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“Die Google-Falle“ Sobald ein Computer-Nutzer einen Begriff in die Suchmaschine Google eingibt, beginnt die Google-Maschinerie zu arbeiten. Und damit auch ein Netzwerk von Server-Zentren und Datenbanken, das Suchanfragen von 700 Millionen Google-Usern speichert und verknüpft. In dreizehn Kapiteln wird an Hand von Fakten bewiesen, dass Google nicht mehr (nur) die kunterbunte, freundliche Firma, sondern der eifrigste Datensammler der Welt ist. Kurier-High-Tech-Experte Gerald Reischl versucht in seinem neuen Buch “Die Google-Falle“ nach neun-monatiger Recherche die wahren Absichten des Konzerns Googles zu Tage zu fördern. Google will – laut Reischl – zum größten Händler und Archivar von Informationen werden, den Werbemarkt dominieren, drängt ins Telekom-Business und in die Genforschung. “Die Google-Falle“ zeigt auch auf, welche Versäumnisse Europa gemacht hat und warum sich hier das Problem-Bewusstsein rascher entwickeln sollte. Manchen Lesern wird auf den ersten 40 Seiten eher Lust auf die Googlewelt gemacht. Für österreichische Verhältnisse klingt vieles, was Reischl als gefährlich beschreibt, eher wie ein anstrebenswerter Arbeitsplatz im Hollywoodfilm. Die Frage, was all das mit dem User beim „Googeln“ zu tun, bleibt unbeantwortet. Okay, wir bekommen mehr Werbung und irgendwo hortet jemand irgendwelche Infos über uns. Na, und? Reischl besticht durch süffigen Schreibstil und es macht insgesamt großen Spaß das Buch zu lesen, wenn man Einblick in amerikanische Konzerne erhalten möchte. Die Google Falle Die unkontrollierte Weltmacht im Internet ISBN 978-3-8000-7323-8 Gerald Reischl, Verlag Ueberreuter, 19,95 Euro Ein Buchtipp für alle, die 0815 Präsentations-Ratgebern satt haben. Ein Praxisbuch für Topmanager, um am internationalen Parkett gute Figur zu machen. Wer mal rasch nebenbei lesen möchte hat hier jedoch die falschen Lektüre. Es werden keine Gewinnformeln vermittelt, sondern konkrete Analysen der öffentlichen Auftritte von der Crème de la Crème des Business. Topmanager wollen nicht nur strategische Planer sein, sondern auch immer mehr gute Selbstdarsteller. Für ihre Auftritte setzen sie Mittel ein, die sonst vor allem im Theater zum Zuge kommen. Durch Beleuchtung, Kulissen und ausgefeilte Rhetorik wollen Banker und Autobosse ihr Publikum bei Hauptversammlungen, Presse- und Analystenkonferenzen in den Bann ziehen. Brigitte Biehl zeigt, welche Inszenierungsstrategien genutzt werden – und wie sie tatsächlich wirken. Denn oft tritt die gewünschte Wirkung gar nicht ein. Von geglückter Manipulation des Publikums kann bei Auftritten von Topmanagern und Vorständen großer Konzerne häufig nicht die Rede sein – plump und pannenreich missmanagen viele ihre Rolle auf der Bühne. Woran das liegt, ist in diesem Buch zu lesen. Auch abseits des Marketing seziert die Dozentin (School of Management and Business / Universität von Wales) die rhetorischen Kniffe. Sie zeigt auf welche sprachlichen Bilder und Analogien besonders gerne Eingang in die Präsentationen finden. Besonders spannend sind ihre Ausführungen zum Thema „Umgang mit Journalistenfragen“. Die Spielarten der Argumentation verdeutlicht die Autorin mit jeder Menge Praxisbeispielen. Offen bleibt die Frage, ob Inszenierung die Persönlichkeit ersetzen kann oder soll. Brigitte Biehl „Business is Showbusiness“ – Wie Topmanager sich vor Publikum inszenieren Campus Verlag, 270 Seiten, Euro 29,90 Die Google Falle Die unkontrollierte Weltmacht im Internet ISBN 978-3-8000-7323-8 Gerald Reischl, Verlag Ueberreuter, 19,95 Euro So bald ein Computer-Nutzer einen Begriff in die Suchmaschine Google eingibt, beginnt die Google-Maschinerie zu arbeiten. Und damit auch ein Netzwerk von Server-Zentren und Datenbanken, das Suchanfragen von 700 Millionen Google-Usern speichert und verknüpft. In dreizehn Kapiteln, in denen an Hand von Fakten bewiesen wird, dass Google nicht mehr (nur) die kunterbunte, freundliche Firma, sondern der eifrigste Datensammler der Welt ist, versucht Kurier-High-Tech-Experte Gerald Reischl in seinem neuen Buch “Die Google-Falle“ nach neun-monatiger Recherche die wahren Absichten des Konzerns Googles zu Tage zu fördern. Google will - laut Reischl- zum größten Händler und Archivar von Informationen