Montags sind die Kollegen am schönsten
Mag. (FH) Pia Paska
Am Anfang der Woche geben sich Arbeitskollegen die größte Mühe mit ihrem Aussehen. Das hat eine Umfrage ans Licht gebracht. Doch je näher das Wochenende rückt, desto mehr lässt der Beauty-Eifer nach.
Montags brauchen Engländerinnen viermal solange, um sich für die Arbeit fertig zu machen, als freitags. Das ergab eine Umfrage der britischen Einzelhandelskette Debenhams unter 1000 Kunden.
Insgesamt 76 Minuten benötigten Arbeiterinnen demnach am ersten Wochentag für die Pflege ihres Äußeren, bevor sie ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen. Ein Drittel der Zeit beschäftigten sie sich mit ihrer Frisur, 18 Minuten beanspruche ein gelungenes Make-up und 16 Minuten die passende Kleiderauswahl. Den Rest der Zeit verbrächten sie unter der Dusche, so das Umfrage-Ergebnis. Bereits am Dienstag wird das Beauty-Programm auf 40 Minuten reduziert, bis Frauen es am Freitag schließlich auf 19 Minuten einschmälern.
Aber auch Männer wollen zu Beginn der Woche einen besonders guten Eindruck hinterlassen - und vernachlässigen diesen von Tag zu Tag mehr. Brauchen sie am Montag noch 28 Minuten für ihre Schönheit, reduziert sich die Zeit am Dienstag bereits um die Hälfte. Die letzten Arbeitstage schlagen dann mit elf Minuten für die Beauty-Pflege zu Buche."
Es ist eindeutig, dass die meisten Männer höchstens zwei Tage lang ihrem Äußeren Aufmerksamkeit schenken können. Dann entscheiden sie sich für einen akzeptablen Grad an Schlampigkeit", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters "Debenhams"-Sprecher Ed Watson. "Frauen versuchen zwar, ihre Kleiderstandards höher und länger zu halten. Allerdings haben auch sie spätestens bis zum Freitag den Weg des geringsten Widerstands eingeschlagen."
Quelle 01.06.2010
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile
Katrin Stuflesser
Es ist meiner Ansicht nach ein Problem unserer Zeit, dass wir abgespalten leben und darunter leiden. Wir kriegen Körper, Kopf und Herz nicht mehr zusammen. Um zu verstehen, zerlegen wir Phänomene nach wissenschaftlichen Maßstäben so lange, bis das Leben aus ihnen verschwunden ist.
Ein Beispiel aus der Ernährungsforschung: „Sie hat die Lebensmittel in immer kleinere Teile zerlegt. Noch nie wusste der Mensch so detailliert über die kleinsten Elemente der Ernährung Bescheid wie heute. Aber sind wirklich nur die biochemischen Bauklötzchen wichtig für eine gesunde Ernährung? Wann immer ein vermeintlicher Nahrungswirkstoff isoliert verabreicht wurde, entpuppte er sich in Studien an Menschen bestenfalls als wirkungslos - im Gegensatz zum ursprünglichen Lebensmittel. David Jacobs von der University of Minnesota ist davon überzeugt, dass man ein Nahrungsmittel immer als Ganzes betrachten muss. Und dass jeder Inhaltsstoff seine Wirkung nur im Rahmen dieses Ganzen - der Matrix - entfaltet, weil sich die Substanzen gegenseitig beeinflussen. Nicht Omegafettsäure ist gesund, sondern Makrele. Nicht Betacarotin, sondern Karotten. Nicht Ballaststoff, sondern Vollkorn. Wie alle Moleküle in biochemischen Systemen stehen diese Stoffe in Wechselwirkung, oder gehen Reaktionen miteinander ein - zunächst in der Pflanze, später auch im menschlichen Organismus. Dabei beeinflussen sie sich gegenseitig nicht nur in ihrer Wirkung, sondern auch darin, wie sie vom Körper aufgenommen und verwertet werden. Es ist ein unendlich komplexer Vorgang und es ist unmöglich, genau zu verstehen, wie jede dieser Chemikalien mit all den anderen in Wechselwirkung steht. Selbst wenn das gelänge: eine Substanz, die von ihrer Matrix getrennt wird, verhält sich anders als in ihrem natürlichen Zusammenhang."
