Welchen Mann haben Sie?
Weihnachtsfeiern und Punschstände sind das gesellschaftliche Parkett in der Vorweihnachtszeit auf dem sich Paare präsentieren. Oft lernt man dort erst die „bessere Hälfte" kennen. In der Society werden nicht nur Outfit, Styling, Meinungen und Auftreten bewertet, sondern auch unsere Partner.
- Typ A: neben ihm leuchte ich noch stärker
Männer haben unterschiedliche Wirkung im Bezug auf ihre Partnerinnen. Einige sind so elegant und kultiviert, dass sie sogar die optische Erscheinung der Frau an ihrer Seite noch stärker zum Strahlen bringen. „Brangelina" sind ein Medienbeweis dieser gegenseitigen Leuchtkraft. Egal, wo Brad Pitt oder Angelina Jolie alleine auftauchen - immer wird automatisch nach dem fehlenden Teilchen gefragt. 1995 hat die Disneyindustrie unseren Kindern ein ähnliches Phänomen mit Pocahontas und John Smith vorgestellt. Dieses archaische Prinzip der Vervollständigung durch den Partner scheint unser modernes Gehirn - auch heute noch - gut zu decodieren. Romantiker sehnen sich genau nach diesem einen Menschen, der „das beste in ihnen Vorschein bringt".
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- Typ B: er verblasst neben mir
Einige Männer ziehen das bittere Los neben ihrer Partnerin zu verblassen. Wenn Sie allein auftreten wirken sie wesentlich überzeugender, als in der Trabantenfunktion rund um die Angebetete. Guy Richie konnte ein Lied davon singen: - Nicht nur stand er seit Jahren im Medienschatten seiner gehypten Promi-Frau, er offenbarte in Solo-Interviews auch bedeutend mehr Souveränität. Es ist schließlich für niemanden leicht im Schatten charismatisch zu glänzen. Dabei müssen die Frauen gar nicht zwingend medial die wichtigere Rolle spielen, wie Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones beweisen. Er war der Star - sie das Starlett, dem bei der Eheschließung lange vorgeworfen wurde unlautere Absichten zu haben. Dennoch: Sie strahlt seit Jahren beständig und er wurde neben ihr alt. Dabei liegt es bestimmt nicht am Alter, wie sein 92-jähriger Daddy Kirk immer wieder beweist.
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- Typ C: an seiner Seite verliere ich Strahlkraft
Der dritte Typus Mann hat die Eigenschaft durch sein mäßig gelungenes Erscheinen auch gleich die Partnerin optisch zu relativieren. Jennifer Aniston und Vince Vaughn waren dafür ein guter Beleg: Solange das süße Hollywood-Soap-Girl mit solch einem Durchschnittskerl ausging, verlor sie automatisch. Dabei schien Vince richtig nett zu sein und kümmerte sich wie ein gutes Trostpflaster nach der Pitt-Trennung um Jennifer. - Aber seine breite Schulter erinnerte eben mehr an einen LKW-Fahrer. Interessanterweise färbte das auf Aniston ab. In dieser Zeit war sie die Truckerbraut und alles Liebliche an ihr schien verschwunden. Sandra Bullock gewinnt auch erst wieder an „medialer Bedeutung", seit sie sich vom untreuen Nobody scheiden ließ. Es gibt also auch Männer, die den „tatsächlichen Marktwert" einer Frau durch ihre Anwesenheit schmälern. Da muss Frau dann schon die Portion Ego mehr haben oder eine Hornhaut auf dem Wahrnehmungsradar.
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Denkschulen formen Sprachstile
„Sprache ist die Kleidung unserer Gedanken". Würde sich jemand die Mühe machen, alle Denkschulen dieser Welt nach ihren überzeugten Anhängern zu listen, könnte vielleicht untersucht werden: Welche Argumentation hat die meisten Menschen erreicht? - Diktaturen und Zwangsmitgliedschaften einmal ausgenommen. Fangemeinden sind auf allen Themengebieten und in sämtlichen Lebensbereichen zu finden: Warum ist jemand Vegetarier und ein anderer überzeugter Nihilist? Welche Argumente und Konzepte überzeugten den modernen Kommunisten im Vergleich zum Liberalen? Welche Überlegungen punkten bei den Globalisierungsgegner, wie www.attac.at?
