Die französiche Riviera

von Tatjana Lackner

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Einer der Gründe, warum ich mich rund um Cannes und St. Tropez im Frühjahr besonders wohl fühle, besteht darin, dass es hier noch ein bisschen so ist, wie bei uns in den besseren Jahren. Damals, als noch keine Raika-Schilder ein Dorfbild verschandelten oder andere hässliche Reklameaufsteller verrieten, wer das Sagen im Ort hat. Die Straßen waren noch nicht alle befestigt. Stattdessen gab es viel wilde Natur. Diese hatte nichts mit den Pröll-frisierten Landschaften oder regulierten (und dann wieder deregulierten) Bachläufen zu tun. Zudem kommt ein entscheidender Faktor, der leider in ganz Österreich fehlt: das Meer!

Ungeschminkte Natur, zudem geschminkte Gesichter stellen für das Auge einen wohltuenden Betrachtungsbogen dar. Goethe hatte völlig recht, als er Faust im Monolog des „Osterspaziergang“ die Sehnsucht nach dem Frühling sowohl durch die blühende Farbenpracht, als auch durch „geputzte Menschen“ stillen ließ. Meinen verspäteten Osterspaziergang mache ich deshalb jedes Jahr an der Promenade de la Croisette. Egal ob man lieber Autos, Yachten, Design, hübsche Gesichter, Dessertkreationen, tolle Blumenarrangements oder Mode mag – hier ist es bunt und trés chic. Eine Eigenschaft, die Wien von Jahr zu Jahr mehr abhanden kommt. Unsere Stadt ist schön, die Menschen darin immer weniger. Der Graben und die Kärntner Straße sind schon längst nicht mehr, was sie einmal waren. Langsam sind die Touristen feiner gekleidet, als die Wiener selbst. Sogar auf den alten Fotografien zwischen den Weltkriegen sahen die Frauen besser hergerichtet aus als heute. Sich „stadtfein machen“ galt lange als Tugend – allerdings bevor es an jeder Ecke Pimkie, Zara und H&M gab.

Wien wäre wahrscheinlich die beste Stadt der Welt, würde sie am Meer liegen. Kreisky hat dem Wunsch nach Wasser und Erholung versucht mit der Donauinsel nachzukommen. Heute ist bald der Kanal gastronomisch besser beisammen als die Copa Cagrana.

Dennoch: gerne komme auch ich wieder heim. Leben wie Gott in Frankreich ist auf Dauer unerschwinglich und führt zu Gewichtsjojo. Statt „Merci“ besser: Mercer! Laut dieser Studie1 (Mercer’s Quality of living ranking 2012) liegt Wien schließlich zurecht wieder auf Platz 1 weltweit.

1http://www.mercer.com/articles/quality-of-living-survey-report-2011


Nachtzug nach Lissabon

von Tatjana Lackner

Der Lateinprofessor Raimund Gregorius hält eine junge Portugiesin vom Selbstmord ab. Mit dieser Begegnung bricht er erstmals aus dem Trott seines eigenen faden Lebens in Bern aus. Dieser Tag verändert für ihn alles. Die Unbekannte ist zwar fort, doch in ihrem Mantel finden sich: ein kleines Buch und ein Zugticket nach Lissabon. Der Schweizer liest das Buch vom portugiesischen Arzt und Denker Amadeu de Prado. Die Zeilen berühren in tief. Kurz entschlossen nützt er das Ticket, besteigt selbst den Nachtzug nach Lissabon und begibt sich damit auf die Suche nach dem Autor. Dort angekommen verwebt er sich selbst in das Leben des verstorbenen Schriftstellers. De Prado ist bereits verstorben - er lebte zu Zeiten der Salazar-Diktatur und kämpfte damals im Widerstand. Gregorius trifft jedoch Prados Vertraute von damals und arbeitet sich durch seine Biografie. Diese Reise führte den Professor nicht nur in ein fernes Land, sondern schließlich immer mehr zu sich selbst.

Drei Zitate aus dem Film:

"Wenn wir an einem Ort waren, und sei es noch so kurz, und ihn dann wieder verlassen, bleibt immer etwas von uns dort zurück."

„Ist es nicht in Wahrheit so, dass nicht die Menschen sich begegnen, sondern die Schatten, die ihre Vorstellungen werfen?“

„Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist - was geschieht mit dem Rest?“

Internationale Co-Produktionen bieten oft einen wilden Mix aus unterschiedlichen Nationalitäten. Aus welchem Land die Geldgeber kommen, bestimmt dabei über die Fragen: „Wer darf im Film mitspielen?“ und „Wo wird überall gedreht?“ Genau dieser Mix verlieh der Verfilmung von Pascal Merciers Bestsellerroman das besondere Aroma. Alle Schauspieler versuchten sich mehr oder weniger an der portugiesischen Sprache. Das klang dann je nach der eigenen Herkunft des Stars höchst unterschiedlich. Bruno Ganz beispielsweise kommt aus der Schweiz, Martina Gedeck aus Bayern, August Diehl aus Berlin, Lena Olin aus Stockholm, Mélanie Laurent aus Paris. Bei den britischen Filmkollegen: Jeremy Irons, Jack Huston, Charlotte Rampling und Sir Christopher Lee klangen sogar dieselben Namen unterschiedlich. Egal. Viele Filmkritiken hackten zudem darauf herum, dass die Buchvorlage und die politischen Umstände zu sehr in den Hintergrund rutschten.

