Nika Triebe
Abteilungsleitung: Rhetorik

DER SPRACHFINESSEN-CHECK

Wie lautet die Mehrzahl von:


1. Publikum
a) Publikas
b) Publikums
c) Publika
d) Publikum

2. Schema
a) Schemen
b) Schemas
c) Schemata
d) Schemae

3. Klima

a) Klimas
b) Klimata
c) Klimate
d) Klimen

4. Status

a) Stati
b) Staten
c) Statuse
d) Status

Es sind teilweise mehrere Lösungen möglich!
Sprachfinessen-Check - Lösungen:
1d (Einzahlwort), 2abc, 3abc, 4d (Einzahlwort)


Nika Triebe
Abteilungsleitung Rhetorik, Lehrgangsleitung Train the Trainer

Tipps fürs Texten von Nika Triebe
Briefeschreiben liegt wieder voll im Trend. Doch auch im beruflichen Alltag schreiben wir mehr als vor dem "Email-Zeitalter". Wer einige wenige Regeln beherzigt, macht auch auf dem Papier eine gute Figur.

  • Schachtelsätze und Einschübe verwirren. Klare Satzstrukturen - Subjekt, Prädikat, Objekt fördern die Verständlichkeit!
  • Die ideale Satzlänge: 12 - 15 Worte!
  • Verzichten Sie auf überflüssige Adjektive!
  • Aktive Formulierungen sind besser als passive!
  • Kurze Worte sind verständlicher als lange!
  • Substantivierungen wirken pseudo-wissenschaftlich.
  • Überprüfen Sie die richtige Grammatik! Besonders häufig sind Fallfehler, z.B.: "ohne" gehört mit dem 4. Fall.
  • Vermeiden Sie Wortwiederholungen!
  • Sätze beginnen nie mit "und"!
  • Bestimmte Worte klingen veraltet und sind Amtsdeutsch z.B.: "Auf Grund", "betreffend", "insbesondre", "bezüglich"...
  • Extra-Tipp: Lesen Sie auch den kürzesten Text vor dem Absenden laut durch. Was nicht flüssig gesprochen werden kann, macht auch beim Lesen keinen Spaß!

Nika Triebe
Rhetorik-Trainerin

Schlagfertigkeit

Reden können viele, wer sprechen kann, beherrscht auch diese Fertigkeiten:

  • Schlagfertigkeit: verbale Untergriffe spontan kontern
  • Witzfertigkeit: mit witzigen, situationsadäquaten Bemerkungen Gesprächsatmosphäre schaffen
  • Diskussionsfertigkeit: durch präzise Antworten, strategisch kluge Fragen und Sprachbrücken die Argumentation steuern.

Jederzeit fertig zum Schlag - welche Voraussetzungen zählen?

  • Assoziationsreichtum
  • breites Allgemeinwissen
  • Mut & Kreativität

Wie trainieren Sie Ihre Schlagfertigkeit optimal?

Eine schlagfertige Bemerkung ist keine "Pointe", auf die eine Dramaturgie zuläuft, sondern eine Reaktion auf Ereignisse. Rasch reagieren können, setzt eine wesentliche Fähigkeit voraus: flexibles Denken und Assoziieren. Es geht weniger um logische Zusammenhänge, als um Spontaneität und die Fähigkeit auch mal Querzudenken.
Darum sammeln Sie zu den einzelnen Worten so viele passende Begriffe wie möglich.
Sie haben 60 Sekunden Zeit!
z.B. Fortschritt: Entwicklung, Rückschritt, Stillstand, Evolution, ...

  • Egosimus
  • Arbeit
  • Laster
  • Denkansatz


Querdenken heißt auch, mit Antonymen jonglieren.
z.B. Liebe: Abneigung, Hass, Feindseligkeit, Abscheu, ...