Inhalte sind wichtig, klar. Doch: Die Botschaft muss erst einmal formuliert und verbreitet werden. Nachdem keine Denkgruppe durch Telepathie Mitglieder und zahlende Unterstützer bekommt - wäre es spannend zu beleuchten, welche rhetorische Akquisition zum Erfolg geführt hat. Mit bloßem Marketing hat das im Frühstadium nämlich noch relativ wenig zu tun. - Die katholische Kirche hat schließlich eines der größten Werbebudgets weltweit und dennoch laufen die Mitglieder in Scharen aus den Kirchentoren raus. Das Marketing war ursprünglich gelungen: die Kampagne kam 2000 Jahre lang an und trug den Slogan: „Liebe Deinen Nächsten!". Das Kreuz als Logo war einprägsam und knackige Sätze aus der Bibel („Du sollst nicht töten") bestechen.
Wahrscheinlich sind Religionen dennoch wenig repräsentativ, weil sie durch kulturelle Prägungen zu ihren Mitgliedern kamen und es sich nur selten um bewusste Eintritte handelt. Die bewussten Austritte hingegen geben eher Zeugnis darüber ab, ob Gläubige von der jeweiligen Kirchenrhetorik überzeugt werden. Andererseits: Was fanden die rund 12.000 freiwillig eingetragenen Mitglieder der Scientology Sekte in Deutschland so denklogisch und gewinnend? Bestimmt sind bei den ca. 400 Millionen Taoisten auf dem Planeten nicht alle praktizierend, genauso wie bei den rund 2,1 Milliarden Christen. - Dennoch schafft es selbst eine geografisch so entfernte Religion immer wieder, Argumente zu exportieren und damit auch westliche Anhänger zu begeistern: Hermann Hesse, bekennender Taoist, war hier nur einer davon. - Sein Erfolgsroman „Siddharta" liefert den Beleg des taoistischen Prinzips des „Nicht-Handelns" und „Nicht Eingreifens". Obwohl die Zahl der jeweiligen Anhänger gar nichts über die Qualität des Themas aussagt, so ist dennoch bei den abertausenden Denkrichtungen und Glaubensströmungen untersuchenswert, welche Rhetorik bei den bekennenden Fans die Nase vorne hat. Die Schule des Denkens zu sein nimmt für sich häufig die Philosophie in Anspruch. Doch auch unter eingefleischten Philosophen ist es gar nicht so leicht die vielen Zwischen-, Neben- und Unterströmungen in plausible Sätze einzuteilen und Ordnung ins weltweite Denkwirrwarr zu bekommen. Bestimmt verhält es sich bei den modernen Wirtschaftstheorien nicht anders. Welche Argumente und sprachliche Dramaturgien punkten? Wodurch sind Denk-Lables überhaupt unterscheidbar? Wie viele können Sie definieren?
Ein Realist argumentiert mit ...
Ein Idealist ist überzeugt von ...
Ein Empirist argumentiert mit ...
Ein Strukturalist ist jemand, der ...
Ein Konstruktivist argumentiert mit ...
Ein Rationalist ist überzeugt von ...
Ein Sensualist ist jemand, der ...
Ein Existenzialist ist überzeugt von ...
Ein Naturalist ist jemand, der ...
Ein Dualist argumentiert mit ...
Ein Positivist ist jemand, der ...
Ein Sophist argumentiert mit ...
Ein Nominalist ist jemand, der ...
Ein Humanist argumentiert mit ...
Ein Monist ist überzeugt von ...
Ein Pluralist ist jemand, der ...
Ein Epikureer argumentiert mit ...
Ein Hellenist ist jemand, der ...
Ein Hedonist ist überzeugt von ...
Ein Eudemonist argumentiert mit ...
Ein Marxist ist jemand, der ...
Ein Materialist ist überzeugt von ...
Ein Ultilitarist ist jemand, der ...
Ein Solipsist argumentiert mit ...
Ein Nihilist ist jemand, der ...
Ein Theist ist überzeugt von ...
Ein Deist ist jemand, der ...
Ein Monotheist argumentiert mit ...
Ein Pantheist ist jemand, der ...
Ein Atheist argumentiert mit ...
