Testen Sie Ihren Wortschatz

Kennen Sie die Bedeutung von:

1. Pamphlet [sprich: pamfleet]
A) politische Streit- und Schmähschrift
B) bretonisches Soufflé
C) französisches Sitzmöbel

2. Jaleo [sprich: chaleeo]
A) zweimastiges Segelboot
B) spanischer Tanz im 3/8-Takt
C) besticktes Jäckchen mit ¾ Ärmeln

3. Mundum [sprich: mundum]
A) Reinschrift
B) Schleuse beim Mageneingang
C) mittelalterliches Ornament

4. Daube [sprich: daobe]
A) Schleifwerkzeug des Dachdeckers
B) Seitenbrett eines Fasses
C) Silbenbetonung in der Verszeile

5. Destination [sprich: dästinatsion]
A) Kostprobe
B) Landeplatz
C) Bestimmung, Endzweck

6) Vakat [sprich: wakat]
A) frei, unbesetzt
B) leere Seite in einem Buch
C) Würdenträger eines katholischen Ordens

7. Atoll [sprich: atoll]
A) seichtes Meeresbecken
B) ringförmige Koralleninsel
C) Meerenge

 

Lösungen vom Wortschatz-Quiz:
1A, 2B, 3A, 4B, 5C, 6B, 7B


Body-Talk Reminder

von Robert Süss

  • Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Überzeugen Sie durch ein freundliches, höfliches und entschlossenes Auftreten. Ein Mindestmaß an Grundspannung in Ihrem Körper ist dafür notwendig. Dieser Tonus ist idealer Weise Ergebnis Ihrer körperlichen Aktivitäten und Ihres Bewusstseins. Haltung kommt von halten und deshalb sind Sie aufgefordert, genau das mit ihrem Körper zu tun. Halten Sie ihn aufrecht!
  • Achten Sie schon beim Betreten eines Raumes, dass Sie dies mit geraden Schultern tun. Nehmen Sie sich Zeit, sich selbst die Türe zur Gänze zu öffnen. Lassen Sie Ihren Körper nicht wie ein lästigesAnhängsel Ihres genialen Geistes aussehen. Seien Sie im Hier und im Jetzt. Jederzeit. Führen Sie Ihren Körper so, wie Sie Ihre Sprache führen. Gehen Sie verantwortungsvoll mit Ihrem eigenen Raum um. Das ist der einzige Bereich, wo Sie sich selbst zum Ausdruck bringen können. Definieren Sie Ihren Raum, positionieren Sie sich in dessen Mitte, richten Sie sich vertikal auf und füllen Sie Ihren Raum auch horizontal.
  • Kommunikationsvermögen hängt in großem Maße von der Bereitschaft ab, sich zu öffnen. Führen Sie Ihre Kommunikation pro-aktiv. Halten Sie Ihre Kommunikationskreise offen. Öffnen Sie beim Sprechen das Kiefer, nehmen Sie sich Zeit zu artikulieren und zu modulieren. Öffnen Sie Ihre Arme und Hände während des Sprechens. Laden Sie Ihr Auditorium ein, Ihnen zuzuhören. Nutzen Sie Ihre Gestik um Gesagtes zusätzlich ins Licht zu stellen. Führen Sie Ihren Körper.
  • Wenn Sie auf einem Stuhl Platz nehmen oder sich von Ihrer Sitzgelegenheit erheben, tun Sie das mit dem notwendigen Bewusstsein und der angebrachten Eleganz.Halten Sie Ihren Oberkörper auch dabei aufrecht. Drücken Sie Ihr Gewicht einfach gerade hoch. Weder müssen Sie beim Aufstehen Schwungholen, noch beim Niedersetzen die Tischplatte küssen. Zwängen Sie sichnicht zwischen Stuhl und Tisch. Nehmen Sie sich für Ihre Bewegungsabläufe Zeit und Raum, nicht immer nehmen Sie an einem Effizienzwettbewerb teil. Alles was wirken muss, braucht Zeit. Ihre Sprache ebenso wie Ihre Bewegungen.
  • Da es angeblich immer noch Menschen gibt die unter Kommunikation das Ausscheiden von Killerphrasen verstehen, begegnen Sie solchen Exemplaren so groß und stabil wie möglich. Dies ist immer dann der Fall, wenn Ihr physikalischer Schwerpunkt (Bauch), über Ihrem Vorfuß ruht. Überprüfen Sie also, ob Ihr Gewicht richtig verteilt ist. Nur so sind Sie in der Lage, Ihre verbale und nonverbale Kommunikation im Gleichgewicht zu halten. Und Sie nehmen jedem physischen Überschreiten Ihrer Intimzone und verbalen Angriffen gleich eine MengeWind aus den Segeln. Sobald Sie physische Defensivhaltung zulassen, machen Sie Ihrem Gegenüber Attacken leichter. Zeigen Sie Unerschrockenheit und jeden einzelnen Zentimeter Ihrer Größe.

