Sprache, die auf der Zunge zergeht von Tatjana Lackner

Der Gewürzschrank des guten Rhetorikers ist die bildhafte Sprache. Auch Werbung arbeitet mit der suggestiven Kraft von Bildern. Der Erfolg und die Psychologie geben den Marketingprofis recht. Bilder aktivieren die rechte Gehirnhälfte und sprechen so direkt die Gefühlswelt des Menschen an. Genau hier liegt der Vorteil der bildhaften Sprache - und auch die Gefahr!

Sieben gute Gründe für die bildhafte Sprache
1) Sprachliche Bilder bringen Abwechslung zu Zahlen, Daten & Fakten.
2) Beispiele sind einprägsam und weitererzählbar.
3) Sprachbilder schaffen Atmosphäre.
4) Bildhafte Sprache weckt Interesse.
5) Analogien knüpfen an die Erlebniswelt des Zuhörers an und schaffen so eine Identifikationsmöglichkeit.
6) Gute Vergleiche werden gerne weitererzählt.
7) Menschen, die bildhaft sprechen, hinterlassen einen bleibenden Eindruck.

Drei Gefahren der bildhaften Sprache
1) Unpassende Bilder sind im besten Fall komisch.
2) Zu viele Analogien lenken vom Wesentlichen ab.
3) Allzu bekannte Bilder erzeugen Langeweile bzw. Ablehnung beim Publikum.

Setzen Sie öfter mal beschreibende, als bewertende Adjektive ein. Heute laden wir Sie ein, mehr Geschmack in Ihre Sprache zu bringen. Mit etwas Übung wird es gelingen, Ihre Ausdrucksweise plastischer zu gestalten:

Beschreibende Adjektive
Wenn Sie wollen, dass Ihr Gesprächspartner oder Ihr Publikum gerne zuhören, lassen Sie die Menschen sehen, hören, riechen, schmecken und spüren! Schildern Sie Sinneseindrücke und Tatsachen und geben Sie so Ihrem Zuhörer die Chance, sich selbst ein Bild zu machen. Bilder im Kopf des Zuhörers entstehen, wenn Sie erzählen, wie etwas tatsächlich ist bzw. war und beschreibende Adjektive verwenden.

Beschreibende Adjektive erkennen Sie daran, dass alle Menschen diese Eigenschaft gleich empfinden, z.B.: staubig, bergig, flüssig, spitz ... - und alle weiteren Formen, Farben und Muster!

Bewertende Adjektive zeigen unmissverständlich, wie Sie etwas beurteilen, z.B.: kitschig, hässlich, interessant, stimmungsvoll, ...
Hier lautet die Frage: Wie war es für mich?

Probieren Sie die sinnliche Erzählweise im Freundeskreis! Schnell werden Sie Sicherheit gewinnen und feststellen, dass andere Ihnen nicht nur gerne zuhören. Das gesamte Gespräch wird anregender!

Übung:
Überlegen Sie sich fünf für Sie typische bewertende und beschreibende Adjektive!
Bewertend: Das Wetter ist schön. - Die Bilanz sieht gut aus.
Beschreibend: Der Tag ist sonnig. - Die Bilanz zeigt ...

Analogien und Beispiele - die Geschmacksverstärker der Rhetorik
Die Analogie - der sprachliche Vergleich - verbessert das Verständnis und macht auch komplexere Zusammenhänge deutlich. Es ist oft eine kleine Geschichte, die Aufmerksamkeit erregt und zum Weitererzählen animiert. Analogien sind knackig, knusprig und nicht ganz fettfrei. Verwenden Sie diese Redefigur, doch gehen Sie überlegt damit um!


Drei Gefahren der Analogie:

  • Die unlogische Analogie

„Die Börse ist wie eine Lawine, mal geht sie rauf, mal geht sie runter."

  • Die überstrapazierte Analogie

Damit sind sprachliche Bilder gemeint, die schon in zu vielen Zusammenhängen verwendet wurden, z.B. Die Stadt, die mit dem Ameisenhaufen verglichen wird.

  • Die inflationäre Analogie

Manche Sprecher lassen Analogie auf Analogie folgen, so dass die Kernaussage verloren geht.


