Tatjana’s Blog

1. Oktober 2018 von Tatjana Lackner, MBA

Als Gründerin ihrer „Schule des Sprechens“ verhilft Tatjana Lackner seit 25 Jahre Menschen zu besserem Kommunikationsverhalten und mehr Verständlichkeit.

Im Wirtschaftsmagazine „Trend“ erscheint eine feine Buchempfehlung.

Trend: Oktober 2018

30. September 2018 von Tatjana Lackner, MBA

Für viele ist ein Jobwechsel die elegantere Gehaltsverhandlung. Manche kommen beim alten Arbeitgeber nicht weiter oder scheuen sich davor, beim Mitarbeitergespräch über mehr auf dem Konto zu sprechen.

Der Standard: September 2018

28. September 2018 von Tatjana Lackner, MBA

Immer wieder werde ich von Kunden gefragt, ob es rhetorisch einen Unterschied gibt zwischen den Altersgruppen. Jede Generation steht unter ganz eigenen politischen und gesellschaftlichen Einflüssen. Ja, es gibt Unterschiede in der Kommunikation und damit im Verständnis zwischen den Baby Boomern, Generation X, Y und Z.

In der „Silent Generation“ (1925 bis 1945) war es noch nicht populär gegen Obrigkeiten aufzubegehren oder Autoritäten abzulehnen. Die Entscheidungen des eigenen Ehemannes, Vaters oder Onkels anzuzweifeln galt als illoyal. Tragisches Beispiel: Rosemarie, die schweigende Ehefrau des Inzestverbrechers Josef Fritzl aus Amstetten hätte es nur eine Generation später wohl kaum gegeben. Sie gehört der „Silent Generation“ an. Angeblich bekam sie 24 Jahre lang nicht mit, dass Fritzl 3000 Mal seine eigene Tochter im Keller vergewaltigte und mit ihr sieben Kinder zeugte. Sie selbst hatte mit ihrem Ehemann seit 20 Jahren keinen Sex mehr und offenbar dazu keine weiteren Fragen.

Die Baby Boomer – Vieldiskutierer

Bei den Baby Boomern hingegen gehörte es zum guten Ton Instanzen und Verhaltensweisen zu hinterfragen. Die politisch interessierten 68er lebten wie in einem selbstgezimmerten Debattierklub und trainierten die Gegenrede. Es wurde viel philosophiert und Kritik am Staat, der Gesellschaft und vor allem an andersdenkenden Peers geübt. Die angesagte Argumentationstechnik: „warnen“ und Themen inhaltlich durch bedrohliche Szenarien zu eskalieren. „Was wäre, wenn …“ prägte diese idealistische Zeit.

Heute sind die ehemaligen Baby Boomer zwischen 58 und die 73 Jahre alt und wurden folglich in der Zeit von 1945 und 1960 geboren. Telefon und Fax gehörten damals zu ihren verfügbaren Kommunikationskanälen. Die Konservativeren saßen am Abend gemeinsam vor dem Fernseher, andere unterhielten sich über den kalten Krieg, die Zerschlagung des Kapitalismus, den RAF-Terrorismus oder die Mondlandung. Im Kino liefen Filme, wie „Die Reifeprüfung“ und getanzt wurde anfangs zu Elvis Presley und Simon and Garfunkel, später zur Musik der Rolling Stones oder Beatles. Woodstock markierte das Ende der im Mainstream angekommenen Hippiebewegung.

Die 68er waren ein streitbares Völkchen, das sich an den Obrigkeiten und sogar den Konkurrenten aus der Peergroup abarbeitete. Auffallend ist, dass ausgerechnet für diese „Laissez-Faire“-Erzieher die Hackreihe in der jeweils eigenen politischen Bewegung durchwegs autoritär organisiert war.