Energie durch Atmung

Katrin Stuflesser, Abteilung Atemtechnik

Die alten Chinesen sagen, dass wir mit einem Schuss vorgeburtlicher Energie zur Welt kommen. Diese Menge und Qualität ist nicht beeinflussbar. Ob wir robuster oder zarter in unserer Grundausstattung sind, bestimmen sozusagen die Vorfahren.

Was können wir tun? Wir kümmern uns am besten um unseren nachgeburtlichen Energiehaushalt. Auf diesen haben wir nämlich direkten Einfluss. Wir nähren ihn, indem wir uns um die „Basics" kümmern: Atmen - Essen - Schlafen.

Das rhythmische Hin und Her des Ein- und Ausatmens schafft Harmonie im Körper. Ist der Körper einmal ausgeglichen, wirkt das auch auf das geistige Wohlbefinden. Der Kopf wird frei, die Gedanken klären sich.

Versuchen Sie es mit folgender Übung:
Stehen Sie aufrecht vor einem geöffneten Fenster und schwingen Sie die Arme vor dem Körper aus den Schultern auf und ab. Strengen Sie sich nicht an, sondern lassen Sie sich von der Schwerkraft der Arme führen. Die Hände sind locker, die Knie entspannt. Lassen Sie den Atem dazu zuerst fließen. Schwingen Sie solange bis sich ein Rhythmus im Atem einstellt. Genießen Sie eine Weile das so erreichte Zusammenspiel zwischen Bewegung und Atem.

Tief atmen bedeutet sich Raum nehmen. Platz haben heißt Geduld, Zeit und Verständnis haben. Wenn wir schon übervoll sind mit Gedanken, fühlt sich das auch im Körper so an: Wir empfinden Völlegefühl oder Druck. Schaffen Sie sich Raum, indem Sie immer wieder kräftig ausatmen. Am Besten auf „sch....."

 


Begriffe definieren kann man üben

Begriffsdefinitionen
Immer wieder gibt es bei Vorträgen Verständigungsprobleme, weil die Teilnehmer einem Begriff unterschiedliche Inhalte zuordnen. Wichtige Aussagen und Begriffe, die Grundlage für weitere Folgerungen sind, sollten deshalb zunächst definiert werden. Gewöhnen Sie sich an, Begriffe abzuklären, die zu Missverständnissen führen können.
Begriffe definieren ist leichter als die meisten meinen, es lässt sich erlernen und üben. Verwende bei der folgenden Übung bitte keine Nachschlagewerke, sondern versuche es selbst!

Übe einen Begriff zu definieren!
Leistung bedeutet ...
Leistung geht Hand in Hand mit ...
Leistung wird oft verwechselt mit ...
Leistung ist abhängig von ...
Leistung ist wichtig für ...

 


Wenn schon Power Point, dann richtig!

VielenZuhörern geht es bei Power-Point-Präsentation so: Sie glauben, dass schon zwei Stunden vergangen sind und stellen fest - es waren erst zehn Mintuen.