Sprechen mit allen Sinnen von Susanne Lefèvre


Sprechen ist eine ganzkörperliche Angelegenheit. Von der Zunge bis zum Beckenboden arbeiten während des Sprechens unterschiedliche Muskeln zusammen. Die bewusste Wahrnehmung des Körpers unterstützt den ausgewogenen Krafteinsatz beim Sprechen.

1.Fühlen
Stehen Sie aufrecht. Nehmen sie den Boden unter Ihren Füßen wahr. Stellen Sie sich vor, der Boden trägt Sie. Sehen Sie vor Ihrem geistigen Auge die Sehne eines Bogens. Spüren Sie, wie die Spannung der Sehne Ihren Körper streckt und aufrichtet.

2.Riechen
Nehmen Sie angenehme Gerüche bewusst wahr. Saugen Sie die herbstlichen Eindrücke genussvoll durch die Nase in sich hinein. Sie können spüren, wie sich der Rumpf bei der Einatmung nach allen Seiten dehnt.

3.Sehen
Suchen Sie sich ein Ziel in Ihrer Nähe. Schicken Sie einfache alltagssprachliche Wendungen zu Ihrem Ziel z.B.: Komm her!, Hallo!, Hör zu!, Komm mit! Unterstützen Sie Ihre Worte, in dem Sie gleichzeitig auf Ihr Ziel zeigen. Sie schulen Ihr Sendebewusstsein. Der Inhalt Ihrer Worte kommt besser an.

4.Hören
Achten Sie auf Ihre aufrechte, offene Haltung, wenn ein anderer spricht. Konzentrieren Sie sich und formulieren Sie Ihre Antwort mit Ruhe und Entschlossenheit. Sprechen Sie die Buchstaben P,T und K am Wortende bewusst, aber nicht übertrieben hart aus.

5.Schmecken

Wenn Sie eine herbstliche Verkühlung erwischt, lassen Sie sich ein Zuckerl auf der Zunge zergehen oder genießen Sie warmen Tee mit Honig. Empfehlenswert bei leichter Heiserkeit sind z.B. Grether's Pastilles Blackcurrant.


 

Vom Oberflächenrauschen in die Tiefe;

3 Wege in die Tiefe mit dem Atem Katrin Stuflesser


Teil 3

 

LESEN, ATMEN UND KREATIVITÄT
Manche Bücher sind von außen besser, als von innen. Sie lesen den Buchtitel und den Buchrücken, sind fasziniert, fühlen sich inspiriert. Wenn Sie das Buch lesen, suchen Sie vergeblich nach der Erfüllung dieser Faszination.
Mein Tipp an Ihre kreative Ader: erlauben Sie sich es bei der Hülle zu belassen. Arbeiten Sie mit Ihrer eigenen in Gang gebrachten Energie weiter. Nützen Sie die eigene Inspiration für eine wichtige, persönliche Tätigkeit: aufräumen, Ordnung schaffen, ausmisten, eine Entscheidung treffen, kochen Sie was Gutes für sich und Ihre Lieben.


Machen Sie die folgende Übung, wenn:

• Sie sich unsicher fühlen
• Sie glauben, dass andere alles besser wissen
• Sie zögern eine Entscheidung zu treffen


Schwertschnitt
Stehen Sie hüftbreit mit leicht gebeugten Knien. Heben Sie beide Arme seitlich am Körper mit den Handflächen nach vorne zeigend, dabei atmen Sie ein. Führen Sie die Handflächen oberhalb des Kopfes zusammen und bringen Sie dann die Arme vor dem Körper schnell nach unten. Dabei federn Sie in den Knien gut mit. Die starke Bewegung nach unten begleiten Sie, indem Sie energischen auf „sch" ausatmen.


1-2-3

An manchen Tagen fällt es besonders schwer sich zu entscheiden. Eine verblüffend einfache Hilfe kommt aus der Tiefe Ihres Körpers. Sie brauchen einen ruhigen Ort. Sammeln Sie sich, indem Sie Ihrem Atem zuhören. Zählen Sie dann, wie lange das Einatmen und wie lange das Ausatmen dauert. Denken Sie dann an die Möglichkeiten der Entscheidung. Zählen Sie laut bis 3. Sprechen Sie weiter laut und klar den Satz, der die Entscheidung bedeutet aus: „Ich tue..., ich entscheide mich für..." Sie haben dann eine Bauchentscheidung getroffen. Da Entscheidungen treffen von einer Last befreit, wirkt die Übung erleichternd, macht zuversichtlich und fröhlich.