Joschka Fischer und Herbert Grönemeyer, beide Repräsentanten dieser Zeit, erinnern sich, dass viel in der Gruppe gemacht wurde. Überall war es überfüllt – an den Unis, in Schulen und auf Demos. Manche mussten sich, ob ihres Aussehens oder der langen Haare wegen zur Wehr setzen. Wer oft angepöbelt wurde, lernte sich zu verteidigen. Andere wiederum standen sowohl unter bewusstseins-erweiternden Einflüssen, priesen die Flower Power und die damit verbundene politische Jugendrevolte. Diese Generation hat gelernt, Parolen zu kreieren und sich zu jedem und allem in Opposition zu begeben. Viele gingen Jahre später tatsächlich in die Werbung oder in die Politik und bekamen Geld fürs Texten. Das Training dafür lieferten die einstigen Versammlungsorte und Proteste auf der Straße gegen das Establishment bzw. den Vietnamkrieg.

Interessant ist, dass viele Baby Boomer Wunschkinder waren und in soliden Verhältnissen groß wurden. Schon früh entwickelten sie Selbstvertrauen. Als Wohlstandsgeneration hatten sie kaum Entbehrungen zu erleiden und sammelten dennoch ordentlich Wut im Bauch. Das ist verwunderlich, da sie nicht zwischen die Trümmer zweier Weltkriege geboren wurden, sondern – im Gegenteil – in die Wirtschaftswunderzeit. Heute sind einige bereits in Pension und haben schon wieder Glück: Die staatliche Rente wird diesen Jahrgängen noch voll ausbezahlt.

Die Generation X – Wissbegierige Skeptiker

Auf die Gen X wirkten die ungeordneten Verhältnisse ihrer Eltern wenig attraktiv. Außerdem hatten sie es satt von den um 1950 geborenen „Gutmenschen“ ständig vor Katastrophen gewarnt zu werden. Von „Atomkraft, Nein danke!“ über das Waldsterben und den sauren Regen bis hin zum Ozonloch war alles dabei.

Selbst heute stehen ehemalige Baby Boomer in vorderster Reihe unter den stärksten Mahnern vor dem Abschmelzen der Polkappen und den Auswirkungen des Klimawandels.

Im Unterschied dazu war die Generation X (heute zwischen 38 und 58 Jahre alt) mit ganz anderen Themen beschäftigt. Sie genossen eine weniger rosige Kindheit und sind als Schlüssel- bzw. Scheidungskinder aufgewachsen. Der sichere Job oder die freie Liebe waren nicht ihre Maxime, sondern sinnvolle Work-Life-Balance. Bis heute machen sie kein Hehl daraus, dass die Familie auf Platz Eins steht, nicht der Job. Gen X organisieren liebevoll Familienreisen und verbringen gerne einen Mehrgenerationen-Urlaub.

Wer in den achtziger Jahren Jugendlicher war lebte nach dem Motto: „Ich geh kaputt, gehst du mit?“ Es wurde damals viel geraucht und unregelmäßig und ungesund gegessen. Der bis heute andauernde Sporthype steckte noch in den Kinderschuhen. Jane Fonda und Sydney Rome brachten den Kreislauf in Schwung und lösten die Aerobic-Bewegung aus.

Neonfarben und Karottenhosen und die „Neue Deutsche Welle“ bestimmten den Modetrend der 1980er. Mühsam wurden Boy George, Madonna, Spandau Ballett oder Pink Floyd vom Radio auf Kassette aufgenommen und dann am Walkman abgespielt. Man musste sich entscheiden, war man „Popper“ oder „Punk“? Trug man Fiorucci-Jeans, Lacoste-Hemd, Benetton-Pullover und rauchte Dunhill-Zigaretten? Oder steckte man sich lieber eine Sicherheitsnadel durch die Wange, rülpste beim Biertrinken, zog sich Springerstiefel (Dr. Martens) an und kämmte sich einen Irokesen?

Die Jugend gab sich emotional unterkühlt. Tolle Dinge nannte man maximal „fetzig“ oder „galaktisch“ und „alles paletti“.

Erstmals hatten Eltern Angst, dass ihre Kinder Obst, Gemüse oder Pilze aßen – dank der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl.

Heutzutage kümmert sich die Gen X verstärkt um ihre Gesundheit und achten auf Ernährung. Sie haben deutlich mehr von der Welt gesehen, als ihre Eltern. Mit rund 26 Reisetagen im Jahr sind sie perfekte Ratgeber von exklusiven Destinationen und für den Tourismus gut zahlende anspruchsvolle Urlauber. Im Small Talk können sie beispielsweise zwischen Ländern Vergleiche ziehen und haben etliche Kulturen kennengelernt.