Darum: Beherzige die 10-20-30 Regel:
Zehn Folien sind optimal, denn so belastest Du die Zuhörer nicht mit überflüssigen Inhalten. Treu dem Grundsatz: Informieren und nicht ausbilden!
20 Minuten garantieren die Aufmerksamkeit des Auditoriums. Aus der Lehre wissen wir, nach ungefähr 20 Minuten sinkt die Konzentrationsfähigkeit gegen Null. Darumgib Deinem Publikum die Chance, munter zu bleiben und Fragen zuformulieren. Die anschließende Q&A Runde wird lebendiger ausfallen.
Wie lange dauert welcher Abschnitt?

2-3 Minuten für die Einführung:
Hiermöchtest Du die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf Dich ziehen, Vertrauenwecken und Sympathien gewinnen. Versetz Dich in die Lage deinesPublikums und überlege, was am besten ankommt:
Eine lebhafte Metapher?
Ein paar anschauliche Beispiele?
Aufrüttelnde Daten und Fakten?

14-16 Minuten für den Hauptteil:
Erläutere den Grund des Vortrags und präsentiere deine These. Begründe diese These, indem Du in mehreren Schritten die verschiedenen Aspekte beleuchtest. Auch der Hauptteil ist in verschiedene Abschnitte unterteilt.

2-3 Minuten für den Schluss:
Wer gut gesprochen hat, braucht keine Zusammenfassung am Ende seiner Präsentation. Das Zukunftsszenario stellt dar, wie die vorgeschlagenen Verbesserungen sich auf den Unternehmenserfolg auswirken. Ideal für den  Schluss ist ein deutlicher Handlungsaufruf: der erste kleine Schritt, der zur Lösung führt.
NIEMALS: "Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit"! Lieber dankst du für das Interesse am Thema.

Die meisten Präsentationen sind zu klein geschrieben. So viel Text wie möglich wird hineingepackt. Das verleitet dazu zu lesen und nicht mehrfrei zu sprechen. Sobald das Publikum bemerkt, dass es sich hier um eine Lesestunde handelt, liest es. Menschen lesen schneller als sie sprechen und das führt zu Asynchronität.
Schriftgröße 30 ist perfekt. Ist das zu dogmatisch: Finde heraus wie alt der älteste Teilnehmer ist und teile die Jahre durch 2. Das ist die optimale FontGröße.
Lähmend sind überfüllte Power Point Folien. Arbeite lieber mit Bildern und Grafiken. Der Vortragende sollte durch die Präsentation- nicht durch die Charts führen!

 


„Navi-Stimmen" - selbst besprochen

„Alternative Voices" für die Navigationssysteme im Auto werden immer beliebter. Statt der mitgelieferten Standards kann zwischen Komiker-, Schauspieler- oder Werbestimmen gewählt werden. Viele Firmen wählen die Sprecher ihrer Fuhrparks selbst. Da kommen nicht nur die Promis zum Einsatz! Neben der Synchron-Kehlchen von Bruce Willis & Co haben z.B. auch Niki Riemerschmid und Tatjana Lackner Boardcomputer besprochen. Schon vor Jahren liehen sie den MAN-Trucks ihre Stimme und führen durchs System.

 


Charisma, Carissima!

Rein in den Frühling - genießen Sie Ihre Wirkung!

5 geladene Charisma-Fallen haben wir für Sie entsichert. Im letzten Woman-Interview vom 13. März 2009 hat Tatjana noch nicht alles verraten. :-)


Falle 1: Wer ist verbal banal?

Kennen Sie das? Sie beobachten einen wirklich gut aussehenden Mittdreißiger beim Gespräch. Toller Haarschnitt, gut sitzendes Sakko, schöne Haltung und dann: „Heast waast, wos ma bassiert is ...?"

Akustische Enttäuschung! Wie kann man so gut aussehen und dabei so derb sprechen? Dieser Typ hatte optisch vielleicht „das gewisse Etwas", Ihre Aufmerksamkeit konnte er dennoch nicht halten.

Die Vokale sind die Melodie unserer Sprache und die Konsonanten geben dem Gesagten die Struktur. Gute Eigenpräsentation beginnt daher bereits damit den eigenen Namen wohlklingen zu lassen. Wer seine Worte daher nudelt, wird nicht zu den charismatischen Rednern gezählt.

