Ich in der Politik?

von Tatjana Lackner

Die Großparteien haben es schon eine Weile nicht mehr drauf. Das politische Personal unseres Landes wird chaotischer statt charismatischer. Dazu kommen Korruptionsvermutungen, Unterausschüsse und Misstrauensanträge gegenüber ehemaligen ranghohen Volksvertretern und sogar einigen derzeit vollaktiven Parlamentariern. All das bestätigt den politischen Pessimisten. Schnell stellt sich neben der Ignoranz zum politischen Tagesgeschäft das bekannte Ohnmachtgefühl ein - samt der Überzeugung: „Nein, ich will neben meinem 29-Stundentag nicht auch noch im Parlament aufräumen gehen. Daheim muss ich das eh."

Stimmt, es schmeichelt mir, in den letzten Jahren immer öfter gefragt zu werden - und das nicht von Frank, der auf den Stomach schlägt - ob ich ein politisches Amt bekleiden möchte. In Deutschland würd’ ich wahrscheinlich sogar „ja, ich will“ sagen. In der bezaubernden Alpenrepublik langt es mir bei weitem den einen oder anderen Minister samt seinem Kabinettschef für TV-Auftritte, Wahlkampf-Duelle und Parlamentsreden zu trainieren. Wen aller? Lieb, dass Sie nachfragen, aber dies sind definitiv nicht die leuchtenden Referenzbeispiele meiner harten Arbeit. Mir geht es hier wie dem Fußballtrainer des Österreichischen Nationalteams. Nicht einmal name dropping kann man da betreiben. Oder fällt Ihnen jemand aus dem hohen Haus ein, mit dem es sich herrlich angeben ließe - als eine der ersten Rhetorik-Adressen des Landes? Eben, mir auch nicht. Sofort würde ich stolz losprahlen, hätte ich Müntefering oder Westerwelle im Training - egal, ob sie in deutschen Landen gelegentlich Lachnummern abzogen. Bei uns wären sie jedenfalls Staatsmänner.

Zur Bürgerpflicht gehört es wählen zu gehen, das tue ich stets und mit Vorliebe „weiß“!

Warum ich nicht in die Politik mag? Weil ich Angst hätte, mich an einem Arbeitsplatz wie dem Parlament nicht lange benehmen zu könnte. Schließlich bin ich cholerisch, kritisch und ein Qualitätspingel. Nur um zu beweisen, dass eine Parlamentsrede nicht öde oder peinlich sein muss, dafür wäre sogar ich mir zu schade. Ja, stimmt, meine Reden wären garantiert knackiger und eine rhetorisch angenehme Brise für die verstaubten Kollegen. Und more entertaining wär ich auch. Aber das wird wohl ein Leben lang nur eine Behauptung sein, da ich den Beweis schuldig bleibe. Klar ist, dass es die interviewenden Quietschmäuse aus den Redaktionsstuben nicht leicht hätten mit mir. Natürlich würde ich den einen oder anderen Klugschwätzer publikumswirksam brüskieren - das habe ich schließlich von der Pieke auf gelernt. Nein, ich wäre nicht Everybody’s Darling, sondern - wie in meinem Normalo-Leben jetzt auch: polarisierend. Um klare Pole will ich auch gebeten haben. Und PR-politisch würde mir auch keiner helfen, da ich als einzige im Land dann nicht „zur Lackner“ gehen könnte. Als tiefgläubige Agnostikerin weiß ich, dass auch keine spirituelle Unterstützung von oben zu erwarten ist. Hinzu kommt, dass ich zwar ein schlaues und bekanntlich wortwitziges Kerlchen bin, das selten vom „Guten im Menschen“ ausgeht. Optimismus an sich halte ich deswegen generell für einen Mangel an Informationen. In einem Leben, das fix tödlich endet, ist mit positivem Ausgang eben nicht zu rechnen. Ich kann deshalb das Bedürfnis nach einem Happy-End gut nachvollziehen, aber die „Ende-gut, alles-gut“-Einfältigeit der „Positiv Denken“-Neurotiker nicht verstehen.

Mach Mut oder mach Witze!

Mit zuversichtlichen Gedanken ausgestattet stürmen die politisch angetschecherten Mutbürger und Wutwürger die Wählerlisten von hier bis Deppenhausen. „Mambo Nr. 6“ bietet einen Hitmix aus vielen Splittergruppen rund um männliche Vornamen. A little bit of „Team Frank“ (Stronach) hier, „Liste Martin“ (Hans-Peter) und „Liste Fritz“ (Dinkhauser) dort. Daneben die Verehrer von Vierbeinern und Natur, wie „MUT“ (Mensch Umwelt Tierschutz) bzw. „TRP“ (Tierrechtspartei), „PUMA“ (Partei für Umwelt, Mensch und Arbeit) oder „Kiebitz“ in Vorarlberg. Auch durchaus skurrile Titel finden sich auf den bunten Bürgerlisten und politischen Gruppierungen unseres Landes: „Die Gsiberger“ oder „RETTÖ“ („Rettet Österreich“). Es klingt fast so vertraut provinziell wie beim Songcontest. Nur von der ehemaligen Gadaffi-Partei-Österreich, der „weißen Friedenspartei“, weiß man nicht, ob es sie noch gibt. Auch wurscht, gell?