Auf der anderen Seite sind sie vom Schicksal nicht so begünstigt, wie die Baby Boomer davor, was ihren jugendlichen „No-Future-Groove“ und den Skeptizismus erklärt. Erstmals musste sich eine Generation ohne vorangegangenen Krieg mit weniger Wohlstand und ökonomischer Sicherheit begnügen als die Elterngeneration.

Durch die Schnittstelle zwischen industriellem und digitalem Zeitalter brachte die Generation X viele Individualisten und Selbständige hervor, die allesamt versierten Umgang mit Technik beweisen.

Heute machen sie den größten Teil der arbeitenden Bevölkerung aus. Angeblich wünschen sich von den 51 Millionen Menschen, die zwischen 1960 und 1980 geboren wurden, dass sie entweder selbst gute kompetente Führungskräfte werden oder wenigsten für solche arbeiten. Wogegen die nachfolgenden Generation Y und ihre 75 Millionen Menschen lieber mit dem Management zusammenarbeitet. Sie sind keine Individualisten, sondern vielmehr Kollektivisten.

Die Generation Y – eine Spaßgesellschaft

In der Kommunikation fällt auf, dass die Gen X für andere Werte steht, als ihre Kinder später. Freunde sind Freunde, aber nicht Familie. Man akzeptiert Diversität, aber es wird noch keine Regenbogenparade gefeiert als Riesenevent. 1999 lockte die Loveparade immerhin 1,5 Millionen Raver nach Berlin. Die Technokultur befand sich auf dem Vormarsch.

Wer zwischen 1980 in 2000 geboren ist gehört zur Generation Y und ist mit dem Internet aufgewachsen. Schnelles technisches Multitasking fällt den sogenannten „Millennials“ leicht. Prägende Erfahrungen waren 9/11 und der Irakkrieg.

Die digitalen Natives bewegten sich erstmals in sozialen Medien wie StudiVZ, Myspace und ICQ. Sie sind die erste Generation, für die Reality TV-Formate produziert wurden. Jugendlichen-Sender, wie MTV und Viva starten ihr Programm. Das Smartphone wird zum ständigen Begleiter und das Haustier der „Xennials“ hieß Tamagotchi.

Im Gegensatz zur Gen X ging es ihnen nicht um Wissen, Dazulernen oder Erfahrung sammeln, dazu ändern sich Dinge in ihrem Erlebnisraum zu schnell. Ihre Karotte ist Geld, nicht Freiheit.

Auf manche Millennials wirkt die Kampfrhetorik der Alt-68er abstoßend und alternativ. Wer um 1950 geboren wurde und sich von seinen damaligen Werten nicht weiterentwickelt hat macht auf die junge Generation Y einen dogmatischen, moralinsauren, weltfremden und sozialromantischen Eindruck.

Der Begriff „Generation Snowflake“ verhöhnt manche als zu fragil und wenig stressresistent. Verhätschelte Burschen wirken auf vorangegangene Generationen wie „Weicheier“ und verwöhnte Mädchen werden als psychisch labil eingestuft. Amy Winehouse, Peaches Geldof und Avicii sind dafür traurige Beispiele.

Tatsächlich nahmen die Ypsiloner das Leben nicht so schwer und entdeckten für sich wieder: das traute Heim, die Ehe und ein genüssliches Dasein. In Postings entwickeln sie eine eigene Sprache gespickt mit Emojis und Akronymen. „Lol“, „Kp“, „kA“ oder „xoxo“ sind nur einige Beispiele dafür und bedeuten: Laughing out loud, kapiert, keine Ahnung, hugs & kisses.

Gen Y verzichtet zunehmend auf Verben und formt eigenwillige Sätze, die später sogar in der Werbung Einzug halten: „So geht Bank heute“ (Targo Bank), „Soo muss Technik“ (Saturn). Die deutsch-türkische Comedy stand am Beginn und immer öfter hörte man Sätze, wie: „Gemma Billa?“ Bis heute profitieren Comedians, wie Kaya Yanar oder Bülent Ceylan von diesem damals losgetretenen Trend.