Fremdwörter - aber richtig!
von Susanne Lefèvre
1) affin
a) angrenzend, verwandt
b) freundlich, zugetan
c) liebenswürdig
d) vergesslich
2) bilateral
a) zweifach
b) zweisprachig
c) zweiseitig
d) zweigespalten
3) elegisch
a) sanft, zart
b) entspannt
c) weich, fließend
d) wehmütig
4) exzeptionell
a) ausladend
b) außergewöhnlich
c) aussortiert
d) außerstande
5) frappant
a) eisgekühlt
b) auffallend
c) erschreckend
d) lustig
6) genuin
a) angeboren
b) gebräuchlich
c) die Genforschung betreffend
d) althergebracht
7) indolent
a) unachtsam
b) unduldsam
c) unempfindlich
d) unverfroren
8) konziliant
a) umgänglich, freundlich
b) weltgewandt
c) überlegen
d) zustimmend
Auflösung: 1a, 2c, 3d, 4b, 5b, 6a, 7c, 8a
Politische Anaylsen gefragt
Tatjana Lackner ist häufig als wortwitzige und kritische Analystin gefragt u.a. für: Pro7Austria News, ATV Aktuell, Servus TV, Radio Ö1, das Wirtschaftsblatt, ... Sie beurteilte nicht aus der Ferne, sondern interviewte z.B: bei der Wien-Wahl '10 alle 5 SpitzenkandidatInnen persönlich:
- Maria Vassilakou
- HC Strache
- Christine Marek
- Walter Sonnleitner
- Michael Häupl

Jeder Volksvertreter stellte sich auch den unbequemen Fragen. Das Reaktionsprofil und die politische Rhetorik ließen sich danach gelungen auswerten. Im Fokus der Analysen standen folgende Fragen:
- Wie präsentiert sich der Spitzenkandidat im Interview bzw. vor Publikum?
- Wie überzeugend sind Auftritts- und Rededramaturgie?
- Wie gelungen werden auch unbequeme Fragen beantwortet?

Maria Vassilakou
Stärken:
Die resolute Grünpolitikerin ist mit Ernst und Engagement bei der Sache. Sie wirkt wie eine dynamische Basisarbeiterin, die anpackt und durch die eigene Biografie gelungene Migration vorlebt.
Schwächen:
Rhetorisch schlittert sie recht rasch in den Rechtfertigungsmodus - besonders bei Interviewfragen, die pointierter formuliert sind. Die Tagesverfassung bestimmt ihren Gesprächsstil, gelegentlich geizt sie mit Sympathiefaktoren. Vassilakou ist häufig nervös. Sie wirkt dadurch schnell überfordert und angespannt. Die grüne Spitzenkandidatin wollte weder auf optische Signale noch Outfit-Botschaften (im Bezug auf ihre Wahlplakate) angesprochen werden; lieber auf Wahlinhalte. - Vor diesem Hintergrund wirken dann Sager, wie: "Wir haben keinen Plan im Wahlkampf, wir überlegen uns da nichts - Politik soll von Herz zu Herz ..." wenig überzeugend. Vassilakou bräuchte dringend ein Kommunikationstraining. Die befürchtete Gefahr, dass sie dadurch weniger authentisch würde, ist gering - das angepeilte Kursziel sollte stattdessen sein: Vassilakous Authentizität so zu präsentieren, dass sich mehr Menschen mit ihr identifizieren wollen.
Neben Bäckerei-Goodies teilte ein engagiertes Wahlkampfteam auch nette Worte aus. Die sympathische grüne Crew hilft der eigenen Spitzenkandidatin immer wieder mit Freundlichkeit aus. - Damit erledigt hier das Team die atmosphärische Arbeit im Wahlkampf, nicht die Spitzenkandidatin. Für mehr Wärme sollten wohl auch die Wahlwerbe-Feuerzeuge sorgen. - Dass damit weniger Kerzen, als Zigaretten angezündet werden machten die jugendlichen Wahl-Gimmick-Plünderer vor Ort klar. "Ich rauch' und brauch immer ein Feuerzeug. Mir is wurscht, i nehm's auch, wenn's von den Grünen ist." Da half die späte Frage einer besorgten grünen Wahlhelferin auch nichts mehr: "Aber rauch'n tust eh noch nicht, gell? Dafür sind die Feuerzeuge nämlich nicht da."