Es geht also nicht darum welchen Nährstoff wir zu uns nehmen, sondern, wer, wann, was, wie, isst. Das ist eine alte Weisheit, von Aristoteles stammt das folgende dazu passende Zitat: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile."
Auch über den Atem können wir uns in unserer Ganzheit erleben. Wenn wir uns in Stille hinsetzen und nur dem Ein- und Ausatmen lauschen, kommen wir zur Ruhe und haben ein Gefühl von Verbundenheit zu uns selbst. Für das Üben gilt allgemein: zwischen den einzelnen Übungen immer wieder innezuhalten und nachzuspüren. Was hat sich verändert? Wie fühlt sich das Geübte im ganzen Körper an? Das Detail ins Ganze zu integrieren wirkt beruhigend und ausgleichend. Probieren Sie es aus!
Quelle: Magazin ZEIT Wissen Ausgabe 04/2008
Was ist eigentlich Sprache?
Der Linguist Noam Chomsky vom Massachusetts Institute of Technology behauptet, dass Sprache im Kern weder mit dem Sprechen noch dem Kommunizieren noch mit Einzelsprachen - wie Deutsch oder Englisch - zu tun hat. Sprache sei ein abstraktes, genetisch verankertes Regelwissen, das ein Kind folglich auch nicht lernen müsse.
Wie kommt Chomsky zu dieser Annahme? Warum ist es ihm nicht möglich, Sprache so zu beschreiben, wie auch der Laie sie versteht? - Dass das Wesen des Sprachlichen eben doch mit dem Kommunizieren zu tun hat. Und, dass Kinder erst mit dem Sprechen auch die Sprache lernen.
So absurd Chomkys These auch klingt: Es ist nicht leicht, sie abzulehnen, wenn man die Fragen kennt, die jeder Sprachforscher stellen muss. Denn diese führen rasch an die Grenzen der Alltagsweisheit:
Die erste Frage berührt das Problem, wieso jedes Kind jedes menschliche Idiom erwerben kann, dem es zu einer bestimmten Zeit ausgesetzt ist. Das ist wohl nur möglich, wenn alle Sprachen der Welt eine grundlegende Gemeinsamkeit besitzen - die „Sprache" eben.
Sprache ähnelt dem Lügen:
Sie tut so, als seien Dinge gleich, die von Natur aus verschieden sind.
Damit spielt es für das Wesen des Sprachlichen offenbar keine Rolle, ob ein Kind Deutsch, Englisch oder Chinesisch spricht.
Zweitens entwickeln Tiere Chomsky zufolge kein - jenem des Menschen vergleichbares - Sprachverhalten. Das liegt nur an ihrer mangelnden Artikulationsfähigkeit. Ein Papagei, der spricht, versteht nicht die Botschaft hinter den Lauten, und das Wauwau des Hundes ist relativ unstrukturiert gegenüber einer menschlichen Äußerung wie „Verlassen Sie bitte das Grundstück!". Aufgrund dieser Besonderheit dürften Menschen über eine artspezifische Sprachveranlagung verfügen.
Drittens, so behauptet Chomsky, seien die sprachlichen Äußerungen, denen ein Kind ausgesetzt ist, zu unvollständig und fehlerhaft, um daraus die Fähigkeit zu entwickeln, korrekte von nicht korrekten Strukturen zu unterscheiden. Umgekehrt wird ein Satz wie „Farblose grüne Ideen schlafen wütend" in keiner normalen Kommunikationssituation geäußert, und trotzdem weiß ein Sprecher des Deutschen, dass dieser Satz zwar inhaltlich unsinnig, aber grammatisch wohlgeformt ist.
