Interview mit Tatjana Lackner

Tatjana Lackner wieder mal als Kommunikations-Expertin bei Pro 7 Austria News und Café Puls TV gefragt. Im Fokus ihres Interviews stand Christian Wulff, deutscher Bundespräsident und sein Mediendebakel. Auch unsere Newsletter-Redaktion (NL-Red.) hat bei ihr nachgefragt:

NL-Red.: Beim österreichischen Lieblingsnachbarn bröselt die Staatsspitze. Welches Bild bietet sich dem geschulten Betrachterauge?

Tatjana Lackner: „Bild" ist hier wohl das wesentliche Stichwort. Wir leben in einer Mediendemokratie und klar ist, dass der Springer Verlag bzw. die „Bild"-Zeitung mächtiger sind, als der Notar im Schloss Bellevue, also der Staatspräsident. Januar ist nicht gerade die auflagenstärkste Zeit und etwas Besseres, als die Privatkredit-Affäre des deutschen Bundespräsidenten hätte Kai Diekmann, Chefredakteur der Bild, nicht passieren können. In der Redaktion wünscht man sich: „Profit Neujahr!"

NL-Red.: Soll das heißen, dass Wulff ein „Medienopfer" ist?

Tatjana Lackner: Zuerst einmal ist Wulff Täter, denn er sollte dem Bundesbürger Vorteile verschaffen, nicht sich selbst. Dann ist er superschlecht - bzw. dieser Tage offenbar gar nicht - beraten. Es ist schon ungewöhnlich, wenn der mächtigste Mann im Staate höchstpersönlich beim Chefredakteur anruft und dann auch noch Nachricht auf der Mailbox hinterlässt. Das ist nicht einmal mehr patschert. Die Polit-Soap könnte den Titel tragen: „Wenn er die „Bild" pflanzt, sie mit dem Wulff tanzt!"

Zum Medienopfer wird Wulff daher erst in zweiter Linie: es ist mittlerweile bekannt, dass das ominöse Telefonat deutlich VOR der ersten Zeitungsmeldung stattgefunden hat. Strategisch clever wurde dies von der „Bild" jedoch erst Monate später medial „gespielt". Hier wäre professioneller Rat und ein guter Kommunikations-Stratege für den Präsidenten sinnvoll gewesen.

NL-Red.: Hätte man ihm rechtzeitig helfen können?

Tatjana Lackner: Wäre ich sein Polit-Coach gewesen, dann hätte er schon im alten Jahr die Karten auf den Tisch gelegt. Vor Weihnachten waren die Menschen mit sich beschäftigt, über den Jahreswechsel wären die Umfragewerte dann schlechter gewesen, aber wieder kompensierbar. „Bild" hätte so definitiv keinen Joker mehr in petto gehabt und die Sache nicht „auf Fallhöhe hoch schreiben" können.
Die gekonnte Salamitechnik der „Bild"-Redaktion - also nach und nach Infos rauszurücken - hilft nur der eigenen Auflagenvermarktung. Wulff musste seit November darauf permanent reagieren und singt laufend Entschuldigungsarien in U-Moll. Das schadet anhaltend und baut stückchenweise Vertrauen ab. - Davor hätte ihn ein guter Kommunikationsberater bewahren können. Ich wollt' schon anrufen - wollte aber auf seiner Mailbox keine Nachricht hinterlassen!

NL-Red.: Was versteht man im Journalismus unter der „Fallhöhe"?

Tatjana Lackner: Viele Sportler, Stars, Politiker werden vorher gehypt, um sie „auf Fallhöhe zu bringen", um ihren medialen Absturz anschließend zu dokumentieren und sie „runter zu schreiben". Davon konnte 2011: Madonna, Demi Moore, ja sogar Wolfgang Schüssel ein Lied singen. Einziger Nutzen: erhöhte Print-Auflagen und teuer verkaufte Medienbeiträge. Das folgt dem Gesetz von „Brot und Spiele" in der modernen Medienwelt, einer Mehrheitsdiktatur. Sensationen werden heute gemacht, davon leben ganze Industrien. Clever ist daher, wer medial wenig Fläche bietet und zur richtigen Zeit mit offenem Visier handelt.

NL-Red.: Kann Christian Wulff den Deutschen noch ein guter Präsident sein?

Tatjana Lackner: 2015 wird in Deutschland neu gewählt. Klar ist: in den „Bild"-Giftschränken warten noch einige Details, die ihn weiter diskreditieren werden. Er hat keine angenehmen Amtsjahre vor sich, wenn er sich im Sattel hält. - Damit ist er zu einem Staatsoberhaupt auf Abruf geworden. Wenn morgen in Deutschland eine nukleare Katastrophe ausbricht, ist fraglich, ob man seinen Anweisungen und Worten ausreichend Vertrauen schenkt. Da hat die Kanzlerin sicher immer noch mehr Peut-Être. Unter dem Strich muss man sich immer auch fragen: wer aller profitiert vom Fall eines Politikers?

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So feiern wir

Viele Chefs wissen nicht einmal, wann ihre engsten Mitarbeiter Geburtstag haben. Als Kinder bekamen wir Geburtstagstorten, im Erwachsenenleben ist das selten. Deshalb freuen sich die TrainerInnen und MitarbeiterInnen in unserem Haus, dass sie von ihrer Chefin jedes Jahr mit einer Torte in der Lieblingsgeschmacksrichtung und liebevollen Geschenken verwöhnt werden.

Im Dezember gab es wieder viel zu feiern!


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Quelle: Nutella hat Lichtschutzfaktor 9,7: Die volle Dosis unnützes Wissen

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Frank Hoffmann, Schauspieler, Moderator und begehrter Workshop-Lektor an der Schule des Sprechens im Interview:

 

(Pdf download, 3,55 MB)


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Quelle: http://www.dasinternet.net/, http://de.wikipedia.org, http://www.amazon.de

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