Fazit:
Starke Politiker brauchen auch innerhalb der eigenen Reihen bissfeste Kritiker, um draußen vor allem neue, noch unüberzeugte Wähler stimmlich zu erreichen. Die Fellwärme ihrer engsten Mitarbeiter spendet der grünen Spitzenkandidatin Sicherheit. Schulterklopfer und aufmunternde Worte - vor allem aus dem eigenen Team - sind für ein gutes Wahlergebnis jedoch sicher zu wenig. Vassilakou fehlt es an kraftvollen Sparringpartnern. Zu unbeholfen wirkt sie für eine Profipolitikerin. Auch dafür könnten die Pressesprecher der Politiker aufgebaut werden: nicht nur devote Unterstützer und Wegbereiter bei Problemen zu sein, sondern lieber: ein kritisches Korrektiv. - Je stärker die Forderung durch die eigene Parteienfamilie, desto weniger lästiges Lampenfieber entsteht durch Faktoren von außen.

H.C. Strache
Stärken:
Der FPÖ-Kandidat formuliert unbequeme Interviewfragen flott um, damit er sie besser beantworten kann. Danach hämmert er seine Botschaft in knappen Sätzen. Strache wirkt definitiv routiniert, was verbale Angriffe betrifft. Der FPÖ-Politiker fühlt sich vor allem bei seiner eigenen gesellschaftlichen Zielgruppe sicher. Geduldig erträgt er unterschiedlich schmeichelhafte Adorationen weiblicher Anhängerinnen.
Schwächen:
Der FPÖ-Politiker macht zwar klar, warum die Wiener Häupl - seiner Überzeugung nach - nicht mehr wählen sollten. - Schuldig bleibt Strache allerdings den Grund für seinen Amtsantritt. Was würde ein "Bürgermeister Strache" tatsächlich besser machen? Wo profitierten die BürgerInnen ganz konkret von der FPÖ im Rathaus? Grundsätzlich stellt sich Strache gerne als politisches Opfer dar. Dieses Märtyrertum kommt vor allem bei den eigenen Vasallen gut an. Eine Arbeiterin aus seinem engsten Stab wiederholte bei unserem Treffen immer wieder Stehsätze, wie: "damit muass sich da HC den gaunzen Tag abgeben ... des is scho oag, gö? ..." Wie war es am Tag unseres Besuches tatsächlich? - HC Strache wählte für seinen Auftritt ausgerechnet den Ottakringer Kirtag, bekanntlich eine eingeschworene SPÖ-Veranstaltung. Dort Wahlwerbung zu betreiben war daher ein selbstgewähltes Risiko, das er mit Polizeischutz und eigenen Bodyguards überschaubar hielt. Die Zielgruppenüberschneidung in der C-Schichte bei SPÖ und FPÖ machten diesen Event offenbar strategisch interessant und sein Bad in der Menge nötig. Klarer Weise gab es gerade dort auch Buhrufe. Strache darauf ins Mikrofon: "... das sind hier alles bestellte, bezahlte Störenfriede aus dem gegnerischen Lager. So was hat die FPÖ nicht nötig. Wir haben eben Niveau ..."

Fazit:
Wirklich befremdlich erlebt man die Menschen, die den FPÖ-Kandidaten umgeben. Die negativen Vibes der Wahluntertanen sind wohl für jedermann spürbar. Am FPÖ-Treffpunkt angekommen machte sich ungute Stimmung breit, nervös wurde auf den HC-Konvoi gewartet. Finstere Gestalten redeten in Walkie Talkies. Der brutal wirkende Personenschutz war unangenehm und selber beim Rempeln und Miese-Sprüche-Klopfen nicht zimperlich. Insgesamt kein gewinnender Umgang für einen wahlwerbenden FPÖ-Politiker der Bundesebene. Strache war grundsätzlich geduldig mit den Working-Class-Heroes, die mit ihm auf ein Handy-Pic wollten. Viele Kleinkinder wurden stolz vor die Handicams gezerrt, damit sie - prominent getätschelt - abgelichtet wurden. Immer wieder hörte man vor allem weibliche Gesuche: "I bin auch a Mama und wü gern mit'm HC und meiner Klanen auf a Bild!" Im Vergleich zu den Grünen war hier die wahlwerbende Gefolgschaft eine Zumutung, dafür der Spitzenkandidat besser gelaunt.

Christine Marek
Stärken:
Dass zur Schau gestellte Volksnähe nicht nur eine Domäne der SPÖ-Politiker ist, demonstrierte die ÖVP-Staatssekretärin am Maurer Hauptplatz (Liesing ist ein rotes Revier) deutlich. Wie ein lächelnder Wonneproppen schwang die Staatssekretärin eine sprachlich bildreiche Rede. Durchaus kleinteilig ging sie auf thematische Inhalte ein. Was sie alles in Wien verändern wollte? Vom Hundstrümmerl bis zur Bildung war alles dabei. Das Wechselspiel zwischen Dialekt und Hochsprache passiert Christine Marek nicht. - Dieses rhetorische Stilmittel wird immer dann strategisch eingesetzt, wenn es darum geht ein "Wir"-Gefühl zu etablieren. Das Gemeinschaftsgefühl ließ an diesem Nachmittag nicht lange auf sich warten.