Tipp:
Arbeiten Sie vor einem wichtigen Meeting oder einer haarigen Präsentation mit dem Diktaphon. Sofort hören Sie, wo Sie klangliche Sympathiefaktoren verlieren und bei welchem Punkt auch inhaltlich noch unterfüttert werden sollte.

Die Erkenntnis:
Inhalt und Form sind wichtige Partner im Charisma-Match!

Unterschieden wird deshalb:

  • Nonverbales

Die Sprache ohne Ton: z.B. Gang, Bewegung, Blick, Duft, protziges Auftreten (in der „Rede-Diät" finden Sie ein Kapitel zu Bodylanguage, Objektsprache, Territorialsprache, ...)

  • Paraverbales

Eine Frage der Atmosphäre:
Wie sind Ihre Sätze „wirklich" gemeint? - Zynisch, überheblich, liebevoll?
Was liest man bei Ihnen „zwischen den Zeilen" alles heraus?
Wie wohlklingend intonieren Sie Ihre Stimmlage?

  • Verbales

Guter Ausdruck macht mächtig Eindruck
Wie bildreich und fesselnd erzählen Sie?
Sind Ihre Einwände beispielhaft und spritzig?


Falle 2: Mehr Zeit für die Hygiene, als für Ihre Persönlichkeit?

Täglich eilen wir von einer Kommunikations-Situation in die andere - da sind Ich-Kompetenzen unerlässlich. Gerade in einer Zeit, in der die Finanzpotenz flöten geht und die Fach-Kompetenz das Rennen nicht mehr allein macht - sind Klartexter gefragt, keine Schwadroneure!

Nicht angelerntes Wissen zählt, sondern Charakterqualität und Persönlichkeit. Wer aufhört daran zu arbeiten, braucht sich nicht wundern, wenn auch die Ausstrahlung langsam verwelkt.

Deshalb:
Charisma-Coach? Aura-Trainer?
Besser nicht!

Wir entwickeln in der Schule des Sprechens lieber unverwechselbare Persönlichkeiten. Vorteil: Persönlichkeitsmerkmale sind a) trainierbar und messbar b) essentiell für Ihre Wirkung.

Die Erkenntnis:
Ausstrahlung hat nur - wer wirkt. "Merk-würdig" sind Menschen, die sich vital und lebendig präsentieren. Gute Eigenpräsentation - auch in den scheinbar kleinen und unwichtigen Momenten - schafft Anerkennung.

Deshalb sollte man sich nicht nur für Präsentationen, Bewerbungen und „wichtige" Gespräche vorbereiten, sondern die wesentlichen rhetorischen Werkzeuge auch im unspektakulären Alltag beherrschen. Was in Fleisch & Blut übergegangen ist - sieht gelassen aus.

Aura, Flair, Chrisma, Ihr persönlicher Duft ... das sind alles positive Qualitäten, die Sie umgeben. Professionell gearbeitet wird jedoch von innen nach außen: Niemand sollte an seinem Parfum „arbeiten", sondern es: a) gut dosieren oder gegebenenfalls b) wechseln.


Falle Nr 3: Selbstvertrauen schmeckt besser selbstgemacht!

Ihr Fremdvertrauen darf nie größer sein als Ihr Selbstvertrauen:
Wer seinen besten Freundinnen mehr glaubt, als seinem Gefühl - der/die ist auf dem Holzweg. Wenn Sie ständig andere um Rat fragen - verlernen Sie leicht auf sich selbst zu hören. Vertrauen in die eigenen Entscheidungen zu entwickeln, ist lernbar! Freundesrat ist nicht immer teuer - schlussendlich macht selber denken erfahren und schlau.

Die Erkenntnis:
Niemand kennt Sie so lange und gut, wie Sie sich selbst - trotz aller blinden Flecken und toter Winkel.


Falle Nr 4: Move your ass - your mind will follow!

Bevor Sie nach einer Niederlage im Job oder einer Kündigung den Kopf in den Sand stecken - gehen Sie lieber ins Fitness-Center und lassen Sie die Beine kreisen. Natürlich hat unsere Außenwirkung eine Menge damit zu tun, wie wir uns fühlen.

