Wussten Sie schon, dass ...

... die deutsche Brieftaube in der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China ein Statussymbol wie bei uns Porsche, Rolex und Co ist?
... in der russischen Sprache der Begriff für „Ehe" und der Begriff für „Fehler" identisch ist: брак (Brack)?
... es in der finnischen Sprache das mit 19 Buchstaben weltweit längste Wort, das sich vorwärts und rückwärts lesen lässt, gibt: „saippuakivikauppias" - übersetzt etwa „Seifenstein-Verkäufer".
Zu Besuch bei den English Lovers
Jim Libby, deutsch und englischsprachiger Lektor an der Schule des Sprechens und Weltmeister im Improvisationstheater, ist mit seiner Theatergruppe „The English Lovers" und deren preisgekröntem Impro-Theaterstück „The Late Night Theater Jam" ab sofort wieder im Theater in der Drachengasse, 1010 Wien, auf der Bühne zu sehen. Tatjana Lackner unter den Zuschauern: „Ein wirklich gelungener Abend. Besonders gefallen hat mir, dass die Zuschauer bestimmen, welche Themen auf der Bühne gespielt werden. Das Publikum wirft Begriffe und Orte des Geschehens ein und ad hoc nimmt das Stück auf der Bühne eine andere Wendung."

Sometimes sexy, sometimes scary, always original ...
Herzlichen Glückwunsch, Tatjana Lackner!
Die Newsletter-Redaktion hat sich den Geburtstag Ihrer Chefin zum Anlass genommen, um ihr ein bisschen auf den Zahn zu fühlen.