 

Testen Sie Ihren Fremd-Wortschatz

Kennen Sie die Bedeutung von:

1. desodorierend
A) duftend
B) geruchstilgend
C) schweißhemmend

2. oknophil
A) jemanden nicht ausstehen können
B) selbstständig leben
C) jemanden mit seiner Liebe erdrücken

3. inklinieren
A) in Betracht ziehen
B) eine Vorliebe für etwas haben
C) zu etwas führen

4. Koprolalie
A)Umgangssprache
B) Alltagssprache
C) Fäkalsprache

5. Comme il faut
A) notfalls
B) vorbildlich
C)unkorrekt

6. ete petete
A) ist eine Person, die gerne besonders vornehm wirken will, es aber gar nicht ist
B) ist eine Person, die sich besonders herausgeputzt hat
C) ist jemand der gerne protzt

7. degoutant
A) appetitlich
B) ekelerregend
C) unwissend


8. google

A) Tanzstil
B) Suchmaschine
C) Taucherbrille


9. hieratisch

A) Schrift , die von den Hieroglyphen abgeleitet wurde
B) strenge Ordnung (meist in einem Staat od. einer Organisation), die von oben nach unten
geht.
C) furchtlos

10. Perzept
A) aus der lateinischen Grammatik übernommener traditioneller Terminus zur Bezeichnung
eine Zeitform des Verbs
B) Wahrnehmungserlebnis
C) Stab aus wertvollem Metall, meist reich verziert mit Edelsteinen, Symbol eines Herrschers

Lösung: 1b, 2c, 3b, 4c, 5b, 6a, 7b, 8b, 9a, 10b


Das „Ich - Roulette"

Jeder glaubt sich selbst gut genug zu kennen. Trotzdem fällt es vielen Menschen schwer auf ganz konkrete Fragen eine Antwort zu finden. Bei der Übung: „Ich-Roulette" dürfen Sie nur Charakter-Eigenschaften als Antworten nennen - keine Körperteile, etc. Der Herbst gilt auch als Zeit des langsamen Rückzugs - für viele stehen bald Veränderungen an. - Ziel dieses Eigen-Profilings ist, das innere Portrait - das Bild, das Sie von sich haben - zu schärfen.

 

Bsp: Ich stehe für...
Selbstsicherheit und Charme
Spontan und ungefiltert ausfüllen!
................ ............................ (eigenen Namen einsetzen)

 

Morgen:
Wie sehen Sie sich persönlich im Jahre 2025?
Entwerfen Sie einen Werbeslogan für diese Zeit. Wie könnte dieser lauten?

jeweils 1-3 Nennungen optimal

 

Heute:
1. ich stehe für ...
2. mag an anderen Menschen besonders ...
3. ich halte absolut nicht aus, wenn jemand ...
4. mag an mir folgende „Eigenschaft" (!) nicht
5. ich werde beneidet, um die Fähigkeit zu ...
6. werde kritisiert, für ...
7. ich ergänze mich mit Menschen, die ...
8. Wann ist ein Mensch für mich „intelligent"?
9. Welche Eigenschaft würden Sie sich kaufen?


 

Vom Oberflächenrauschen in die Tiefe;

3 Wege in die Tiefe mit dem Atem - Katrin Stuflesser

 

Teil 2

URSPRÜNGLICHKEIT...
...stärkt das Selbstbewusstsein und steckt an. Wenn wir einfach so sind, wie wir sind und uns nicht verstellen und verkrampfen, spürt das - dank Spiegelneuronen - auch der Zuhörer. Er dankt uns sogar, indem er sich in seiner eigenen Ursprünglichkeit angesprochen fühlt (der Spiegel: „Ah das kenn ich ja bei mir, das fühlt sich bei mir so an!") Auf diese Weise wirkt Ursprünglichkeit oder authentisches Verhalten entwaffnend. Dadurch dass auch das Umfeld „echter" wird, vervielfältigen sie die realen Momente im Gespräch und fühlen sich auch bestätigt. Die Spirale der Kommunikation, die in die Tiefe geht hat begonnen.