  • lustig
  • streng
  • schlicht
  • Macht


Auch zusammengesetzte Wörter finden fördert die Schlagfertigkeit! Wie viele Worte fallen Ihnen in 2 Minuten ein?
z. B. Dach: Dachstuhl, Dachterrasse, Dachboden, ...
"Haus"
"Fisch"
"Diskussion"


Dr. Birgit Mathon
Psycho-Kinesiologin

5 Tipps für ein glücklicheres Leben

Beziehungen pflegen
Auch im Zeitalter des Individualismus haben zwischenmenschliche Beziehungen oberste Priorität. Harmonie in Liebe, Familie, Freund- und Kameradschaft sind die besten Motivatoren. (siehe auch auf http://www.sprechen.com Buchtipp "Prinzip Menschlichkeit")

Konzentration auf das Wesentliche
In unserer Welt ist sofortige Bedürfnisbefriedigung beinahe schon garantiert. Je vielfältiger die Auswahlmöglichkeiten, desto größer die Gefahr, dass ungebremster Hedonismus in Freud- und Lustlosigkeit kippt. Entziehen Sie sich der Dauerberieselung und Überfütterung durch bewusstes Genießen mit allen Sinnen. Weniger kann oft wirklich mehr sein!

The brain runs of fun

Lächeln löst die Ausschüttung von Wohlfühl-Botenstoffen im Gehirn aus. Es ist bewiesen, dass Stimmungen die Hirnleistung beeinflussen. Bewusstes Lächeln macht also nicht nur glücklicher, sondern auch erfolgreicher!

Tagesresümee

Wir sind dazu erzogen, uns selbst zu kritisieren und vergessen allzu schnell kostbare Momente, wenn wir unser Augenmerk nicht ganz bewusst darauf richten. Fassen Sie am Ende des Tages Ihre positiven Erfahrungen zusammen. Welche angenehmen Eindrücke wollen Sie in Erinnerung behalten?

Hic et nunc

Jede Ihrer Entscheidungen war richtig, denn sie hat Sie dahin gebracht, wo Sie gerade stehen. Machen Sie sich mehrmals täglich den gegenwärtigen Moment bewusst, indem Sie sich fragen: "Wo befinde ich mich gerade und was fühle ich jetzt?" Wo Sie sind, ist das Leben, nicht in der Vergangenheit, nicht in der Zukunft - exakt jetzt und hier.


Tatjana Lackner
Rhetoriktrainerin

Die Lockrufe des Redners

Warum hören wir dem einen Menschen zu und langweilen uns bei der Rede des anderen? Locken ist besser als werben. Überzeugen besser als überreden. Locken Sie durch gelungene rhetorische Technik!

Negativ-Selektion:
Bei manchen Vorträgen ist es sinnvoll von vorn herein zu klären worum es nicht gehen wird. Vergessen Sie dabei nicht zu unterstreichen, was Sie in den Mittelpunkt Ihrer Rede stellen!
"Ich möchte Ihnen heute etwas über die Seite von New York erzählen, die Sie in keinem Reiseführer finden werden. Im Fokus steht:......."

Slogan-Technik:

Wortspiele und griffige Plakate sind witzig und weitererzählbar. Vorsicht jedoch bei krampfhaft kreativen Parolen!
"Durst ist wasserlöslich!"

Paradoxon-Technik:
Scheinbare Widersprüche, die sich bei genauerer Betrachtung auflösen erhöhen die Aufmerksamkeit des Publikums.
"Nur nichts kaufen ist preiswerter!"

Gemeinsame-Nenner-Strategie:
Menschen, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben verbindet nach gelungener Recherche eine Gemeinsamkeit.
"Was haben Bruce Springsteen, Matt Damon, Martin Sheen und Scarlett Johansson gemeinsam? Sie alle machen mobil gegen George W. Bush: "MoveOn.org" ist eine politische Gruppierung gegen den amtierenden amerikanischen Präsidenten."

Verblüffungstechnik:

"Wussten Sie dass an der engsten Stelle Amerika nur 4 km von Russland entfernt ist?" Machen Sie sich im Internet schlau, womit Sie Ihre Zuhörer überraschen können!


Tatjana Lackner
Rhetoriktrainerin, Direktorin

Kreativ sein beim Reden!


Die folgenden rhetorischen Kreativitätstechniken helfen ein Thema von unterschiedlichen Seiten zu beleuchten. Nur wer Perspektiven wechseln und Blickwinkel verändern kann, sieht das Ganze.