Newsletter Redaktion (NL-Red.): Herzlichen Glückwunsch! Wie fühlt man sich mit 41?
Tatjana Lackner: Pah! Ich bin jetzt also in 19 Jahren 60. Ned schlecht! Das mit dem Altwerden ist nicht schön, aber es steht uns allen bevor. Joan Collins hat mal gesagt: „Wir werden reich an Schönheit geboren und verarmen von Tag zu Tag."
Der Mensch lebt im Komparativ. Mich amüsiert deshalb der Wettlauf: wer altert „echter", gekünstelter, hübscher oder wer verblüht eben schneller. Meine Unmäßigkeit in Sachen Essen, Trinken, Rauchen und Lebenslust wirft mich da ordentlich ins Mittelfeld der Mitvierzigerinnen [lacht]. Aber so viel sei verraten: es braucht schon ganz schön viel um eine Frau chic und optisch knusprig zu halten.
NL-Red.: Was ist für Dich Erfolg?
Tatjana Lackner: Da Erfolg mit Karriere Hand in Hand geht, werden diese beiden Begriffe oft miteinander verwechselt. Karriere hat für mich mit (überregionaler) Bekanntheit zu tun. Erfolg per se bedeutet, beruflich und wirtschaftlich aufzusteigen ohne dabei sein Privatleben zu vernachlässigen. Ich verstehe darunter, in der eigenen Stadt mit seinem Namen für Qualität und gute Leistung zu stehen. Persönlich messe ich mich daran, ob ich geistig, körperlich und seelisch fit bin, mich weiterbilde und den Biss nicht verliere. Das „Stay hungry"-Prinzip muss greifen! Allgemein gilt: erfolgreich ist, wer die Systeme unserer Welt durchschaut, hinter die Kulissen blickt und am Puls der Zeit denkt.
NL-Red.: Was tust Du dafür?
Tatjana Lackner: Wow, das ist aber eine flotte Frage! Na, mal nachdenken. Also gut, ich prahle gerne damit, dass ich seit 2007 tapfere 35 kg abgenommen habe. Wenigstens 30 werde ich im Endeffekt wohl gehalten haben. Ernsthaft nehme ich mir vor, mehr Konzentrations- und Ruhepunkte mit meinen Lieben zu finden. Die deutsche Sprache ist mein Geschäft - da gilt es auch, die Fremdsprachen fit zu halten. Deshalb organisiere ich mir jedes Jahr Französisch- und Englisch-Unterricht. Pah, was sonst ... ah, ja ... ich habe 2011 mein MBA-Studium begonnen. Beruflich behalte ich den Mix aus: "Brain- n' Bring"-Mentality bei.
NL-Red.: Was verstehst Du unter "Brain- n' Bring" Mentality?
Tatjana Lackner: Ich bin sowohl Denkerin als auch Praktikerin. Gleich nach der Matura zuerst eine Buchhändlerlehre zu absolvieren, war für die Familie ungewöhnlich. Diese Entscheidung hat mir jedoch viele praktische Vorteile gebracht wie Kostenrechnung, Bibliografie, Geschäftsfälle lösen, usw. Vieles davon kann ich heute immer noch brauchen. Auf der anderen Seite genieße ich es, auch mal weg vom Tagesgeschäft der Unternehmerin zu lernen. Mit 41 für Klausuren eines MBA zu büffeln zeigt wieder, wie wichtig mir gedankliches Frischwasser UND Praxisnutzen sind.
NL-Red.: Siehst Du Dich selbst als erfolgreich?
Tatjana Lackner: Fast, denn erfolgreiche Menschen haben auch gelernt, zufrieden zu sein. Ich empfinde Zufriedenheit nur situativ und bin oft eine Getriebene. Genial finde ich, dass ich mit beiden Kindern (Christina, 21 und Xaver, 6 Jahre) eine ganz besondere Beziehung habe. Mit ihnen Zeit zu verbringen, bereitet mir riesige Freude und lässt mich strahlen. Beide schaffen es, mich aus meiner „Hirnerei" zu befreien. Mein Kopf ist schon ein besonderes Gefängnis [lacht]. Bekannte Persönlichkeiten aus Medien und Politik als KundInnen zu haben, ist sicher auch ein Erfolgskriterium. Ich mag an meinem Leben, dass ich es mir leisten kann, ehrlich zu sein und mit direkten Worten bzw. „offenem Visier" zu kämpfen.
Gut gelungen ist mir meine Berufswahl - kreative Berufe muss man schaffen, nicht finden! Mein Credo: der Traumjob steckt in Dir, nicht im Markt!
Andererseits ist es im Dickicht des Tagesgeschäftes, das mir eng getaktet jede Stunde ein neues Gesicht gegenüber setzt, nicht immer leicht, zur inneren Ruhe zu kommen. Von meinen Lebensrollen als Mutter, Geliebte, Unternehmerin, Zweiflerin, Denkerin wollen alle die Hauptrolle in meinem Leben spielen. Doch nicht alle kommen täglich ausreichend zu Wort. An manchen Tagen schimpft innerlich „die Mutter" mit „der Unternehmerin", da nicht jede 100% des Tages gestalten darf. Oberhand hat immer eine andere Frauenseite in mir.
NL-Red.: Wofür wirst Du häufig kritisiert?
Tatjana Lackner: Ich glaube für meinen defensiven Pessimismus [lacht]. Ich setze mich nicht voller Optimismus ins Auto und gehe naiv davon aus, von niemandem geschnitten oder bedrängt zu werden. Ich fahre lieber bremsbereit. Das gilt auch für mein Leben - mich kann so schnell niemand enttäuschen, weil ich bereits mit dem worst case rechne. Im krassen Gegensatz dazu bin ich bei neuen Projekten sehr schnell in der praktischen Umsetzung und ganz klar Erfolg suchend. Die Misserfolgs-Vermeider nerven mich dann auch. Deshalb empfand ich das Buch „Smile Or Die - wie die Ideologie des positiven Denkens die Welt verdummt" auch so eine Wohltat. (s. Buchempfehlung)

Wussten Sie schon, dass ...
... der März 2011 der sonnigste März seit 1953 war?
... man im Iran zu Ostern nicht Eier sondern Küken einfärbt?
... in Peru Hühner Eier mit blauer Schale legen? Grund dafür ist die hohe Schwefelkonzentration im Boden der Anden.