Machen Sie die folgende Übung, wenn:

• Ihre Augen brennen
• Sie schon lange nicht mehr gelacht haben
• Ihr Unterkiefer schon wieder fest geworden ist


Masken runter

Sitzen Sie angenehm entspannt, mit angelehntem Rücken, was nicht eingesunkenem Brustkorb heißt! Schließen Sie die Augen und lassen Sie den Atem kommen und gehen. Spüren Sie Ihre Auflageflächen: Füße, Oberschenkel, Gesäß, Rücken, Kopf.
Stellen Sie sich dann ihr Gesicht von außen vor und lassen Sie es mit jedem Ausatmen weicher werden, sodass bis zum Ende alle Masken in Ihrem Gesicht geschmolzen sind und das wahre vom Atem und Körper getragene ICH übrig bleibt.


Führungskräfte & Identifikationsikonen braucht das Land!

Tipps von Tatjana Lackner

Eine Führungskraft muss von allem viel und von wenigem alles wissen.Egal ob Kleinbetrieb, mittelständisches Unternehmen oder Global Player- jedes Unternehmen muss verkaufen. Ziel ist: Wettbewerbsvorteile zuschaffen und Marktchancen schnell und wirkungsvoll zu nutzen. Der Manager braucht besondere Soft Skills und Marketing-Kompetenz. Er ist eine multifunktionale Fach- und Führungskraft, die den unternehmerischen Blick fürs Wesentliche behält, klare Anweisungen formuliert und für die Identifikation der Mitarbeiter sorgt. Es gilt Ressourcen so zur Verfügung zu stellen, dass das Team optimal arbeiten kann (Infrastruktur, Software, ...). Nachdem Leitungskräfte rund 80% ihrer Tätigkeit in Kommunikation investieren ist es wichtig zu wissen, wie Gespräche richtig geführt und abgeschlossen werden. Expertenwissen ist gefragt und häufig werden die Besten für Leitungsaufgaben auserkoren. Für viele ist die Erkenntnis, dass Führungsaufgaben ebenso mess- und prüfbar sind wie fachliches Können die eindringlichste Erfahrung beim Chefsein. Denn: Ein Geschäftsführer ist da - um Geschäfte zu führen! Er darf nicht in Wettstreit treten mit den Spezialisten im eigenen Haus. Es ist gut, wenn der Marketingleiter mehr von Werbung versteht und die Buchhalterin schneller rechnen kann.

 

Ihre Eigenmarketing-Checkliste: Worauf Sie achten!

  • Wie präsentiere ich mich?

Fotos in Presseaussendungen, Unternehmensfoldern, ...
Fragen Sievertraute Menschen nach ihrer Meinung und achten Sie auf professionelleAufnahmen. In manchen Firmen erfahren Mitarbeiter oder Kunden aufPapier oder durch die Homepage von ihrem neuen Boss.

  • Wie klinge ich?

Stimm- & Sprechtraining
Ihre Sprache ist die Kleidung Ihrer Gedanken und gemeinsam mit Ihrer Stimme beeinflusst sie das Urteil des Zuhörers. Die akustische Präsentation - im Audio File auf der Homepage, am Telefon, im Radio-Interview, ... - vermittelt dem Hörer ein klares Bild von Ihnen. Die Information beinhaltet:Stimmsitz, -klang, Akzent bzw. Milieusprache, Dialektfärbung, Sprach-oder Fallfehler, Rede-Duktus, Sympathiefaktoren, Füllworte &-floskeln, ...

  • Wie trete ich auf?

Alle Objekte, die Sie umgeben: Accessoires, Kleidung, Schreibgeräte, Brillen, technisches Equipment (Mobiltelefone, Laptops, ...), Autos -ja sogar das Mobiliar unserer Wohnungen und Büros - geben Informationen über uns preis.
Machen Sie sich daher Ihre Objektsprache bewusst und nehmen Sie nötigenfalls sanfte Veränderungen vor. Sie sollen sich nicht verkleiden, wenn Sie in die Arbeit gehen, dennoch sind Sie als Führungskraft Repräsentant des Hauses - nach innen und außen. Je klassischer Sie Ihre Garderobe anlegen, desto besser können Sie kombinieren. Achten Sie beim Kauf besonders auf die gute Qualität der Materialien! Understatement als Prinzip wirkt sympathisch.

  • Wodurch wird mein Führungsstil erkennbar?

Klare Kommunikationsregeln sind maßgeblich für Ihr erfolgreiches Eigenmarketing verantwortlich. Nicht nur Ihre persönliche Art mitanderen in Austausch zu treten ist gemeint, sondern die Kommunikationskultur, die sich durch Ihren Führungsstil etabliert.

