Zeitung: BÖB - Bilanzbuchhalter
Ausgabe: Dezember 2009
Seite: 74

 

"Sprache, die auf der Zunge zergeht"

 

(Pdf download, 2,73 MB)

 


Zeitung: www.derstandard.at
Ausgabe: 3. Dezember 2009

"Welke Aufzählungen, Selbstheilungs­mantras, wenig rhetorische Finessen"

 

(Pdf download, 315 KB)

 


Anlass: 11. Österreichischer Journalistinnen-Kongress
Setting:  Podiumsdiskussion
Veranstaltung: 14.10.2009, Haus der Industrie

"Frauen in den Medien - warum unter repräsentiert?"

Interview-Auszug:

Traude Kogoj:
Fehlt Frauen der Mut, Frau Lackner?

Tatjana Lackner:
Ich würde gar nicht sagen, es fehlt der Mut, sondern oft die Vorbilder. Wenn man Geert Hofstede hernimmt, einen der relevanten niederländischen Soziologen, dann sagt er: "Wir leben hier in einer maskulinen Gesellschaft: Auf Platz eins liegt Japan, auf Platz zwei schon Österreich. Auf Platz 40 übrigens erst die Bundesrepublik. Das bedeutet, es ist für Frauen schwieriger, an gewisse Futternäpfe zu kommen. Auf der anderen Seite, und das beobachte ich in der Ausbildung nach 66.000 Einzelschulungen -wir sind so die Kaderschmiede für angehende ModeratorInnen, NachrichtensprecherInnen im deutschen Sprachraum - melden sich bei uns tendenziell Moderatorinnen, um sich ausbilden zu lassen für: Lifestyle & Magazine. Kaum Sport, selten Nachrichten. Der Unterschied beim Moderieren von U und E ist evident. Es gibt nicht besonders viele die sagen: Oh ja, ich will in die ZIB, die Frau Thurnher ablösen. Es gibt dafür wesentlich mehr, die sich für Wellness-Magazine interessieren. Conclusio: je weniger Vorbilder Frauen haben, desto weniger eifern nach und dann fehlen wieder die Expertinnen.


Einen zweiten Punkt - um ein bisschen über den österreichischen Tellerrand zu
blicken - sehen wir bei CNN oder der BBC: Dort gibt es sowohl einzelne Stars, aber es werden auch ganze Teams gepuscht. Bei CNN gibt es immer „Männlein“UND „Weiblein“ auf dem Schirm bei News. - Beide aus einem Fundus, einem Team, das besonders excellent ausgebildet ist. In Österreich haben wir das Problem: a) es gibt kaum Stars internationalen Formats. b) Aber eine Core Crew - so ein richtiges Anchorteam - haben wir auch nicht.

Traude Kogoj:
Ich habe eine kurze Zwischenfrage, kommen zu Ihnen auch Managerinnen, die sich trainieren lassen?

Tatjana Lackner (lächelt):
Natürlich kommen auch Managerinnen, und man merkt auch, dass sie da waren!

Traude Kogoj:
Was raten sie Frauen vor dem TV Auftritt?

Tatjana Lackner:
Rhetorisch kaum andere Dinge als Männern. - Sie müssen schließlich vor beiden Zielgruppen funktionieren. - Genau muss recherchiert werden: Wer interviewt? Mit welcher journalistischen Ausrichtung? Welche Ziele verfolgt der/die Moderator(In)? Wie ist es um meine eigenen Sympathiefaktoren bestellt? Welche sprachlichen Bilder eigenen sich um meine Botschaft schlank und präzise zu transportieren?

Wir haben ja auch in Österreich das Phänomen, dass jeder glaubt inhaltlich Fernsehen machen zu können. - Wenn ich mir die Sommergespräche anschaue, wo mittlerweile der Frau Thurnher ein Künstler an die Seite gesetzt wird. Subkutan schwächt das ihre Expertise, als Journalistin: - Ich persönlich bin nicht davon überzeugt, dass der Künstler die kraftvolleren Fragen stellen kann, als jemand aus unserer Zunft, der sich jeden Tag viele Stunden mit Zusammenhängen befasst. Solange suggeriert wird, dass jeder/e diesen Job jederzeit machen kann - haben wir ein Imageproblem im eigenen Berufsstand. Das ist dann für Frauen und Männer der gleiche Imageschaden.

Traude Kogoj:
Sind Frauen authentischer als Männer?

Tatjana Lackner:
Ich mag diese Unterscheidung von Charaktereigenschaften zwischen Männern und Frauen nicht. Ich glaube, das, was uns Menschen verbindet - ist definitiv mehr, als uns trennt. Ich glaube aber auch, dass wir uns unterschiedliche Sorgen machen, wie wir in der Öffentlichkeit wirken. Männer überlegen sich genau, wo werden ich verheizt? Wann bekomme ich Schwierigkeiten im Unternehmen, wenn ich mich so äußere? Männer sind stark im Wettbewerb der Kompetenz und des Status: sie messen, wer hat/darf was? – Wogegen Frauen eher sozial vergleichen. Wer gilt was? Frauen sind stärker mit der Performance beschäftigt. Was ich beiden rate, sind zu lernen auf investigative Fragen klug zu antworten. Killerphrasen souverän kontern und dabei charamant bleiben. - Denn Sympathie ist immer trumph! Atmosphäre transportiert sich über die Mattscheibe bis ins Wohnzimmer. Dort wird schlußendlich bewertet.


Zeitung: Heute
Ausgabe: Oktober 2009
Seite: 21

 

"Atem- und Sprechtechniken: Lernen Sie jetzt besser zu reden!"

 

(Pdf download, 1,50 MB)

 


Zeitung: BÖB - Bilanzbuchhalter
Ausgabe: September 2009
Seite: 84

 

"Secretary's Secret - Der Crashkurs für Ihre Assistentin"

 

(Pdf download, 2,39 MB)

 


<<  <  1  |  2  |  3  |  4  |  5  >  >>