Gekaufte Wahrheit - Gentechnik im Magnetfeld des Geldes
von Tatjana Lackner

Die 92 Minuten lange Dokumentation ist technisch mäßig gut umgesetzt. - Der Inhalt dafür hochbrisant und top-informativ:
Zwei führende Molekularbiologen in Schottland und Kalifornien veröffentlichten kritische Ergebnisse ihrer Forschung zu gentechnisch veränderter Nahrung (GM-Food). Sie verloren ihre Arbeit und wurden darüber hinaus persönlich ruiniert durch Streichung der Forschungsmittel und Zerstörung ihres wissenschaftlichen Rufs. Der Film erzählt aber auch die Geschichte ihres persönlichen Mutes und ihres Verantwortungsgefühls der Öffentlichkeit gegenüber, die bereits jahrelang GM-Food konsumiert. Kernaussage: "Wir sind heute die Versuchskaninchen, nicht irgendwelche Laborratten". Die Wissenschaftler belegen, dass 95% der Forscher im Bereich Gentechnik von der Industrie bezahlt werden. Nur 5% der Forscher sind unabhängig. Offensichtlich wird hier die große Gefahr für Meinungsfreiheit und Demokratie. Aus der Doku erfährt der Kinobesucher auch, dass sich der Mulitriese BP beispielsweise an der Universität von Berkley mit 500 Millionen Dollar eingekauft hat, um Lehrpläne zu verändern, Forschungsprojekte zu bestimmen und damit auch jene Wissenschaftler beschäftigen kann, die zur gewünschten BP-Linie passen.
Mehr unter: http://www.gekauftewahrheit.de
„Leben wie Gott in Frankreich"
mit Tatjana Lackner
Tatjana war einige Tage auf der Île-de-France und hat das Pariser Flair in vollen Zügen genossen. In der Stadt der Liebe - hoch oben auf dem Eiffelturm - wurde ihr dann von ihrem Oliver die Fragen aller Fragen gestellt. :-) Paris stand unter dem Motto: Sightseeing, liebe Kunden treffen, die Mona Lisa im Louvre besuchen. Dort hat sie auch die Bla Bla Bar entdeckt.
Von brennenden Banlieues - dem französischem Ausdruck für die Vororte - war nichts mehr zu bemerken. Seit den 1970er-Jahren sind die Plattenbauten und Sozialwohnungen in den Außenbezirken - jenseits der Ringautobahn - milieuauffällig und risikoreich. Sozialer Brennpunkt: Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Drogenkonsum.
In den inneren, touristisch-historischen Bezirken ist hingegen davon wenig zu spüren - dort gilt eher die Devise: „Leben, wie Gott in Frankreich". Dieses "Vivre comme Dieu en France" ist zwischen 1792-1794 in Europa zu einem geflügelten Wort geworden. Warum? Nach der französischen Revolution wurde nämlich nicht nur die katholische Kirche in Frankreich entmachtet, sondern auch Gott. Er hatte also in Frankreich nichts mehr zu tun bzw. mit den Franzosen keine Arbeit mehr.
Wenn es sich heute jemand bequem macht oder sich dem Müßiggang hingibt, dann sagen wir auch er „lebe wie Gott in Frankreich".

Bildquelle: Tatjana Lackner
Sprecherprüfung 19. Oktober 2011
Wow, wir haben wieder einmal die „weiße Fahne" geschafft!
Alle Kandidatinnen sind von der anspruchsvollen und renommierten Jurykommission mit „ausgezeichnetem Erfolg" beurteilt worden und strömen top vorbereitet auf den Sprechermarkt.
In der Wirtschaft und in den Medien werden Stimmen für Mailboxen, für das Internet, für die Werbung, für Callcenter und für Unternehmenspräsentationen auf Video gesucht. Auch bei Off-Air-Moderationen, wie Firmenfesten, Kongressen, ... sind immer häufiger ausgebildete SprecherInnen und ModeratorInnenen gebucht. Die meisten SprecherprüfungskandidatInnen haben mit der Ausbildung zum professionellen Berufssprecher als Zweitjob begonnen.
Neben den technischen Grundregeln mussten die PrüfungskandidatInnen Texte aus allen Genres (Nachrichten, Beitrag, Moderation und Werbung) präsentieren und wurden von einer begeisterten Jury für ihre Leistungen gelobt.
Mit ausgezeichnetem Erfolg haben bestanden:
Delna Antia B.A.
Regina Fröhlich
Mag. (FH) Laura Hermann
Teresa Pflügl
Mag. Julia Pirmoser
Herta Pöhnlein
Mag. Pia Prim-Rabitsch
In der Prüfungskommission bewerteten:
HANS BESENBÖCK (Medienberater)
PETER FAERBER (Schauspieler und Berufssprecher)
PROF. GÜNTHER FRANK (Sänger & Schauspieler)
DR. HANS-GEORG HEINKE (Moderator & Journalist)
PROF. FRANZ ROBERT WAGNER (Sprecher & Schauspieler)
MATTHIAS WONDRAK (Produzent)