  • Welche Kommunikationskultur führen Sie ein?

Informationslöcher aber auch -überschüsse verderben die gute Meinung über den Neuen an der Spitze! Keiner will in einer Kommunikationskultur arbeiten, in der sich Memos mit „cc an alle" durchsetzen oder andererseits wesentliche Auskünfte fehlen.

  • Wie wichtig ist Ihnen das soziale Leben im Unternehmen?

Zu den Kommunikationsregeln gehört auch der Umgang mit Ritualen wie Betriebsausflügen, Geburtstagen, Pensions- und Weihnachtsfeiern, ...
Viele Chefs wissen nicht einmal, wann ihre engsten Mitarbeiter Geburtstag haben. Besser: Spendieren Sie jedem Angestellten eine Torte.
Fazit: Durch jeden Führungswechsel ändern sich auch Kommunikations-Gewohnheiten. Es ist daher wichtig, genau zu wissen welche Änderungen sinnvoll sind.

  • Wie viel soll man über Ihre persönlichen Vorlieben wissen?

„Ist der Chef ein Weinkenner? Spielt er, wie so viele, Golf? Waaas? - Er fährt einen alten Käfer?? - Wie transportiert er dann seine drei Kinder?"
Damit sich Mitarbeiter und Kunden ein Bild von Ihnen machen können, brauchen Sie Gesprächsstoff. Auf Gerüchte haben Sie nur wenig Einfluss, gestalten Sie daher Ihr kolportiertes Porträt mit.
So haben Sie besser in der Hand, was öffentlich erzählt wird. Klar ist, dass sich Menschen über Sie austauschen. Als Führungskraft sind Sie eine „öffentliche Person" im Unternehmen.

Auch wenn Ihnen diese Dinge nicht wichtig erscheinen - geben Sie den Menschen Informationen, die Sie als Privatperson beschreiben. Eigenmarketing lebt von kleinen Geschichten, die menschlich und erlebbar machen. Ihre Fähigkeiten im Job sind dabei nur bedingt interessant. Persönliche Vorlieben charakterisieren Sie eher.


Persönlichkeits-Selbstreflexion

Tipp von Robert Süss

Ehe-Krise, Klima-Krise, ORF-Krise, Schweinepest- und Vogelgrippen-Krise, Krankenkassen-Krise, Iran-Krise, Automobil- undArbeitsplatz-Krise, Banken-Krise, Wirtschafts-Krise, Ausländer-Krise, Einbrecher-Krise, Lehrer-Krise, Identitäts-Krise, Kommunikations-Krise. Die Liste ließe sich alphabetisch ordnen und Ergänzungen nicht vermeiden.

Spannend ist, alle haben gewusst, dass es so kommen wird. Im Land der Propheten nichts Ungewöhnliches. Vermeiden hat es sich trotzdem nicht lassen und schuld daran waren die anderen. Ein kollektives Realitätsverlusttrauma entschuldigt die Wahrnehmung persönlicher Verantwortung. Gegen einsichtsresistentes Verhalten standen früher die Schulen berühmter Philosophen offen. Heute ist es die Wirtschaft, die ein neues Bewusstsein von Führungskräften fordert.

Und der Ruf nach Führungskräften, die verantwortungsvoll und nachhaltig handeln, wird unerbittlicher. Die Eigenschaften, die Führungskräfte aufweisen müssen, sind - wie nie zuvor - klar definiert:

Das weltweit am meisten geforderte Persönlichkeitsprofil ist

  • Integrität.

Danach kommen

  • Fachwissen

und

  • Kommunikationsfähigkeit.

Integrität ist ein großer, bedeutungsschwangerer Begriff und die Interpretation nur auf den ersten Blick vielschichtig. Der 14. Dalai Lama fasst die Herausforderung in folgenden einfachen Worten zusammen:

„We have bigger houses
and smaller families;
more convenience, but less time;
we have degrees, but less sense;
more knowledge, but less judgement;
more experts, but more problems;
more medicine, but less healthiness.
We have been all the way to
the moon and back, but have trouble
crossing the street to meet
the new neighbour.
We built more computers to hold more
information to produce more
copies then ever,
but have less communication.
We have become long on quantity,
but short on quality.
These are times of fast foods,
and slow digestion;
tall man and short character;
steep profits, and shallow relationships.
It is time when there is much in the window,
and nothing in the room."