Fazit: Dem dänischen Regisseur Bille August ist wieder einmal gelungen, eine umfangreiche Produktion zu stemmen. Dabei hat er viele sehenswerte Spuren auf der Leinwand hinterlassen. Sequenzen voller Poesie, Liebe und philosophischen Zitaten.


Häppy Birthday!

Die Schule des Sprechens wird volljährig

 

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Knapp zwanzig erfolgreiche Jahre - Zeit für einige persönliche Fragen an Tatjana Lackner:

NL-Redaktion: Die Bestseller „Rede-Diät“ und „Be Boss“ haben Furore gemacht, was bedeutet für Dich Erfolg?

Tatjana Lackner: „Erfolg“ per se bedeutet: beruflich und wirtschaftlich aufzusteigen, ohne dabei im Privatleben emotional „in Konkurs“ zu gehen. Ich verstehe darunter, in der eigenen Stadt mit seinem Namen für Qualität und gute Leistung zu stehen und dabei Ecken und Kanten zu behalten. Persönlich prüfe ich regelmäßig, ob ich geistig, körperlich und seelisch fit bin, mich weiterbilde und den Biss bzw. das Charisma nicht verliere. Erfolgreich bleibt nur, wer die Systeme unserer Welt durchschaut, hinter die Kulissen blickt und am Puls der Zeit denkt. „Erfolg“ hat jedoch auch zu tun mit „erfolgen“!

Für Unternehmer gilt: Wer die ersten drei Jahre nicht mit vollem Einsatz arbeitet, macht etwas falsch. Wer jedoch Jahre später noch immer so im Hamsterrad läuft wie in der Gründungszeit, der macht es auch nicht richtig. Mein Mot „Arbeite hart, aber nicht für die Klinik!"

 

NL-Redaktion: Wo ist Kommunikation komplexer als früher?

Tatjana Lackner: Stille ist Luxus geworden. Die maximale Länge eines Klingeltones beträgt 40 Sekunden. Alle 40 Sekunden bringt sich weltweit ein Mensch um. Stille für immer. Beides: Fakten unserer Zeit. Kommunizieren wir zu viel oder zu wenig? Es ist außen „zu laut" und innen „zu leise" geworden.

 

NL-Redaktion: Was also können wir tun?

Tatjana Lackner: Wir haben ein riesiges Angebot, permanent im Austausch mit anderen zu stehen (Facebook, Twitter). Das ist Arbeit fürs Ego, nicht für die Seele. Das kann bereichern und gleichzeitig auslaugen. Wer nichts mehr zu tauschen hat, fühlt sich schneller wertlos. Immer seltener treten Menschen in Kontakt mit ihrer inneren Welt. Sie orientieren sich nur am und im „Außen". Dort findet aber nur ein Teil des Lebens statt. Seelenarbeit sieht jedoch anders aus und gehört ebenfalls zur Kommunikation. Im Theater heißt das Genre „Innerer Monolog". Auf Facebook kann man sich keine Gedanken machen. Dort kann man nur "schreibspeiben", aber nicht hirnen. Menschen sollten sich viel eher ihre Gedanken mit aufs Sofa nehmen anstelle Zeitung, i-Pad oder Fernbedienung. Kommunikation mit sich selbst kann bereichern.

 

NL-Redaktion: Mehr als 200.000 Hits auf YouTube. Du bist seit zwanzig Jahren auf dem Trainermarkt etabliert. Was musst Du heute noch dafür tun, um erfolgreich zu bleiben?

Tatjana Lackner: Wow - eine flotte Frage. Gute Trainer entwickeln Menschen UND sich selbst. Das gelingt nur, wenn auch die eigene Entfaltung genug Luft hat. So, wie die Lunge Sauerstoff braucht, brauche ich Zeitfenster, um kreativ arbeiten zu können. Zwischendurch muss ich deshalb terminleer bleiben und in meinem Rhythmus schreiben, fotografieren, recherchieren, lesen und studieren.

Geistig überwinde ich mich lieber als körperlich. (lacht) Aber auch hier wird die Disziplin besser: Seit 2007 hab ich tapfere 36 kg abgenommen, das war schon ein bissl Arbeit. Wenigstens minus 30 kg habe ich im Endeffekt auch gehalten. Gerne möchte ich meine Fremdsprachen fit halten. Jedes Jahr organisiere ich mir Französisch- und Englischunterricht.

 

NL-Redaktion: Was ist Dein Motto als Unternehmerin?

Tatjana Lackner: Meine Überzeugung: „Der Traumjob steckt in Dir, nicht im Markt!"