Wussten Sie schon, dass ...?

... die meistgesprochene Muttersprache Hochchinesisch ist?
... es in Deutschland viel mehr Handys gibt, als Menschen?
... Norbert Gastell, der deutsche Synchronsprecher von Homer Simpson, 81 Jahre alt ist?
Quelle: http://www.dasinternet.net/, http://conwutatio.at/, http://www.possenreisser.bplaced.net/
Bildquelle 1, Bildquelle 2, Bildquelle 3
Man muss lang "Atmen" ...
von Tatjana Lackner
... bis die 93 Minuten vorbei sind und man Gewissheit hat, dass nichts Spannendes mehr kommt. Außer irgendwann der Tod.
Karl Markovics schrieb Drehbuch und Regie. Den Oscar bekam er als Schauspieler und hier liegt vielleicht auch das Problem, warum die Handlung so holpert. Sein Filmdebüt zeigt, sollten die Regisseure weltweit ausgehen, Markovics könnte einspringen. Doch das Lied ist bekannt: „Schuster bleib bei deinem Leisten!".
Die Filmgeschichte lässt sich einfach erzählen: Der neunzehnjährige Roman Kogler steht kurz vor seiner möglichen vorzeitigen Haftentlassung aus der Jugendstrafanstalt. Roman, das postpubertierende ehemalige Heimkind ist ein verschlossener Einzelgänger - ohne familiären Anschluss. Kogler scheint für eine Resozialisierung ungeeignet und im Leben nur auf seinen Bewährungshelfer bauen zu können. „Ausgerechnet der Freigängerjob bei einem Bestattungsunternehmen führt Roman über den Umweg Tod zurück ins Leben.", ... so pathetisch liest sich die Filmbeschreibung.
Trotz internationalem Rückenwind, wohlmeinenden Pressestimmen aus dem Ausland, der möglichen Nominierung für den Auslands-Oscar ... plus unser aller Wunsch, dass der Austrofilm eine Rennaissance erleben darf ... wird das so leider gar nichts.
Markovics' Film hat massive Längen, echte Filmfehler*, unnötige inhaltliche Zwiebelhandlungen, Besetzungsmängel erster Güte und sonst kaum große schauspielerische Leinwandmomente. Woher auch? Man ist ja stolz darauf, dass sich viele Schauspieler zum Casting beworben haben und der Begleitfreund eines Bewerbers - selbst kein Schauspieler - genommen wurde. Egal, Angelina Jolie fand den Wiener Maturanten Thomas Schubert bei der Übergabe des Filmpreises in Sarajewo sicherlich ganz niedlich. Dort wurde er immerhin zum „Besten Schauspieler" ausgezeichnet. Bravo! Jetzt brauchen wir Handwerk auch keines mehr, um international gut da zu stehen. Schubert hat einen echten Wiener gespielt und vor allem sich selbst. Jetzt muss die Neuentdeckung erst mal für die Matura büffeln, er kämpft laut Kurier „mit Mathe und Spanisch - und mit der eigenen Motivation."
Der sicherlich gelungenere Filmbeitrag, der sich voller Ästhetik mit dem Beruf des Todesmanagers auseinander setzt, ist die unglaubliche Doku der Wiener Psychologin Andrea Morgenthaler: „Rest in Peace". Hier wird die Frage „Tod sein und was jetzt?" nicht episch verwassert - durch unraffiniert geknüpfte Handlungsstränge, wie bei Karl Markovics - sondern schlicht beantwortet: http://www.rest-in-peace.at/regie.html
*Martin S. starb an den Verletzungen durch den Hauptprotagonisten Kogler zugefügt im Jahr 2010, das wurde vorher mehrfach im Film erwähnt. In einer langen Einstellung liest der Kinobesucher dann am Grab: 1992 - 2006, oje!