Die Generation Z – echte Chiller

Die nach 2000 Geborenen nehmen die Welt völlig anders wahr. Sie sind wahrlich Technoholics und wachsen mit 3-D-Druckern, Drohnen, der Erderwärmung und autobahnfähigen Serien-Elektroautos auf. Die sogenannte iGen ist in eine digitale Welt geboren. Sie spielen auf PlayStation, X-Boxen und unterhalten sich auf „Denglisch“. Die Computersprache leistete Vorschub. Anglizismen traten ihren Siegeszug an. Wenn jemand „nicht happy“ ist über die „Primetime“ statt dem Hauptabendprogramm, so kann man diese Wörter nicht mehr „deleten“.

Obwohl sich die Chiller online zum Spielen, Chatten und Facetimen verabreden, verbringen sie deutlich mehr Zeit allein. Sie besuchen weder Pfadfinder, noch viele Vereine und sind trotzdem mit Freunden vernetzt. Der Selfie-Kult beginnt und damit das Bedürfnis anderen mitzuteilen, was man gerade erlebt. Influenzer und Video-Blogger entwickeln Starkult.

„Mok-Bangs“ konnten nur von der Gen Z erfunden werden: Man isst gemeinsam mit seinem Lieblings-Influencer und schaut ihm beim Essen zu. Während der Promi im TV fette Burger in sich rein stopft knabbern man selbst an Obst oder Gemüsesticks.

Auf Datingplattformen, wie Tinder und Lovoo finden sie Partner und fragen einander nicht mehr: „Bei Dir oder bei mir heute Nacht“, sondern sie laden ein zum: „Netflix & Chill“.

Am liebsten arbeitet die iGen an ihrer Lebenslustmaximierung. Wenn für die Schule oder Uni gelernt wird, dann helfen ihnen Lern-Videos, nicht Bücher. Convenience ist Trumpf!

Die Verwendung von digitalen Sprachassistenten wie Alexa, Cortana, Siri und Co zwingt diese Generation zum Gebrauch von Hauptsätzen. Schachtelsätze sind passé! Alexa würde sie gar nicht verstehen. Die iGen hat sich selbst auf Suchbegriffe konditioniert. Sie brauchen keine Reisebüros, sie buchen online. Kartenlesen lernt niemand mehr, sondern sie fragen GoogleMaps nach dem Weg. Die Youngsters erfinden und verkaufen geniale Apps, die sie selbst nicht zwingend verwenden. Beispiel: Babble und Duolingo sind Sprach-Lern-Apps, die besonders gerne von der wissensdurstigen Gen X heruntergeladen werden, nicht unbedingt von der Gen Z.

Im Job geben die neuen Individualisten ihre Bedingungen vor, nicht das Unternehmen. Sie sind kaum loyal einer einzigen Firma gegenüber, lieber verfolgen sie coole Projekte. „Work from home“ ist fixer Bestandteil ihrer Arbeitsweise. Ihre Dienstgeber und Einsatzorte wechseln. Erlebnisorientiertes Arbeiten ist angesagt. Die iGen wächst global heran und bald erobert sie die Wirtschaft.

Baby Boomer
(1945-1960)
73-58 Jahre alt
Generation X
(1960-1980)
58-38 Jahre alt
Generation Y
(1980-2000)
38-18 Jahre alt
Generation Z
(nach 2000)
18 Jahre alt
Devise„Lebe, um zu arbeiten!“„Arbeite, um zu leben!“„Erst leben, dann arbeiten!“„Arbeit ist nur ein Teil des Lebens“
HaltungHohes Pflichtgefühl
„Weg mit dem Establishment!“
Selbstoptimierer
„Null Bock!“
Baby Bust
Open Office
Variable Entlohnung
Kompetitiv
„Fun matters!“
Bezahltes Lernen
„Flatterhaft“
Kleinteilig geplante Strukturen
„Everyone gets a trophy!“
Lernen für sich
Alias68er„verlorene Generation“Millennials, „Xennials“, Digital Natives, SpaßgesellschaftIGen, Vorsichtigen
SpracheMoralisierend
Schwarzmaler
Gute Diskutierer
Aufdecker-Mentalität können sich wehren
Gute Texter, kreative Parolen
Stellen Traditionen in Frage
Sie können Relationen herstellen & Themen “
runterkochen“
Gute Small-Talker
Verkürzen Sätze & Worte
Verwenden Emojis
Wollen Moderator werden
Sprechen „Denglisch“
Verwenden Computervokabel erobern den Alltag
Sind gut informiert
RhetoriktypOppositionVerhandlerTeamtalkerVerhaltener
Superlative„steil“, „letzter Heuler“„fetzig“, „galaktisch“
„astrein“, „Hammer“
„krass“, „verschärft“„endgeil“, „fett“
Ziel Jobsicherheit Work-Life-BalanceGeld & FlexibilitätSicherheit & Stabilität
Haltung IdealismusSkeptizismus Optimismus Realismus
Themen: Generation-TalkBaby BoomerGeneration XGeneration YGeneration Zechter Chillereine Spaßgesellschaftwissbegierige SkeptikerVieldiskutierer
28. September 2018 von Tatjana Lackner, MBA

