Business Small-Talk: Zwischen Visitenkarte und Lebenslauf

Im anspruchsvollen Business Small-Talk geht es darum, selektierte persönliche Einblicke zu gewähren und am eigenen Rufmanagement zu arbeiten. Informationen, die auf keiner Visitenkarte stehen sind gefragt. Der Grad zwischen faden Daten aus dem Lebenslauf, Prahlhans-Orgien und Themenverfehlungen ist schmal.

Small-Talk versus Business Small-Talk
Gekonnter Small Talk ist für die Beziehungspflege unschätzbar. Über sportliche Aktivitäten oder Familienthemen zu plaudern, ist für die Kunst des kleinen Gespräches sicherlich geeignet. Für den Business Small-Talk reichen diese Gesprächsinhalte jedoch nicht aus. Das professionelle Ambiente verlangt zwar gefilterte Informationen, doch geht es neben der aufgelockerten Atmosphäre auch um Statusarbeit.

5 Regeln des Business Small-Talks:
Sie sind Experte, sprechen Sie nicht nur über Offensichtliches, sondern haben Sie Mut
zu eigenen Prognosen.

1. Welche fremden Prognosen haben sich nicht bewahrheitet?
2. Sprechen Sie über Ihre Ansichten zur Branche.
3. Wohin entwickelt sich der Markt spürbar?
4. Welche Vergleiche bieten sich mit ausländischen Unternehmen an?
5. Wer sind die Branchentrendsetter von morgen?

 


Quiz rund um alte Begriffe

In den Übungsreihen der Sprechtechnik finden sich immer wieder unbekannte Wörter. Der folgende Test bietet die Möglichkeit das eigene Wissen auf die Probe zu stellen:

1. Ase
a) Teil der Fruchtknospe beim Ahornbaum
b) Fluss in Südschweden
c) Germanische Gottheit

2. Druse

a) Mythologische Vogelgestalt
b) Angehöriger einer religiösen Gemeinschaft des Islam
c) Mitglied der geistigen Elite der keltischen Gesellschaft

3. Engramm
a) Erlebniseindruck
b) Stadt in der Schweiz
c) Maßeinheit aus der Biophysik

4. Lethe

a) Nebenprodukt in der Milchverarbeitung
b) Vergessenheitstrank in der griechischen Mythologie
c) Erste Milch beim Säugen von neugeborenen Wölfen

5. Epigone
a) Intellektueller in der griechischen Gesellschaft des 2.Jh.v.Chr.
b) Unbedeutender Nachfahre bedeutender Vorfahren
c) Zwergenhafte Sagengestalt

6. Fuder
a) Dämmstoff beim Isolieren von Fenstern
b) Innenstoff von verstärkten Kleidungstücken
c) Hohlmaß für Wein

7. Runse
a) Rille im Gebirge, durch die der Bergbach fließt
b) Arbeitsgerät von Rauchfangkehrern
c) Knollenpflanze, verwandt mit Roter Beete

8. Zähre
a) Langandauernder Familienstreit
b) Veraltet für Träne
c) Hungersnot

9. Zelot
a) Tyrannischer Herrscher
b) Glaubenseiferer
c) Einäugiger Riese

Auflösung: 1c, 2b, 3a, 4b, 5b, 6c, 7a, 8b, 9b

 


Besprechungen, der Zeitkiller Nr. 1

Kennedy soll einmal gesagt haben: "Was mir jemand nicht in einem Satz sagen kann, braucht er mir nicht mehr zu sagen."

Egal ob wir miteinander reden, Reden halten, uns aussprechen, Besprechungen abhalten, ... es kostet unsere Lebenszeit. Jedem Unternehmen ist heute die Wichtigkeit guter Kommunikation bewusst. Warum beherrschen die Amerikaner die Welt? Weil sie die Kommunikation beherrschen!

Es ist sicher perfide, wenn wir als Kommunikationsexperten und Rhetoriker auf die Gefahren unserer Zunft hinweise. Schließlich sind wir oft Verfasser käuflicher Aphorismen.
Zwischen geführten Besprechungen und ziellosem Gerede gibt es klare Qualitätsunterschiede. Beobachten Sie sich selbst, wann beginnen Sie umständlich zu erklären, langwierig zu erzählen, Schachtelsätze und Wortwiederholungen zu verwenden. Meistens, wenn Sie unsicher sind. Unsicher ob des Inhaltes oder unwohl ob der Situation. Dieses "Herumreden" verrät uns natürlich. Zuhause mit den Kindern oder mit Freunden sind wir häufig klarer, ja sogar knapper in unserer Sprache als vor dem Kunden, dem Chef, den Kollegen. Daher ein Tipp, wie Sie anderen und sich Lebenszeit sparen können:

Überlegen Sie sich vor jeder Besprechung:

.) Was will ich konkret sagen? Welche Beispiele habe ich dafür?
.) Welche Gegenargumente können kommen?
.) Welche Gefahren und Konsequenzen sind mit meiner Aussage verbunden?
.) Was erwarte ich vom Gegenüber? Welche Handlungen sollen folgen

 


Wenn schon Latein, dann richtig!