1. Spekulieren:
Was wäre, wenn ...

2. Paradox Intervenieren:

das Gegenteil denken. Aus der Opposition argumentieren. Was würden wir auf keinen Fall tun?

3. Blinde Flecken finden:

Was haben wir übersehen? Bsp. 1. Präsentieren ist wichtig, 2. Zielgruppe analysieren ist nötig. Was ist das Dritte? 3. Faszination ist der Schlüssel!

4. Retrospektive:

Wie haben wir das Problem bisher gelöst? Woran sind wir gescheitert?

5. Perspektive:

Wie wird dieses Thema in wenigen Jahren zu betrachten sein?

6. Definieren:

Mit welchen Begrifflichkeiten haben wir es hier zu tun?

7. Konkretisieren:

Welchen aktuellen Fall gilt es zu lösen?

8. "Tabula rasa" Alles vergessen:

Beim Neustart werden die Karten neu gemischt.

9. Visualisieren:

Zeichnung oder Grafik anfertigen. Wovon gehen wir aus?

10. Diversifikation:

Über den Tellerrand blicken und beobachten: "Wie machen es andere Teams mit ähnlichen Problemstellungen in fremden Branchen"

11. Alphabetisieren:

A wie, B wie, C wie ... Wortbilder finden.

12. Analogien:

Das Prinzip unseres Problems ist wie ...

13. Splitten:

Etappenziele definieren mit konkreten Zeit- oder Budgetangaben.

14. Parameter ändern:

Wenn wir die Zeitachse verändern, haben wir die Chance.... Wenn wir unserem Projekt einen anderen Arbeitstitel geben, ...

15. Inspiration:

Wie würde die Natur das Problem lösen?

16. Diskutieren:

Mit anderen Leuten reden, Fragen stellen, Brainstorming, Think Tank gründen

17. Karikieren:

Manchmal hilft es, sich lustig zu machen über die eigene Problemstellung. Sie gewinnen Abstand und kreative Prozesse kommen leichter in Gang. "Noch schlimmer wäre gewesen, wenn..." "Ich hab das Gefühl ich bin im Film. Titel unserer Misere: ..."

18. Geistesblitz:

Wer seine "Heurekas" sammelt, kommt öfter in den Genuss einer Eingebung, da unser Gehirn diesen Prozess positiv abspeichert. Frische Ideen sind nicht immer gleich zu verwenden, aber sie zu sammeln ist wertvoll. Sie erweitern so Ihr Repertoire!


Nika Triebe
Rhetoriktrainerin

Verblüffend gut präsentieren


Drei Möglichkeiten um zu überraschen:

1) Sammeln Sie von Laien fünf Wortmeldungen zu Ihrem Thema und zeichnen Sie diese auf! Solche "Sager" zeigen, wie sehr die Meinungen in der Bevölkerung divergieren. Diese Wortspenden stellen Aktualität zu Ihrem Thema her.
z.B: "Wo liegt Paso Doble?"
Die verblüffenden Antworten aus dem Interview:

  •  "Paso Doble ist eine Insel in der Sierra Nevada"
  •  "Paso Doble ist der lateinische Begriff für die Bauchspeicheldrüse"
  •  "Der liegt auf meinem Nachttisch und ist Autor von "Der Alchemist!"

2) Recherchieren Sie drei Meinungen von allgemein anerkannten Experten! Wichtig ist, dass diese einander eindeutig widersprechen.
z.B:
Expertenmeinung 1: "Karriere kann man nicht am Reißbrett planen!"
Expertenmeinung 2: "Erfolgreich ist, wer seine Karriereleiter findet, nicht sucht!"
Expertenmeinung 3: "Karriere ist vergleichbar mit einem Planspiel!"
Wenn sich sogar die Experten uneinig sind, ist es dringend Zeit, dass Sie durch Ihren Vortrag Informationen transportieren und nicht Meinungen.

3) Haben Sie die Gelegenheit einem Prominenten eine Wortmeldung zu entlocken? Dieser "Sager" auf Band oder Video festgehalten, weckt auch den trägsten Zuhörer.