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Wien: Eine Ode an die Buslinie 13-A

Einer der Gründe warum Wien regelmäßig zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt wird – egal, ob von „Mercer“ oder dem „Economist“ – ist, die öffentliche Anbindung des Verkehrs. Kaum eine Metropole hat ein so geniales U-Bahn Netz und das ergänzende Angebot von Bims, – so heißen die Straßenbahnen in Wien, samt den Buslinien ist clever durchdacht. Fast jeder Wiener hat ein Verkehrsmittel, mit dem er oder sie am liebsten fährt.

Viele Menschen lieben aus gutem Grund die Ringlinie, weil diese Trambahn an der Prachtstraße Wiens entlang führt. Die beliebte Route umschließt den ersten Bezirk. Wie bei einem Rundgang kommt man wieder zurück an den Ausgangspunkt.

Natürlich ist die innere Stadt etwas ganz besonderes und die prächtigen Palais am Straßenrand links und rechts eine Wohltat für jedes Auge. Touristen genießen die Ringlinie, weil sie direkt aus der Straßenbahn heraus fotografieren können, und auch die Wiener sind mächtig stolz auf ihren „Einser“.

Nachdem ich im ersten Bezirk arbeite und DIE SCHULE DES SPRECHENS Gehminuten vom Stephansplatz entfernt residiert, halte ich mich ohnehin die meiste Zeit des Tages in der Innenstadt auf. Deshalb gehören zu meinen Lieblingsbezirken der aristokratische neunte –, der bürgerliche achte –, der verrückte und kreative siebente Bezirk, aber auch der sechste, samt seinen Bobo-Ecken rund um den Naschmarkt.

Kein Wunder, dass ich die Buslinie 13-A von allen Verkehrsmitteln in Wien bevorzugt und besonders oft benütze. Alle meine Lieblingsbezirke liegen, wie auf einer Perlenkette aufgefädelt, auf dem Weg dieser Busroute.
Die Fahrt führt vorbei an prächtigen Häuserncoolen Geschäften und witzigen Straßencafés. Obwohl ich üblicherweise Transferzeiten nutze, um E-Mails zu erledigen, so hält mich im 13-A sitzend das bunte Treiben draußen entlang dieser Strecke immer wieder davon ab.

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Laut Angaben der Wiener Linien werden im Zuge eines Jahres rund 15 Millionen Menschen alleine auf dieser Buslinie transportiert. Auf der 5,75 km langen Strecke sind insgesamt 18 Busse im Einsatz. 128 Personen finden in einem dieser modernen Gelenkbusse Platz. Zu den Stoßzeiten fährt der 13-A alle 4 Minuten.

Vom Hauptbahnhof ist man schnell auf der Mariahilfer Straße, der längsten Einkaufsstraße Wiens. Wer bei Kulturspots verabredet ist, wie dem Haus des Meeres oder dem Theater in der Josefstadt, der steigt bei diesen Haltestellen aus. Endstation des 13-A bildet die schöne Alser Straße/ Ecke Skodagasse. Dort rastet der Bus einige Minuten, bevor er sich wieder durch sechs Bezirke zurück zum Hauptbahnhof seinen Weg im Verkehr bahnt.
Das einzige, was ich beanstande ist, dass die jungen unerfahrenen Agro-Busfahrer viel zu schnell fahren und es ein Wunder ist, dass relativ wenig Unfälle passieren.