Daher, so folgert Chomsky, habe Sprache im eigentlichen Sinne nichts mit der konkreten Anwendung von Äußerungen in der Kommunikation zu tun. Vielmehr bezeichne der Begriff ein abstraktes Vorwissen, eine Art „Handbuch der Sprachregeln", das Kinder in die Lage versetzt, sich jede beliebige Sprache anzueignen und deren Strukturen zu durchschauen.
Schade nur, dass dieses Wissen offenbar nicht bewusst ist: Wie sonst wären die Schwierigkeiten zu verstehen, die es Schülern bereitet, Grammatikregeln zu büffeln? Oder ist die chomskysche Vorstellung von Sprache als einer angeborenen „Universalgrammatik" doch nur eine Fiktion?
Mittlerweile ist bewiesen, dass das Hirn mit seinem neuronalen Netzwerk durchaus in der Lage ist, die Regeln des „Sprachsystems" aus nicht immer korrekten Äußerungen zu destillieren. Für eine Intuition über korrekte Konstruktionen ist ein Vorwissen also unnötig. Im Gegenteil: Menschen, die bereits viel über Strukturen wissen, zum Beispiel Erwachsene, die sich in ihrer eigenen Sprache sehr gut auskennen, sind weit schlechter in der Lage, komplexe andere Sprachmuster zu erwerben, als „unwissende" Kinder. Kommunizieren können jedoch auch Gene, Pflanzen und Maschinen. - Eine echte Sprache haben die jedoch trotzdem nicht.
Quelle: Jürgen Broschart, GEO Wissen Nr. 40/ 2007 S. 32-33
Wissenstest
1. Elenktik
a) Lehre vom Verhalten des Induktionsstroms
b) Heilgymnastische Bewegungsform
c) Kunst des Beweisens und Widerlegens
2. Emballage
a) Champagnerritual auf Bällen des 18. Jahrhunderts
b) Die Verpackung einer Ware
c) veraltet für: Verlegenheit, Verwirrung
3. dispers
a) zerstreut, fein verteilt
b) von einer offiziellen Meinung abweichend
c) auflösbar, zerlegbar
4. Rhetor
a) Messtechnisches Instrument der Rheologie
b) Redner der Antike
c) Stromwender
5. komparabel
a) miteinander vereinbar, zusammenpassend
b) vergleichbar
c) veränderlich, vertauschbar
6. Paralexie
a) Sprachstörung mit Lautverwechslungen
b) Störung der akustischen Wahrnehmung
c) Lesestörung mit Verwechslung der gelesenen Wörter
7. okklusiv
a) verborgen, geheim
b) einen Verschlusslaut betreffend (z.B.: p, t, oder k)
c) anspruchsvoll, speziell
8. ombrophil
a) Regen und Feuchtigkeit liebend
b) aus Angst verlassen zu werden, jemanden mit seiner Liebe erdrücken
c) besonders empfänglich für neutrale Farbstoffe
9. eloquent
a) geschwätzig
b) beredsam
c) schnell sprechend
10. Kontradiktion
a) ergebnisloses Gespräch
b) Verabredung eines Duells
c) Widerspruch
Lösungen:
1c, 2b, 3a, 4b, 5b, 6c, 7b, 8a, 9b, 10c
Die Schule des Sprechens - Fanpage nun auf Facebook
Viele Unternehmen, Schauspieler, Musiker ... sind auf der bekannten Kommunikations-Plattform vertreten. Da die Schule des Sprechens mit Kommunikation Hand in Hand geht, sind auch wir dabei.
Nachdem Tatjana Ihren persönlichen Eintrag in Facebook, Twitter & Co. immer noch verweigert, haben die Office Managerinnen schon vor einiger Zeit die Gruppe "Die Schule des Sprechens" ins Leben gerufen. Dies war so beliebt, dass Amira & Christina nun auch eine Fanpage gestaltet haben. Innerhalb weniger Tage klickten bereits über 70 Facebook-User den „Gefällt mir"-Button. Dein Vorteil: Auch hier findest Du News aus der Schule des Sprechens, Interviews, Presseartikel und TV-Auftritte mit Tatjana Lackner. Wir laden Dich ein Fan zu werden.