Die Erkenntnis:
Gutes Körperbefinden zählt zu den wichtigsten Selbstwert-Nährstoffen.

 


Rhetorische Figuren

Paradoxon - Oxymoron - Antithese

a) Paradoxon, gr. „das Unerwartete"

Erklärung:

Eine zunächst scheinbar wiedersinnige Behauptung, die aber bei genauerer Betrachtung auf eine höhere Wahrheit hinweist.

Beispiele:

  • „Wer sein Leben gewinnen will, der wird es verlieren."
  • „Es ist merkwürdig, wie wenig im ganzen die Erziehung verdirbt."
  • „Alle Frauen werden wie ihre Mutter. Das ist ihre Tragödie. Männer werden niemals wie ihre Mutter. Das ist ihre Tragödie." (Oscar Wilde)

 

b) Oxymoron, gr. oxys „scharf" + moros „dumm": „scharfsinnige Dummheit"

Erklärung:

Verbindung zweier sich logisch ausschließender Begriffe, die in pointierter Absicht eng miteinander verbunden werden.

Beispiele:

  • „Ein dunkler Ehrenmann" (J. W. von Goethe,)
  • „bittersüß"
  • „kalte Glut", „jauchzender Schmerz" (Christian Johann Heinrich Heine)
  • „der süße Schmerz"; „schwarze Milch" (Paul Celan)

 

c) Antithese, gr. Antithesis „Gegensatz"

Erklärung:

Kombination von Begriffen, Gedanken, Wörtern usw., die in direktem Gegensatz stehen. (Kontrastierung). Die Antithese wird hier dadurch erkennbar, dass der Satz "gewendet" wird:

Beispiele:

  • „Ihr habt gehört, dass gesagt wurde... Ich aber sage euch..."
  • „Viele vertreten die These, dass ... und vergessen dabei, die Kehrseite der Medaille"

 


Das "Geschäft" mit Ihrer Meinung

Immer wieder ist Tatjana Lackner Gastreferentin an Universitäten. Im vergangenen Monat war sie an der Hauptuni und trainierte die Studierenden der „Publizistik & Kommunikationswissenschaften":

Meinungsbildung ist wie Essen einkaufen. Auch unsere Nahrung besteht aus einzelnen Informationen. Wichtig ist immer wieder zu kontrollieren, ob diese Informationen trotz der Verarbeitung erhalten bleiben. Wie bei der unbehandelten Tomate - die sich durch den Industrieprozess und Transport bis zum Fertiggericht „Tomatensuppe" verändert - verhält es sich mit Informationen. Auch in der Medienindustrie gehen bis zum Rezipienten wesentliche Aspekte verloren.
Auf die Frage: „Wie bilden Sie sich Ihre Meinung?" antworten die meisten: „Durch Fernsehen, Zeitungen, Internet, Gespräche, etc." Meinungsmacher verkaufen ihr Produkt jedoch nicht ausschließlich, weil sie so seriös und objektiv arbeiten. Viele zwingen uns durch tendenziöse Berichterstattung auf den gedanklichen Trampelpfad der Masse.

Wer nimmt sich schon die Zeit und kontrolliert die eigenen Informationsquellen, bevor er/sie sich eine Meinung zu einem Thema bildet?

Unterscheiden Sie deshalb zwischen primären und sekundären Referenzen! Welche Möglichkeit haben Sie, um an primäre Informationen zu gelangen? Gerade in einer Zeit, in der „Bürger-Journalismus" oder User Generated Content groß geschrieben wird hat man - eingeschränkt - die Möglichkeit Betroffene (z.B.: in Blogs) selbst zu befragen. Es macht einen deutlichen Unterschied, ob Sie aus erster Hand erfahren, wie sich eine Geschichte zugetragen hat!

  • Persönliches Gespräch
  • Telefonat, Brief
  • HTML-Seiten, Blogs
  • Forschungsberichte
  • Dissertationen ...

Bei sekundären Informationen sollten Sie sich nie auf nur eine Meinung verlassen. Gegenexpertisen sind notwenig und Recherchieren ist angesagt, um verunreinigte Quellen auszuschließen.