Auch in der freien Rede gibt es Mode-Erscheinungen. Der Trend im Herbst: das Bildungsbürgertum. Ist Ihnen auch schon aufgefallen, wie gerne Vortragende in letzter Zeit Phrasen aus dem Lateinunterricht einbauen? Vielleicht ein Zeichen, dass der Humanismus wieder zu neuer Blüte kommt, vielleicht aber auch nur pseudo-gebildete Allüre. Schlimm wird's, wenn die Zitate falsch dekliniert sind. Darum eine kleine Auswahl:

ex more.....aus Gepflogenheit
ex officio.....von Amts wegen
ex post facto.....m Nachhinein
in flagranti.....auf frischer Tat
in medias res.....unmittelbar zur Sache
in vino veritas.....Im Wein ist Wahrheit
ipso facto.....durch die Tat selbst; selbstständig
mea culpa.....(durch) meine Schuld
mutatis mutandis.....mit den nötigen Abänderungen
non plus ultra.....unübertrefflich; das Absolute
obiter dictum.....unübertrefflich; das Absolute
persona non grata.....unerwünschte Person
primus inter pares.....der Erste unter Gleichen
pro patria.....fürs Vaterland
quod erat demonstrandum.....Was zu beweisen war
summa cum laude.....mit höchstem Lob

 


Theodor Siebs - um eine Sprache bemüht

Der Germanist Theodor Siebs hatte ein großes Ziel: als vor mehr als 100 Jahren erstmals sein Nachschlagewerk "Deutsche Bühnenaussprache" erschien, sollten Schauspieler darin eine Anleitung sehen für den Sprachgebrauch auf der Bühne. Siebs wollte aber noch mehr erreichen: Alle Redner, alle Sprecher sollten einen Leitfaden haben, ein Wörterbuch, das ihnen hilft, gepflegt zu sprechen. Eine andere Art der Aussprache sollte nicht automatisch für richtig gehalten werden, nur weil sie anders klingt als die eigenen Sprachgewohnheiten. Ein norddeutscher Sprecher könnte sonst die geschlossene Aussprache von offenen Vokalen für richtig halten, wie sie in Bayern und in Österreich verbreitet ist: das breite Wiiiend statt dem strammen Winnnd. Genau so wenig erwünscht war übrigens eine überkorrekte Aussprache.

Inzwischen existieren die gemäßigte Hochlautung (wie sie im ORF verwendet wird) und die Mundart nebeneinander. Beide haben eigene Gesetze und es tut dem sprachlichen Bewusstsein gut, wenn der Sprecher beide Seiten pflegt: das "gebildete Sprechen" genau so wie den Dialekt. Willi Resetarits hat sogar erkannt: "Es gibt keine Hochsprache ohne den dazugehörigen Dialekt!"

Trotz dieser "Freiheit" gibt es immer noch einige Regeln zu beachten. "Der Siebs" ist noch immer gültig, wird noch immer verlegt, und wir sollten daran denken, dass wir die deutsche Sprache haben, die für den gesamten deutschen Sprachraum geregelt ist. Und: wir können nachschauen, wie ein bestimmtes Wort ausgesprochen wird!
Ohne zu überlegen sprechen wir Worte wie Wald, Hund oder Sessel jeweils mit kurzem Vokal. Ausländer müssen lernen: ein Vokal nach einer Konsonantengruppe wird üblicherweise kurz gesprochen.

Was ist aber mit Worten wie Mond, Trost oder Zebra? Sprechen wir den Vokal falsch aus, wenn wir ihn dehnen? Oder ist die Regel mit der Konsonantengruppe ungültig?
Die Antwort ist: es sind ein paar der Worte, deren Aussprache Theodor Siebs geregelt hat!
Jeder sollte diese Handvoll Worte kennen, die anders ausgesprochen werden als sie aussehen. Zusammengefasst sind sie u.a. im "Sprechtechnischen Übungsbuch" von Vera Balser-Eberle.

Hier sind ein paar weitere Beispiele dieser "sonderbaren" Worte:

werden
richtige
Aussprache: weeerden, R wird nicht gesprochen!
falsche Aussprache: wärrrrden

erst

richtig: eeerst, R wird nicht gesprochen!
falsch: ärrrst

Geburt
richtig: Gebuuurt, R wird nicht gesprochen!
falsch: Geburrrrt

Vorteil
richtig: Vorrrteil , R wird gesprochen!
falsch: Vooorteil

Städte
richtig: Stääädte
falsch: Stättte

schon
richtig: schooon
falsch: schonnn

Urlaub
richtig: Uuurlaub, R wird nicht gesprochen!
falsch: Urrrlau

vierzehn / vierzig
richtig:
virrrzehn / virrrzig, R wird gesprochen!
falsch: viiierzännn / viiierzig

gibt
richtig:
giiibt, langes ie!
falsch: gipppt

bisher
richtig:
bißher, scharfes ß, kurzes i und Betonung auf der ersten Silbe!
falsch: bisher

vor allem / unter anderem
richtig:
vor allem / unter anderem, em-Endungen werden gesprochen!
falsch: vor allm / unter anderm

tausend
richtig: tausend, end-Endungen werden gesprochen!
falsch: tausnd

 


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