosten oder die gesundheits-ökonomischen Kosten. Neben sehr ernsten ethischen Themen gibt es auch immer wieder Stoff zum Schmunzeln. Der Hintern von Frau Lopez etwa, ist achtmal wertvoller, als ihr Gesicht - versicherungstechnisch.
»Was bin ich wert?«: Mit dieser Frage hat sich Jörn Klare auf eine sehr persönliche Recherche-Reise ins Reich der Menschenwert-Berechner gemacht. Sie führt ihn auf Ämter und ins Gefängnis, zu Politikern und Philosophen, zu Ärzten und Gesundheitsökonomen, aber auch zu seiner kleinen Tochter. Ganz am Ende steht eine konkrete Zahl, auf Euro und Cent genau. Und die Erkenntnis: Die Würde des Menschen ist antastbar - zumindest wenn es sich »lohnt«.
Jörn Klare im Spiegel-Interview:
Warum sprechen Personalabteilungen vom „Humankapital" und wieso zahlen Versicherungen für tote Banker mehr, als für Feuerwehrmänner?
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,703598,00.html
"Was bin ich wert?, Jörn Klare
Suhrkamp Verlag
ISBN-13: 978-3518462621
Tatjana zu Gast in der Philosophischen Praxis
Eugen Maria Schulak begrüßt seine Gesprächspartner schon am Treppenabsatz des letzten Stocks in der Wiener Schlösslgasse. In Ermangelung eines Lifts schnauft der wissbegierige Besucher ganz nach oben, passiert im Altbauflur viele Pflanzentöpfe und betritt eine kleine Wohnung - ein Schritt und man steht in der Küchenzeile, zwei Biegungen weiter erwartet den Staunenden ein dunkler, schummrig beleuchteter Raum mit mindestens 5 Aquarien. Ganz viele Bücher und ein selbst gesammelter echter Totenkopf machen kurz beklommen. Bei Ausgrabungen habe man den gefunden und "der war halt so schön, er hat noch so viele Zähne, drum hat der mir am besten gefallen." Wer besucht die Philosophische Praxis? Laut dem "Doktor der Gedanken" und Begründer dieses Zimmers: "Alle, die eingefahrene Denkmuster kontrollieren oder konkrete Lebenssituationen durchdenken möchten." Tatjana nahm sich zwei Stunden Zeit, um über moderne Philosophische Ansätze ebenso, wie über Platon & Co zu reden. Eine Mischung war's zwischen dem gewünschten philosophischen Abriss durch die Jahrhunderte und der Sinnhaftigkeit, heute noch Beziehungen zu führen. Gemeinsam kam man zur Erkenntnis: „Der Relativismus ist die Epidemie in der heutigen Zeit. Jede Meinung hat leider mittlerweile Gültigkeit. Kaum gibt es Klartexter, die zwischen *richtig* und *falsch* unterscheiden. Alles ist schließlich in einer Demokratie erlaubt und führt zu Allgemeinaussagen, wie: 'das ist eben meine Meinung'." Wer sich um Gedankenschärfe und Profil bemüht, gilt bereits als reaktionär. Zum Abschluss widmete Eugen Maria Schulak Tatjana sein Buch. Beziehungsvoller Titel: "Wenn Eros uns den Kopf verdreht". Resümee: Die philosophische Praxis klingt Erkenntnis-versprechender, als das Gespräch mit dem rauchenden Moralisten. Sein Buch ist allerdings definitiv empfehlenswert und viel witziger und wortgewandter als das Livegespräch.
Buchtipp von Tatjana
Sexuelle Untreue: Was sagen eigentlich diejenigen dazu, deren Aufgabe es ist, die Welt zu erklären und zu verstehen: die Philosophen? Ein amüsantes, geistreiches, die Tiefen des Menschen auslotendes Buch, eine Reflexionshilfe, ein Nachschlagewerk für aktiv und passiv Betroffene.
Die Autoren haben die Literatur von Platon bis Kant, von Nietzsche bis Hegel durchforstet und die großen Bedingungen für Treue und Untreue herausdestilliert. Daraus ist ein vergnügliches und verständliches Werk entstanden, in dem sich auch schalkhafte Anmerkungen finden, doch niemals wird der moralische Zeigefinger erhoben.
Wenn Eros uns den Kopf verdreht: Philosophisches zum Seitensprung
Harald Koisser, Eugen Maria Schulak
Verlag: Orac, 1. Auflage
ISBN-13: 978-3701504800
Buchtipp mit Tatjana Lackner:
Tatjana im Deutschen Rednerlexikon ...