Es geht um hirnen UND handeln! Ich komme aus einem philosophischen, politisch engagierten und künstlerischen Elternhaus, das für meine Argumentation und die gedankliche Querbeschleunigung hilfreicher war als für die Buchhaltung.

 

NL-Redaktion: Wie schaffst Du das alles so voller Energie? Du hast zwei Kinder (1990 und 2005), ein renommiertes Unternehmen mit 46 Trainern, viele Vorträge im In-und Ausland. Dieser Tage wurde zudem Deine dritte Fotoausstellung in der Bank Austria verlängert ... Betrachtest Du Dich selbst als erfolgreich?

Tatjana Lackner: Es gibt Menschen, die leben lieber „gemütlich"; dort, wo ich es aufregend brauche. Ich bin schrecklich gern vielseitig, das hilft mir mein Leben auf mehreren Kanälen zu gestalten und mehr als nur einen Blickwinkel einzunehmen. Andere sind dafür vielleicht seltener traurig oder zynisch. Ich hingegen kann am Boden zerstört sein und bin sicher ein sehr intensiv lebender Mensch mit hohen Gefühlsamplituden.

Genial finde ich, dass ich mit meinen Kindern (Christina-Antonia und Xaver Louis) eine ganz innige Beziehung pflege. Wir sind emotional sehr eng miteinander verbunden. Da stehen unsere jeweiligen Partner sicher ein Stückerl außerhalb. Den Kern der Familie bilden wir drei Lackners. Niemand bringt mich so zum Lachen wie meine Tochter. Sie ist unglaublich pointiert und kann Menschen atmosphärisch berühren. Mein Sohn ist verrückt nach seiner Schwester. Er liebt mich sehr, aber sie ist seine Number One. Nachdem er in einem internationalen Umfeld aufwächst, ist seine offene Betrachtungsweise der Welt gegenüber für mich oft wohltuend.

Jeden Morgen bringen meine Tochter und ich den Kleinen zum Schulbus, danach startet unser Tag in einem Coffeeshop. Hier wird der anstehende gemeinsame Arbeitstag besprochen.

Beide Kinder schaffen es, mich aus meiner „Grübelei" zu befreien. (lacht)


Wussten Sie schon, dass...?

 

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... man mit Botox chronische Migräne behandeln kann?

 

... ein Viertel der Wiener Studenten alkoholabhängig ist?


... Deutsch zu den zwei meistbenutzten Sprachen im weltweiten Netz gehört?

 

... 120.000 Wiener UnternehmerInnen für über 550.000 Menschen Arbeit schaffen? Und ihren eigenen Job sichern sie auch.

 

 

Quelle:

http://diepresse.com/home/galerien/601276/Wissensblaehung_Wussten-Sie-dass-?gal=601276&index=2&direct=&_vl_backlink=&popup=


http://enominepatris.com/deutschtum/wussten_sie.htm

Wirtschaftskammer Wien

Bildquelle


 

Neu im Programm: Kommunikations-Screening

 

lacknerstehtLernen Sie Ihr Gegenüber lesen! Laufend müssen wir im beruflichen Alltag unsere GesprächspartnerInnen einschätzen. Dabei geht es darum, schnell zu erkennen, was die jeweiligen Stressoren und Motivatoren des anderen sind. Es gibt viele Situationen, in denen wir am liebsten Gedanken lesen könnten, um im Gespräch zu punkten. Viel zu oft ist uns unklar, wodurch die Agenda gerade ins Stocken gerät.

Will mich der Controller mit den internen Kosten auf den Arm nehmen? Versteht mich die HR-Chefin bei meiner Mitarbeitersuche absichtlich falsch? Wieso schaut der Kunde ausgerechnet bei meiner Idee zu seinem neuen Produktlaunch so skeptisch?

Im Kommunikations-Screening werden alle drei Bereiche der Sprache durchleuchtet:

Das Verbale Ihres Gesprächspartners

  • Was verrät die Stimme?
  • Wie entlarvend sind Sprache und Wortwahl?
  • Welche „Killerkönige“ regieren auf der andere Seite des Besprechungstisches?

Das Nonverbale Ihres Gegenübers

  • Ganganalyse und Körpersignale unter der Lupe
  • Objektsprache gibt Ihnen viele Informationen über Präferenzen
  • Territoriale Sprache beschreibt den Anspruch Ihrer „Zielperson“

Das Paraverbale Ihres Vis-à-Vis

  • Der X-Faktor in der Kommunikation: Botschaften zwischen den Zeilen
  • Wofür hält sich der Gesprächspartner? Ist er ein Töner oder sie eine Säuslerin?
  • Wer den Subtext erkennt, versteht die Absicht der Sender

Egal ob Verkaufsgespräche, Präsentationen oder interne Meetings immer geht es um die „Gates“, Statusspiele und Absichten der TeilnehmerInnen. In diesem Seminar weiht Sie die Kommunikations-Profilerin Tatjana Lackner in die Kunst ein, Menschen „zu lesen“.

 

Erster Termin:

Freitag, 10.05. von 16.00 - 18.00 Uhr mit Tatjana Lackner


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