Gefangen in der Zeitreligion
Wir alle sind, ohne es bemerkt zu haben, der Zeitreligion beigetreten: Das Erste, was von einem Neugeborenen aufgeschrieben wird, ist die Geburtsstunde. Das Letzte, was von uns übrig bleibt, sind Zeitdaten auf einem Grabstein: von - bis. Dazwischen leben wir nach Stundenplänen, Timern, ... Wir richten uns nach Flugzeiten und den im Kalender eingetragenen Urlaubstagen. Schlimm wird es, wenn wir „zeitreligiöse" Feiertage vergessen: Geburtstag und Hochzeitstag. Natürlich sind vordergründig viele Vorteile damit verbunden, wenn wir Zeit messen und einteilen können. Je behutsamer und geplanter wir mit unseren täglichen 24 Stunden umgehen, umso mehr können wir leisten. Es ist außerdem einfacher, Menschen zu einem fixen Zeitpunkt verabredet zu treffen, als irgendwann in der Dämmerung. Geschäfte nach dem Sonnenstand abzuwickeln, ist in unserem Kulturkreis ebenso wenig empfehlenswert. Schlicht: unser Leben ist besser strukturiert und wir leben lieber kontrolliert.
Wie entwickelt sich die Kommunikation in einer globalen Welt?
"Monochron" versus "polychron" stehen als Bezeichnungen für kulturell unterschiedliche Umgangsweisen mit Zeit. In der interkulturellen Kommunikationsforschung wurde dieses Begriffspaar von Edward Hall eingeführt.
„Poly" bedeutet „viel" und „chronos" hat mit Zeit zu tun - übersetzen lassen sich die beiden divergenten Begriffe also mit „vielzeitig" versus „einzeitig".

Monochrone Menschen betrachten Zeit als etwas Materielles, das weniger wird und sich nicht vermehrt. Folglich muss jeder gut mit dieser Ressource umgehen und darf ruhig auch mal zeitneidig sein. Unser Wortschatz verrät den monochronen Zugang unseres Kulturkreises: „eins nach dem anderen", To do-Listen helfen, „Zeit zu sparen". Schließlich kann „Zeit auch verloren" gehen. Wir schätzen die polychrone Mañana-Mentalität der Südländer nicht unbedingt. Schließlich geht es auf Kosten unserer Urlaubszeit, wenn Vereinbarungen nicht halten. Asiaten, Türken und Araber sind tendenziell polychron organisiert. Verschiedene Kulturen haben sich über die Jahrhunderte auf unterschiedliche Zeitkonzepte geeinigt.
Sprichst Du polychron oder monochron?
Interkulturelle Überschneidungen beeinflussen uns auch in unserer Kommunikationsweise. Wer heute mit CEE-Ländern oder Asiaten verhandelt, weiß, dass unsere mitteleuropäische, monochrone Korrektheit auf wenig Gegenliebe trifft. Unser digitales Verhalten beeinflusst unsere Arbeitsweise ebenso: wer Informationen braucht, googelt und hat "on demand" gewünschte Ergebnisse. Dafür muss man dank Internet, Laptop, iPad & Co nicht einmal mehr das Bett verlassen, geschweige denn das Büro. Niemand braucht noch 2011 ein Verkehrsmittel besteigen, um in die Bibliothek zu kommen und dort zu recherchieren. Ad hoc verschafft sich der Interessierte Überblick und nährt den kurzfristigen Wissensdurst auf Knopfdruck. Wir alle arbeiten an mehreren Projekten gleichzeitig - per Mausklick. Was sind die signifikanten Unterschiede der beiden Zeitkonzepte unsere Kommunikationsstile betreffend?

Polychron Arbeitsverhalten
Kommunikationsstil
| Monochron Arbeitsverhalten
Kommunikationsstil
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