Wie finden Sie den passenden Redner für Ihren Kongress, das Kundenevent, eine Mitarbeitertagung oder den Impulsgeber fürs Top-Management? Wie viele ausgezeichnete Redner gibt es? Über welche Themen referieren sie? Welche Persönlichkeit passt zu Ihrem Thema, Ihrer Zielgruppe und dem Budget? Es folgt in der Regel die mühsame Recherche im Netz. Eine Adresse – viele Namen, eine Frage – alle Antworten.
... trotz: Frau und Österreich :-)
Es gibt definitiv mehr Männer in diesem Kompendium der besten deutschsprachigen Redner und darunter nicht viele ÖsterreicherInnen. Tatjana Lackner ist ganz vorne daber - vorne schon auf dem Cover! Eine ausführliche Beschreibung der tollen Kenote-Speakerin samt Kurzbiografie fehlt im Buch natürlich nicht.
"Große Redner und Rednerinnen werden uns immer in ihren Bann ziehen. Insoweit füllt das vorliegende »Deutsche Rednerlexikon« eine Lücke in unserem Land und wird zu einem wichtigen und sehr nützlichen Standardwerk werden". Dr. Florian Langenscheidt
Buchtipp von Tatjana Lackner:
Barbara Ehrenreich „Smile or Die - Wie die Ideologie des positiven Denkens die Welt verdummt"

... es ist ja wahr, auch mir gehen die Dauergrinser und Endlosdiskussionen ums Thema „Glück" im Freundeskreis schön langsam auf die Nerven. Jetzt gibt es „Glücksforschung" - ganz ernsthaft - bereits als eigene Wissenschaft! Was soll da die universitäre und vor allem allgemeingültige Grundlage sein? Das Geforsche rund um den privaten Happiness-Flow jedes Einzelnen? Bravo! Wie wird das empirisch erhoben und objektiv ausgewertet, bitteschön?
Meine Devise lautet: „Lieber sollen die Menschen Sinn schaffen, statt Glück finden!" Auffallend ist: wenn die Welt zu komplex wird, steigt das Bedürfnis nach Binsenweisheiten und einfachen Formeln. Eigentlich müsste das Christentum eher Members gewinnen, als sie zu verlieren: denn „10 Gebote" kann sich wohl wirklich jeder merken. Religionen verlieren, Eso-Wissenschaften legen zu. Selbst die Grantler in Wien werden zwanghaft positiver. Warum nur? Ist die eigene Endlichkeit dann leichter zu ertragen und die Gewissheit des Todes weniger schmerzhaft? Erwachsene formulieren Wünsche ans Universum - das AMS im Himmel - das nichts besseres zu tun hat, als der Frau Wamperl einen Arbeits- oder Parkplatz zu beschaffen. Dort die alte Laier: „Du musst positiver denken, sonst .... [Und hier kommt dann die jeweilige Drohung, die situativ straft]", damit der „du musst - sonst"-Satz Gewicht bekommt.
Da lobe ich mir Barbara Ehrenreich. Sie räumt mit einigen „wenn-dann"-Glaubenssätzen auf, wie wohltuend. Der Klappentext des Buches lügt nicht:
„ ‚Sei positiv! Optimisten leben länger! Der Erfolg ist in dir!' Seit Jahrzehnten künden Ratgeber und Motivationstrainer von der grenzenlosen Macht des positiven Denkens. Glück, Gesundheit, Reichtum und beruflicher Erfolg - so die Botschaft - sind für jeden jederzeit erreichbar, eine lückenlos positive Grundhaltung vorausgesetzt. Selbst schuld, wer da noch Sorgen oder gar die Ursachen seiner Probleme in der Realität vermutet. Arbeitslose erfahren, einzig der Ton ihrer Bewerbung entscheide über deren Erfolg. Selbst Krebskranke werden heute gewarnt, eine ‚negative Haltung' könne ihre Heilung gefährden.