Trainerprüfung Oktober 2012

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Ja, wir kümmern uns gerne selbst um gute Konkurrenz auf dem Markt. Die Schule DES SPRECHENS bildet jedes Jahr Sprech- und KommunikationstrainerInnen aus.

Egal wo in Österreich Sprechen oder Kommunikation trainiert wird - die meisten guten TrainerInnen besuchten die Kaderschmiede des Sprechens. Viele Trainerkarrieren haben bei uns begonnen. Klingende Namen wie Andrea Radakovits (ehem. Ö3), Daniela Zeller (ehem. Ö3), Luzia Nistler (ehem. Musicalstar), auch einst Susanne Lefèvre (Die Schule des Sprechens) stiegen aus alten Jobs aus ... wir haben sie auf ihrem Weg fachlich fit gemacht.

Neben der Diplomarbeit und dem Trainerprüfungskatalog muss ein Probeunterricht vorbereitet werden. Vor einer Jurykommission präsentieren die Trainees ihre Diplomarbeiten. Durch ein Rollenspiel wird gezeigt, wie mit "schwierigen SeminarteilnehmerInnen" lernpädagogisch richtig umzugehen ist.

Am Mittwoch, dem 24. Oktober 2012, haben sowohl Dipl. BW (FH) Jürgen Isensee als auch Jeannine Mik mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden. Wir gratulieren und freuen uns mit beiden. Jürgen hat Tatjana im Rahmen eines Seminares kennengelernt und sich nach und nach in die "Neue Rhetorik" verliebt. Jeannine hat Tatjana und Nika schon im Alter von 15 Jahren kennengelernt. Damals haben die beiden an der Vienna Business School einige HAK-Schulklassen rhetorisch fit gemacht. Jeannine absolvierte an unserem Haus gleich zwei Ausbildungen: zuerst die Sprecherausbildung (ebenfalls mit ausgezeichnetem Erfolg), und möchte sich nun neben ihren TV-Koch-Sendungen bei Puls 4 gerne um junge Videojournalisten und deren Sprache kümmern. Die Diplomarbeit dazu hat sie jedenfalls schon geschrieben und gut gemacht!

 

In der Prüfungskommission bewerteten:

Heidi Mathias (hm creative consulting) aus Deutschland,
Mag. Rudolf Mayr, MBA (MBA Management Business Academy GmbH) und
Christine Wirl (Magazin TRAiNiNG).


MBA mit magna cum laude beendet

tl mba

Tatjana hat es geschafft! Ihre letzte Diplomprüfung ist gelaufen und das MBA mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden.

An der Privatuniversität hat sie neben Arbeit, Kindern und kilometerreichen Vortragstouren ihre Masterthese für das MBAgeschrieben. Auch ihren Lehrgang zur Diplom Betriebswirtin hat sie fertig gemacht und vorher viele Hausarbeiten und Klausuren absolviert.

Zudem wartet ein neues Buchprojekt in der Pipeline, für das ihr noch der Titel fehlt.
Dafür hat ihr Name einen neuen dazugewonnen. :-)

Tatjana Lackner, MBA


Wussten Sie schon, dass ...

schnee


... der Pariser Eiffelturm bei Minusgraden um bis zu 15 Zentimeter schrumpft?

... keine Schneeflocke der anderen gleicht?

... die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit, wie wir sie heute kennen, erst 1980 eingeführt wurde?

 

Bildquelle

Quellen:
http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/winterzeit-13-fakten-zur-zeitumstellung-1.3046092
http://www.focus.de/wissen/natur/tid-20942/winter-sieben-fakten-ueber-schnee_aid_588032.html


Zitate-Quiz

Zitate haben einen großen Vorteil: Sie haben den Faktor Zeit überdauert! Niemand würde Caesar zitieren, hätte er gesagt: „Nach Beschreitung des Ortes und Überblick der Lage, schien mir der Erfolg sicher." Besser war wohl sein: „Ich kam, sah und siegte.", das heute sogar in der schnellsten Kommunikation - der Werbung - immer noch verwenden wird: „VENI, VIDI, VISA".

Aus wessen Feder könnten die folgenden zwei Zitate stammen?


1. „Die Schönheit brauchen wir Frauen, damit uns die Männer lieben; die Dummheit, damit wir sie lieben.“

a) Lilo Wanders „Wa(h)re Liebe“

b) Coco Chanel (1883-1971), französische Modegöttin

c) Alice Schwarzer im Editorial der ersten Emma

d) Prinzessin Lillifee erklärt Schweinchen Pupsi die Welt

 

2. „Jeder Kunde kann sein Auto in jeder Farbe anstreichen lassen, die er will, vorausgesetzt, es ist Schwarz.“

a) Henry Ford (1863-1947), Gründer der Ford Motor Company in Detroit

b) Ferdinand Porsche (1875-1951), Gründer der Firma Porsche in Stuttgart

c) Heinz-Harald Frentzen, Formel - 1- Vizeweltmeister von 1997

d) Felix Magath, Angestellter der Volkswagen AG

 

Die Auflösung finden Sie am Ende des Newsletters.

 

Quelle:
Das Zitate-Quiz von Homer bis Simpson
Fischer Taschenbuch Verlag, September 2012

 

Die Auflösung:
1. b) Coco Chanel (1883-1971), französische Modegöttin
2. a) Henry Ford (1863-1947), Gründer der Ford Motor Company in Detroit