werden, den Werbemarkt dominieren, drängt ins Telekom-Business und in die Genforschung. “Die Google-Falle“ zeigt auch auf, welche Versäumnisse Europa gemacht hat und warum sich hier das Problembewusstsein rascher entwickeln sollte. Vielen Lesern wird auf den ersten 40 Seiten eher Lust auf die Googlewelt gemacht. Für österreichische Verhältnisse wirkt vieles von Reischl als gefährlich beschriebene eher wie ein anstrebenswerter Arbeitsplatz im Hollywoodfilm. Bestimmt ist manchen die intendierte Kritik nicht konkret genug. Die Frage, was all das mit dem User beim „Goggeln“ zu tun, bleibt unbeantwortet. Okay, wir bekommen mehr Werbung und irgendwo hortet jemand irgenwelche Infos über uns. Na, und? Reischl besticht durch süffigen Schreibstil und es macht insgesamt großen Spaß das Buch zu lesen, wenn man Einblick in amerikanische Konzerne erhalten möchte. Wolf Schneider, der „Großmeister“ der deutschen Sprache, hat ein neues Buch verfasst: „Speak German!“ Dieses Buch ist eine entschiedene Liebeserklärung an unsere Muttersprache – gedacht für alle, denen sie nicht egal ist. Sein Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass 60 Prozent der Deutschen kein Englisch verstehen und nur 10 Prozent sich sicher in dieser Sprache bewegen können. Das bedeutet, dass eine Vielzahl der “Slogans“ und “Claims“, die über Werbeagenturen verbreitet werden, nicht oder nur missverständlich ankommen. Die Übersicht von zurückgezogenen Werbesprüchen großer Konzerne gehört dabei zu den komischsten Passagen des Buches. So wurde Mitsubishis Schlagwort “Drive alive“ (gemeint war “Lebendiges Fahren“) nur von 18 Prozent der Bevölkerung richtig übersetzt; häufige Interpretationen lauteten: “Lebend ankommen“ bzw. “Überlebe die Fahrt.“ Inzwischen hat das Unternehmen umgeschwenkt auf: “Heute. Morgen. Übermorgen.“ Haben wir das wirklich nötig: all diese Anglizismen? Wäre weniger nicht mehr? Und ob, sagt Wolf Schneider. Vor zwei Jahren hat er die Aktion “Lebendiges Deutsch“ mitbegründet, um das Deutsche mit frischen Worten zu beleben: Startuhr statt Countdown, Schnellkost statt Fastfood, Aktionärsnutzen statt Shareholder-Value. Mit gewohnter Leichtigkeit und Klarheit wendet sich Wolf Schneider in diesem Buch gegen die grassierende Anglo-Manie, gegen die Affenliebe zum Englischen und nur gegen sie: “Müssen wir es denn den Sprüchemachern der Werbung und ein paar globalisierungs-besoffenen Unternehmen überlassen, wie die deutsche Sprache sich entwickelt? Entwickeln wir mit!“ „Speak German! Warum Deutsch manchmal besser ist“ Wolf Schneider. Rowohlt, ISBN 9783498063931 Frischwasser für die Gehirnzellen!Manifest des Evolutionären Humanismus Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur Michael Schmidt-Salomon Alibri Verlag, Aschaffenburg kartoniert, Euro 10,-- ISBN: 3-86569-011-4 Wir leben in der Ungleichzeitigkeit: Während wir technologisch im 21. Jahrhundert stehen, sind unsere Weltbilder noch von Jahrtausende alten Legenden geprägt. Diese Kombination von höchstem technischen Know-how und naivstem Kinderglauben könnte auf Dauer fatale Konsequenzen haben. Wir verhalten uns wie Fünfjährige, denen die Verantwortung über einen Jumbojet übertragen wurde. Fest steht: Eine Menschheit, die das Atom spalten kann und über Satelliten kommuniziert, muss die dafür erforderliche Reife besitzen. Die Tatsache, dass sich bestimmte Personen durch das Aufstellen unantastbarer Spielregeln jeglichem kritischen Zugriff entziehen, kann verheerende Folgen haben! Eigene Denkfehler bleiben unhinterfragt und schreiben so die Zukunft fort. Darum lautet eines der Gesetze: Überwinde die Neigung zur Traditionsblindheit, indem du dich gründlich nach allen Seiten hin informierst, bevor du eine Entscheidung triffst! Das Buch ist einerseits eine kritische Liebeserklärung an den „Affen in uns“, andererseits ein entschiedenes Plädoyer für eine „alternative politische Leitkultur“, die auf die besten Traditionen von Wissenschaft, Philosophie und Kunst zurückgreift. Dieses Buch ist für mich eine wunderbare Gelegenheit das neue Jahr mit frischen Gedanken zu starten. Voraussetzung dafür: Stille, denn es ist durchaus anspruchsvoll geschrieben und Freude am Hinterfragen von Dogmen. Das Ergebnis: Reichlich Gesprächsstoff für kontroversielle Diskussionen. Die Israel Lobby |