Wie konnte aus dem harmlosen Lob einer optimistischen Lebenseinstellung eine kulturelle Glaubenswahrheit mit zunehmend zwanghaften Zügen werden? Mit kritischer Intelligenz und beißendem Spott nimmt Ehrenreich eine blühende Bewusstseinsindustire unter die Lupe, die mit ‚Positive Thinking' inzwischen Milliarden verdient. Trotz fehlender wissenschaftlicher Evidenz haben ‚positive Psychologie' und Glücksforschung inzwischen sogar die Universitäten erobert. Doch nirgendwo ist das Ausblenden der Realität stärker verbreitet als in der Wirtschaft: die Weigerung, negative Entwicklungen überhaupt ins Auge zu fassen, hat - so Ehrenreich - wesentlich zum jüngsten Crash beigetragen."
"Fuck it!" - Buchtipp
von Tatjana Lackner
Fuck it! Der ultimative spirituelle Weg
John C. Parkin
Innere Gelassenheit, Ruhe und Ausgeglichenheit - ganz ohne Meditation, Dogma oder andere Rituale? John C. Parkin präsentiert die schnellste und effektivste Entspannungsübung, die Sie sich vorstellen können. In nur zwei Worten - Fuck it - versammelt er alle fernöstlichen spirituellen Weisheitslehren und zeigt mit seinem unkonventionellen Konzept, dass Fuck it kein Fluch, sondern eine Lebenseinstellung ist, die von täglichem Stress, Druck und Ängsten befreit und direkt zu innerer Freiheit führt. Ein wahres Mantra der Moderne!
Bildquelle: Tatjana Lackner
Der neue Karriereführer ist da!

Interview mit Tatjana Lackner
(Auszug aus dem neuen Karrierführer S. 224 - 7 MB)
Warum sind Sprache und Stimme so wichtig im Job?
Der Mensch selbst ist ein Instrument und naturgemäß stets daran interessiert wohl und eindrucksvoll zu klingen. Wir teilen uns über Laute und Töne mit. Das war schon in der Urzeit so. Klar achten wir deshalb darauf, wie wir uns anhören oder andere klingen. Dunkle Stimmen wirken dabei immer vertrauenswürdiger, kompetenter und präsenter als kleine Piepsstimmen. Die eigene Stimme bewusst zu bilden und gute Sprechtechnik zu erlernen, ist für die Karriere manchmal wichtiger, als der universitäre Abschluss. Im Medienzeitalter ist es problematisch überhört zu werden. Weder Leisesprecher, Näsler, noch Dampfplauderer oder monotone Fadtexter werden im Business geschätzt.
Sind Sprache und Stimme trainierbar?
Die Augenfarbe ist unveränderbar. Die Stimme nicht! Ich finde es interessant, dass sich Menschen Fettpölsterchen absaugen und Nasen korrigieren lassen - chronisches "Überhörtwerden" jedoch für einen Schicksalsschlag halten. "Sprache ist die Kleidung unserer Gedanken" - und als solche wert gut präsentiert zu werden. Authentizität ist wichtig heißt jedoch nicht, dass wir uns nicht optimieren können. WAS wir sagen bleibt immer wichtiger, als WIE wir uns mitteilen. Dennoch erleben wir: im Vorteil ist, wer sich auch um gelungene Rhetorik kümmert. Sprechtraining ist schon lange nicht mehr nur für Schauspieler und TV-Moderatoren von Bedeutung. Jeder sollte seine Stimmressourcen schulen und die Artikulation schärfen.
Inwieweit ist gute Rhetorik 2011 wichtig?
Natürlich ist der erste Eindruck von einer Person zuerst optischer Natur. Aber stellen Sie sich einmal vor: Sie sitzen in einem Schanigarten und erblicken einen feschen, braun gebrannten Mann, Mitte 30, elegant sportlicher Gang, toll sitzender Anzug ... Er kommt mit sympathischem Lächeln, schönen gepflegten Zähnen und einem ordentlichen Händedruck auf den Kollegen am Nachbartisch zu ... Dann öffnet er die Lippen und sagt in breitem Hackler-Wienerisch: „Heast, waas´t, wos ma grod passiert is`, Koal?" Damit ist für Sie doch alles vorbei, was heißt: Der Mann hat optisch versprochen, was er hörbar verbal nicht halten konnte. Manchmal bricht unsere Tagtraumwelt sprichwörtlich - akustisch - ein. Die Realität hat uns schnell wieder, unsere Fantasie wurde betrogen. Gute Rhetorik ist eben keine Frage von Titeln. Ab einem gewissen Alter geht es nicht mehr darum, was jemand weiß, sondern, was jemand kann. - Rhetorische Intelligenz gehört sicher auch dazu.
Immer wieder wird von rhetorischer Strategie gesprochen - was ist das?