Schwächen:
Auf alle anderen KandidatInnen namentlich hin zu hacken wirkt grundsätzlich wenig elegant und mutet gerade bei weiblichen Wahlkämpfern stutenbissig bis oberlehrerinnenhaft an. Die dargebrachten Stehsätze halten mit Ach und Krach noch bis zur Wahl. Welk und oft benützt klingen manche Aussagen schon jetzt. Wer über das Thema "Bildung" referiert, dem sollten dabei keine Grammatikfehler passieren, sonst werden sprachliche Patzer zu ungewollten Kabarett-Pointen. Für eine christlich-konservative Politikerin geht es im Vokabular zuweilen recht deftig zu, "sauteuer" findet Frau Marek Ausgaben aus dem Rathaus.
Um neue Wählergruppen gebuhlt wurde mit Wein, Weib und Gesang. Sandra Pires brachte in den Show Act eine Brise Multikulti. Sie sang laut, portugiesisch und - in diesem Wahlkampf - auch für die ÖVP.
Fazit:
Eine schwungvolle bodenständige Politikerin, die gut gelaunt ans Werk geht und den Rummel um die eigene Person sichtbar geniest. Essensmarken zur Einladung zu verteilen hat hungrige Pensionisten angezogen und war ein cleverer Schachzug des ÖVP-Marketing. Die tüchtige Wahlkampf-Crew blieb selbst bei den wildesten Geschenkartikel-Abstaubern bemüht und war auch mit hantigen PensionistInnen, die ein weiteres Mal essen wollten geduldig.

Walter Sonnleitner
Stärken:
Der BZÖ-Spitzenkandidat ist freundlich und positiv. Verbale Konter bringen ihn nicht aus dem Konzept. Gelassenheit und Resistenz scheinen ihm auch in den ehemaligen ORF-Tagen genützt zu haben. Gerne spendet er larmoyanten Passanten Trost. Den Wahlkampf genießt er sichtlich auch nach eigenen Worten: „Der Wahlkampf tut mir gut. Ich lerne so viele liebe Leute kennen ..."
Schwächen:
Ein Wahlkampf ist keine Roadshow für den eigenen Buchverkauf. Häufiger spricht Walter Sonnleitner von seinen Werken, als von den BZÖ Inhalten. Politische Nuancen werden selbst auf Nachfrage kaum thematisiert, er exponiert sich eben nicht gerne. „Es geht halt im Leben immer um Lebens- und Finanzplanung, das sag ich auch in meinen Büchern ...". Stattdessen bietet der Professor: Lebensberatung inklusive Binsenweisheiten für jedermann. Sonnleitner hat definitiv Vermarktungsprobleme. Man sieht ihn schlecht, in der Menge muss man den orangenen Spitzenkandidaten regelrecht suchen. Beim Straßenfest auf der Josefstädter Straße stand er verloren im Schatten der BZÖ-Granden. Ex-Minister Herbert Scheibner und später auch Josef Bucher hielten immer wieder nach ihm Ausschau: „Wo ist der Chef?" Einige Passanten versprachen gar Bucher ihre Wählerstimme. Doch: der kandidiert halt nicht.

Fazit:
Das BZÖ-Wahlhelfer-Team besticht nicht durch Gepflegtheit. Schmuddelige Gestalten blasen mit Zigaretten im Mundwinkel kleinen Kindern orange Luftballons auf. Es rennt der Beisl-Schmäh und die Sprücheklopfer vom Grund wirken nicht so, als hätten sie mit ihrem fragilen Spitzenkandidaten Sonnleitner und den anderen BZÖ-Promis viel gemeinsam. Weder Bildung, Sprache noch Milieu ergeben hier Kongruenzen zwischen den Köpfen an der Spitze der Kleinpartei und den Wahlhelfern.