Nachdem Meinungsbildung mit Journalismus eng zusammen hängen, lohnt es sich unterschiedliche Zugänge hervorzuheben - Journalismus hat schließlich viele Gesichter:

  • Informativer Journalismus

Informationen werden ohne Stellungnahme weiter gegeben, z.B. an Nachrichtenagenturen (z.B.: APA) und von diesen inhaltlich unverändert weiter verkauft.

  • Investigativer Journalismus

Er beschreibt Ereignisse, die erst aufgrund der Recherche eines Journalisten an die Öffentlichkeit gebracht werden, vor allem Skandale. (Z.B. Günter Wallraff, Mathias Broeckers ...)

  • Interpretativer Journalismus

Hier wird eine Nachricht mit der erklärenden Hintergrundinformation dargestellt. (Z.B. Reportage, Bericht, Dokumentation ...)

  • Boulevard Journalismus

Boulevard-Journalismus ist ein wesentlicher Bestandteil der heutigen Medienlandschaft. Simplifizierung, Emotionalisierung und Dramatisierung sind die Mittel, mit denen hier Information und Unterhaltung vermischt werden. Z.B. (Bild-Zeitung, TV-Magazine ...)

  • Meinungsjournalismus

Der Journalist versucht den Leser inhaltlich zu überzeugen. Mit Argumenten und ausgewählten Expertenmeinungen untermauert er seine Sichtweise. (z.B.: Leitartikel)

Tipp: Das nächste Mal, wenn Sie entspannt einen Zeitungsartikel lesen - fragen Sie sich:

  1. Wie neu ist die verkaufte Information?
  2. Woher kommt sie wohl ursprünglich?
  3. Wie seriös ist die Quelle?
  4. Wie viel weiß ich über das Thema noch?
  5. Welche differenzierten Betrachtungen gibt es noch?
  6. Kann ich Fakten von Meinungen trennen?
  7. Wem nützt bzw. schadet diese Information? (welcher Branche, Lobby, Interessensvertretung, Partei ...)

 


Tipps für Ihren Auftritt in der Ballsaison

In Wien finden in der Faschingszeit mehr als hundert große Bälle statt - mit jeweils 800 bis 5.000 Besuchern. Wo sonst gibt es das in Europa? Wer Bälle mag, bereitet seinen großen Auftritt vor - hier einige Gedanken dazu, damit Ihr Auftritt ... wird:

  • erotisch, aber nicht vulgär

Menschen mit natürlicher Erotik wirken anziehend. Zu oft wird dieser Begriff heute mit Sex gleichgesetzt. Erotik hat aber wesentlich mehr mit Sexappeal zu tun, also der fantasievollen Erregung des Geistes, nicht des Körpers. Wer mit Worten, Make-up oder Kleidung zu sehr übertreibt und zwanghaft versucht, sexy zu erscheinen, wird als vulgär empfunden.

  • gewagt, aber nicht gewöhnlich

Extravagantes Outfit kann beeindrucken, wenn Figur und Typus zusammenpassen. Halb gewagt ist ganz gewonnen! Zeigen Sie nicht zu viel Haut! Schönheit und Erotik liegen in der Andeutung. Zu viel Dekolleté, rückenfreie Kleider bis zum Po und Rockschlitze bis zur Taille wirken selten raffiniert.

  • geheimnisvoll, aber nicht selbstverliebt

Menschen, die ihr Herz auf der Zunge tragen, sind nicht geheimnisvoll. Gerne schauen wir hinter Kulissen, wollen Neues entdecken. Wenn uns jemand beim Small Talk schon seine halbe Biografie erzählt hat, macht das meist wenig Hunger auf mehr. Es wirken aber auch die Menschen langweilig, die außer der eigenen Inszenierung wenig Aufregendes zu bieten haben. Manche verirren sich auf ihrem Egotrip, weil sie den Nebel des eigenen Mysteriums nicht mehr durchschauen.

Mehr dazu auf Seite 188 in der "Rede-Diät - 33 Stolpersteine beim Führen und Kommunizieren", Residenz Verlag, Tatjana Lackner und Nika Triebe


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