Wir unterscheiden: rhetorische Strategie von verbaler Taktik. Taktiker sind meist sehr charismatische Redner. Taktiker sind sehr wendig, können gut reagieren, manchmal verlieren sie jedoch das Ziel aus den Augen. Wogegen Strategen, also die Langfristig-Denker, oft sehr schwerfällig wirken beim Reden, dafür leichter den Überblick behalten. Wenn man in die Welt der Politik blickt, dann werden die Unterschiede leichter erkennbar: Angela Merkel (Bundeskanzlerin Deutschlands) ist zum Beispiel eine klare Strategin. Wogegen Bill Clinton (42. Präsident der Vereinigten Staaten von 1993 bis 2001) ein charismatischer Taktiker ist. Für die längerfristige Strategie kam ihm sprichwörtlich immer etwas dazwischen ;-).
Wer kommt in die Schule des Sprechens?
Die Schule des Sprechens ist DIE Kaderschmiede für Politiker, Berufssprecher und Karriereorientierte im gesamten deutschen Sprachraum. Zudem bilden wir Menschen aus, die Sprechen zum Beruf machen wollen. Hierfür bietet unsere Meisterklasse die Diplom-Sprecherausbildung an. Es ist schwer aufgenommen zu werden, doch sind unsere SprecherInnen in spe sehr gefragt. Andere KundInnen wiederum kommen zu uns, um sich zum Rhetorik-, Verhaltens- und Kommunikationstrainer ausbilden zu lassen. Wieder andere entscheiden sich die Sprech-Trainer-Ausbildung zu machen. Alle drei dieser Diplom-Lehrgänge schließen vor einer kommissionellen Prüfungsjury ab. Das ist auch immer eine kleine Matura für unser Haus. Wir selbst bewerten unsere AbsolventInnen natürlich nicht selber. Umso mehr freuen wir uns, wenn die anspruchsvollen Juroren beeindruckt sind von unserem Ausbildungsniveau. Die meisten unserer KundInnen sind jedoch Privatpersonen aller Alters- und Berufsgruppen. - Menschen, denen bewusst ist, dass Rhetorik ein wesentlicher Karrierefaktor ist. Viele wollen sich optimieren, was ihnen nach den Einzelstunden sowohl beruflich, als auch oftmals privat klare Vorteile bringt.
Was kommt auf einen Neukunden in der Schule des Sprechens in der ersten Unterrichtsstunde zu?
Viel Erstaunen und ein Reihe von Aha-Erlebnissen! Als erstes wird die Kundenstimme anhand eines Lesetextes aufgenommen. Danach die Tonaufnahme analysiert. Jedes Sprachmuster kann so präzise ausgewertet werden. Ich mache diese Schnupperstunden seit 15 Jahren nach wie vor persönlich. Es gibt in Österreich, nach meinem Wissen, niemanden, der das in dieser Form beherrscht. Anschließend erstelle ich auf Basis dieses Kundenbefundes ganz individuell eine Stimm- und Bedarfsanalyse. Es ist ganz wichtig und entscheidend für das weitere Procedere, einen solchen Bestand als Ausgangspunkt zu haben. Der tatsächliche Trainingsplan wird erst nach der Bedarfsanalyse gemeinsam erstellt, dann werden die Schulungsziele konkret definiert. Ich kläre also ab: Was ist Bestand? Was Ziel? Welche Fachabteilungen kommen in Frage? Es ist bei uns wie beim Arzt: Zuerst kommt man zum Allgemeinmediziner, das bin ich. Nach 15 Jahren und über 66.000 Einzelschulungen mache ich die Schnupperstunden immer noch akkurat und sehr gerne. Anschließend geht es zu den jeweiligen Fachexperten und Abteilungsleitern. Ich beschäftige insgesamt 46 TrainerInnen. Unsere KundInnen werden von ihnen in nahezu allen Stunden in Studioqualität auf eigenen Audio-Laptops aufgezeichnet. Auf diese Weise kann jeder seine Entwicklung selbst nachvollziehen. Es muss transparent sein, wie sich die Sprache und Stimme von Stunde zu Stunde verbessert. Die Unterschiede werden also messbar, was unsere KundInnen überzeugt. Es reicht nicht, wenn bloß der Trainer sagt, wie toll man sich entwickelt hat. - Der Erfolg muss auch für unsere KundInnen erlebbar sein.
Bildquelle: letsbuyit.de