Michael Häupl
Stärken:
Der amtierende Bürgermeister zeigt sich auch in diesem Wahlkampf - einmal mehr - als Redeprofi, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Häupl blüht auf, sobald er mit Wählern interagiert. Je provokanter die Fragen des Gegenübers, desto lieber hat er das Interview. Intellektuelle Forderung und kontroverser Austausch sind bei ihm Trumpf. Seine Körpersprache ist mächtig. - Häufig verwendet er Gesten der Dominanz: Arme stets breit und geöffnet vor dem Bauchraum halten, breiter Stand, selbstsichere Redehaltung. Michael Häupl beweist, dass er Vieles nicht mehr nötig hat, er kann sich Souveränität leisten. Der SPÖ-Titelverteidiger verfügt politisch über genügend Erfahrung und wirkt selten überfordert. Situationskomik und spontan witzig-polemische Antworten zu finden auf frecher Fragen, alles kein Problem: "Oiso, i waaß ned, wo sie die letzten 2-3 Wochen waren, aber wir haben viel getan ..."
Schwächen:
Michael Häupl wirkt gesundheitlich nicht fit. Zu schwer klingt seine Atmung, zu gezeichnet und müde wirkt er selbst. Beim Werbe-Auftritt im Prater beim Wiener Forschungsfest langweilte er sich mal wieder offensichtlich. Der SPÖ-Spitzenkandidat gab den Sonnenkönig und gestaltete den Event um - zu seiner eigenen Presse-Konferenz. Michael Häupl ist zwar gut geföhnt, bringt jedoch wenig frischen Wind in den Wahlkampf. Diese Tatsache war der ÖVP sogar eine Plakatserie wert. - Dass die Wochen des Wahlkampfes auch physisch anstrengen, sieht man bei keinem Kandidaten so deutlich, wie beim Bürgermeister. Die anderen Mitbewerber können sich nach dem Wahlergebnis erholen, Häupl spielt jetzt schon - zwar siegessicher, dafür müde - den Gewinner.
Fazit:
Klar, dass Häupl intellektuelle Forderung lieber wäre, als die physische Belastung durch das dichte Termingeschäft. Immer seltener kann er transportieren, warum er - sogar bei der politischen Konkurrenz - als spannender Gesprächspartner gilt. Der inspirierende Austausch im Wahlkampf mit Wählern bleibt wohl ein soziales Märchen und lässt den König des Rathauses vielleicht sogar wieder - „absolut" - granteln.

Googeln Sie sich grün - Googeln Sie mit Ecosia!
Carina Fürnkranz und Jerra Busch
Die grüne Alternative zu Google nennt sich Ecosia oder Forestle. Diese umweltfreundlichen Suchmaschinen laufen nicht nur auf Ökostrom und verursachen somit keine CO2-Emissionen. Auch kann man mit jeder Websuche kostenlos bis zu 2 m² Regenwald vor der Rodung schützen und setzt somit ein Zeichen für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur.
Wie funktioniert das?
Wie auch bei jeder anderen Suchmaschine werfen gesponserte Links und Werbeschaltungen, die bei jeder Websuche aufscheinen, Geld für die Betreiber ab. Partnerschaften mit den prominenten Suchmaschinen wie Yahoo oder Bing ermöglichen es, beste Suchergebnisse und Werbekunden zu erhalten. Anders bei den umweltfreundlichen Suchmaschinen ist jedoch, dass ein Großteil dieser Einnahmen - bei Ecosia beispielsweise mindestens 80%! - Regenwaldprojekten von WWF oder The Nature Conservancy zu Gute kommt. Auf diese Weise kann ein durchschnittlicher Nutzer ohne einen Cent zu zahlen im Jahr an die 2000 m² Waldfläche schützen.
Ein weiterer Vorteil der grünen Suchmaschinen besteht darin, dass die Suchdaten der Benutzer nach 48 Stunden komplett gelöscht werden. Da kein marktwirtschaftlicher Gedanke hinter dem Unternehmen steht, ist es nicht das Ziel, benutzerdefinierte Profile anhand der Suchdaten zu erstellen.
Die Suchmaschinen sind mittlerweile international verfügbar und wurden alle von dem Jungökonomen Christian Knoll gegründet. Da Google generell keine Kooperationen mit uneigennützigen Unternehmen eingeht, hat Knoll für alle Googlenutzer die Suchmaschine Znout eingerichtet, die auf Google-Resultate zugreift und dennoch CO2-neutral läuft. Bei dieser Suchmaschine schützt man daher zwar keine Regenwaldfläche, doch kann man zumindest CO2-Emissionen vermeiden, die sonst bei jeder regulären Google-Websuche entstehen.