Nun ja, nichts ist in Stein gemeißelt. Aber Commitment, Ehrlichkeit und ein Wort das hält, sind fantastische Charakter-Bollwerke unerschütterlicher Persönlichkeiten und ein solides Fundament unserer Integrität.


Vom Oberflächenrauschen in die Tiefe

3 Wege in die Tiefe mit dem Atem
Tipps von Katrin Stuflesser

Teil 1

FEINABSTIMMUNG - FINETUNING

Sie sind erfolgreich, beliebt und haben viele Bekannte. Sie arbeiten viel und gerne. Eigentlich geht es Ihnen gut, nur fühlen Sie sich abends manchmal leer und ausgelaugt. Sie sind müde, aber dazu leider auch genervt und ungeduldig. Dann haben Sie den Bogen überspannt, sind über ihre Grenzen der Belastbarkeit gegangen. Wie erkennen Sie früh genug, dass es wieder an der Zeit ist, die Batterien aufzuladen?

Wer sich im Kleinen auf und ab des Alltags richtig einschätzen kann, beherrscht die sogenannte Feinabstimmung oder modisch ausgedrückt das „Finetuning". Mit der richtigen Atemtechnik geht vieles leichter:

Machen Sie die folgenden Übungen, wenn:

  • Sie zu schnell sprechen
  • Sie anderen ständig ins Wort fallen
  • Sie das Gefühl haben keine Luft mehr zu kriegen
  • Sie sich zu schnell aus der Ruhe bringen lassen

In die Füße atmen
Verbinden Sie sich wieder mit dem Boden, indem Sie ihre Aufmerksamkeit auf ihre Füße richten. Egal, ob Sie stehen oder sitzen. Egal in welcher Situation Sie sind, nehmen Sie sicheinen Moment Zeit für sich und fragen Sie sich:

  • Sind meine Füße entspannt?
  • Fühlen sich meine Füße kalt oder warm an?
  • Wo ist das Gewicht: vorne, hinten, seitlich?
  • Atmen Sie beim Fragen ein und wenn Sie sich die Antwort geben aus. Damit kommen Sie in einen Fluss, der Sie wieder erdet.

Gewicht verlagern
Wieder geht es um Bodenkontakt. Stehen Sie aufrecht, sinken Sie lässig auf eine Seite, indem Sie ein Beinleicht beugen. Dann verlagern Sie das Gewicht sehr langsam auf die andere Seite, indem Sie sich zuerst vom einen Bein wieder in die Mitte hoch drücken und dann erst auf das andere einsinken. Tun Sie das so langsam, dass Sie genau mitspüren können, wie sich ihr Gewicht verschiebt. Begleiten Sie die Bewegung mit einem Einatmen beim Einsinken und Ausatmen beim Hochdrücken.


Zwei Tipps für den Alltag für Sie:

Prüfen Sie Ihre Rhetorik zwischendurch selbst!

1) Schwierige Besprechungen, heikle Verhandlungen oder einfach eine Streitargumentation für zuhause - sprechen Sie diese vorher kurz auf Diktaphon. Jetzt könnnen Sie leicht feststellen, wo es noch hapert. Am Ton vielleicht? An der Brillanz Ihrer Begründung? Oft klingen die eigenen Sätze nicht mehr ganz so "logisch" und viel unsüffiger als angenommen.

Falle: Leise formulieren - lässt Sie Fehler überhören

 

Selbstgespräche im Auto sind unverdächtig!

2) Sprechen Sie im Auto ruhig laut und argumentieren Sie mit Ihrem imaginären Gegenüber. Vorteil 1: Das ist definitiv weniger ablenkend, als tatsächlich zu telefonieren - schließlich bestimmen Sie alleine, wann die Kommunikation fortgesetzt wird. Jeder wird annehmen, Sie unterhalten sich via Freisprechanlage. Vorteil 2: Auf diese Weise ordnen Sie Ihre Gedanken und bereiten Ihre Formulierungen bereits vor. Wie beim Kartenspiel werden Argumente gereiht und sortiert. In in der Echt-Situation profitieren Sie. Gelassen ziehen Sie Ihre Einwände, Karte für Karte und kommen schneller zum Ergebnis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

<<  <  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  >  >>