Günther Thaler
Rhetorik-Trainer

Die Do's und Don'ts der Festrede

Geburtstag, Hochzeit, Firmenjubiläum,
Zu jeder "schönen" Feier gehört eine kleine Rede. Ihre Ansprache muss gut sein, denn darüber wird im Small- Talk auch gerne geplaudert. Jetzt stellt sich die Frage, wie gestalte ich eine gute Rede?
Reden Sie über alles, nur nicht über 5 Minuten - und das ist schon die erste Regel, wenn nicht gar eine Weisheit.

Verboten:

  • Lange Begrüßungslisten oder wichtige Personen vergessen
  • Für das zahlreiche Erscheinen danken
  • Schlechte Witze oder unklare Pointen
  • Peinliche Anekdoten über den zu Ehrenden
  • Nicht der Laudator steht im Mittelpunkt, sondern der Jubilar


Willkommen:

  • Tagesaktueller Einstieg
  • Eigenschaften des zu Ehrenden hervorkehren
  • Bleiben Sie im Plauderton
  • Enden Sie mit einem motivierenden Appell
  • Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf eine persönliche Eigenschaft des Jubilars und erläutern Sie durch ein Beispiel.

P.S.
Achtung! Jede Gelegenheitsrede braucht Vorbereitungszeit. Auch wenn es nur wenige Minuten vollkommener "Achtsamkeit und Konzentration" auf das Wesentliche sind.


Sortimenter-Brief Juni 2006

Knackpunkte der Rhetorik

Knapp und knackig Formulieren lernen die wenigsten.

  • Verzichten Sie auf Schachtelsätze und Konjunktive!
  • Hauptgedanken gehören in Hauptsätze, Nebengedanken in Nebensätze. Nicht umgekehrt!
  • sparen Sie mit relativierenden Füllworten (irgendwie, ein bisschen, manchmal, ...)

Verben sind frischer als Substantive.

  • Entrümpeln Sie Ihre Sätze und sparen Sie mit Hauptworten!
  • Vorsicht bei Worten mit der Endung: - ung, -mus, -tis, -nis, -keit, -heit, -ion, ...!
  • Je mehr Zeitworte, umso bunter Ihr Wortschatz.

Beschreibende statt bewertende Adjektive steigern die Vorstellungskraft.

  • "Schön" bewertet den Abendhimmel, "rot" beschreibt ihn.
  • Beschreibende Adjektive sind bildhafter und transportieren Stimmungen.
  • Redner, die hauptsächlich mit "gut/schlecht" (=grauer Wortschatz) bewerten, drängen ihrem Gesprächspartner ihre persönliche Beurteilung auf.

Werteargumente lösen Normen und Faktenargument ab.

  • Bis vor einiger Zeit wurde noch mit Fakten, Daten, Prozentwerten ... argumentiert.
  • Werte und Emotionen haben größeren Identifikationscharakter als Statistiken und Zahlen.
  • Überlegen Sie daher, wie Sie die Gefühle Ihres Gegenübers ansprechen!

Redner sollen hungrig - nicht satt machen.

  • Wir möchten von Verkäufern, Vortragenden, Beratern, Ärzten ... informiert werden, nicht ausgebildet werden.
  • Präsentieren Sie Ihr Thema, nicht Ihr Fachwissen!
  • Wecken Sie Interesse, indem Sie auf Gefahren und Konsequenzen verweisen!

Tatjana Lackner
Rhetoriktrainerin

LANGUAGE FOR DISCUSSION

Reacting to suggestions

Accepting
This is a pretty good idea ...

Rejecting
I'm not so sure this would work.

I think this is a really important point
It's not a bad idea but ...

This is definitely something you should do ...
This isn't very useful at all.

This makes a lot of sense ...
This doesn't make any sense ...

The more I think about it, the more I like this idea ...
What's the point of ...


Debating

Dismissing an argument

That's absolute rubbish.
I can't quite believe what I'm hearing.
With all due respect (I think you're missing the point)
So you're saying that ...

Interrupting
If I could just interrupt for a second

Responding to interruption
Let me finish.
Excuse me but I haven't finished.

Ways of emphasising a point
(We can sit here and argue for hours but)
When all is said and done ...
The truth of the matter is ...
At the end of the day ...
In all fairness ...


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