Fazit: Viele Menschen mögen keine Busse. Mein Mann beispielsweise lehnt sie ab, weil er offenbar als Kind zu oft damit unterwegs sein musste. Ich persönlich finde, dass sie in Wien einen klaren Vorteil den U-Bahnen gegenüber bieten: Sie sind im Sommer klimatisiert und im Winter angenehm beheizt. Busse sind in Wien zudem eine Art fahrende Oasen. Irgendwie ist man immer froh, sobald man im Bus sitzt. Außerdem sieht der Fahrgast im Gegensatz zur U-Bahn mehr von der traumhaften Stadt oder dem schnell wechselnden Wetter.

Themen: öffentliche AnbindungRinglinieRUndgangDIE SCHULE DES SPRECHENSLieblingsbezirkeNaschmarktprächtige Häuserinnere Stadt
28. September 2018 von Tatjana Lackner, MBA

Be Boss Deines Lebens

Als ich 2008 den Führungskräfte-Bestseller „Be Boss– 33 Stolpersteine beim Führen & Kommunizieren“ geschrieben habe, war einer meiner Gedanken zur Führung: “Wer die Menschen bei Ihrem Lebens-Management beobachtet, ahnt, wie sie Menschen führen!” Heute, mehr als 23.550 Trainingsstunden und zehn Jahre später, bin ich umso überzeugter davon, dass jeder der in die Führung möchte, zuerst ein guter CEO für sein eigenes Leben werden muss.

Fit for Familybusiness?

Laut dem Münchner Hirnforscher Ernst Pöppel treffen wir jeden Tag rund 20.000 (zwanzigtausend!!) Entscheidungen. Die lassen sich nicht abstellen. Viele sind schnelle Entschlüsse und dabei unbedeutend: “Soll ich gleich aufstehen oder noch liegen bleiben?” oder: “Mag ich eine zweite Tasse Kaffee?”

Früher hat man an das Kopf- und das Bauchhirn geglaubt. Natürlich gibt es rationalere Menschen und solche, die emotionaler an Entscheidungen herangehen. Nobelpreisträger Daniel Kahneman (*1934) hat diesbezüglich schon 2012 ein eindrucksvolles Buch geschrieben. Er unterschied im Titel: „Schnelles Denken, langsames Denken“.

Unglaublich viele Entscheidungen haben wir neben den beruflichen Aspekten rund um die Karriereplanung im Zuge eines Jahres zu fällen. Manche langfristig, einige nur für einen kurzen Zeitraum. Privat verlangt uns das individuelle Lebensdesign klare Entschlüsse ab. Die Art und Weise, wie wir leben möchten, hängt mit persönlichen Präferenzen zusammen und mit den finanziellen Möglichkeiten, die unserer Selbstverwirklichung Grenzen aufzeigen.

Angefangen bei: Welchen Kindergarten soll der Nachwuchs besuchen? Private oder Internationale Schule oder doch lieber das öffentliche Angebot? Wohnen wir auf dem Land oder in der Stadt? Wen wählen wir politisch?

Wenn Eigentum überhaupt geschaffen wird bevorzugen Sie dann eher Wohnung oder Haus? Manche Entscheidungen nimmt uns der Blick in den Geldbeutel ab, andere sind beim Betrachten unseres vollen Terminkalenders schnell getroffen.

Wir Eltern werden irgendwann alle mit der ernstgemeinten Haustierfrage konfrontiert. Nachdem wir das Pony und die Alpakazucht schon abgelehnt haben, bleiben zum Kuscheln nur noch Hund und Katze. Vielen ist klar, dass sich ein Hund plus viermal am Tag – am besten im Wald – Gassi gehen, in der Großstadt kaum ausgeht. Manche haben Glück und irgendjemand in der Familie hat eine Katzenhaarallergie. Dann ist das Thema erledigt.

Später kommen die Jahre, in denen unterschiedliche Talente beim Fortpflanz gefördert werden sollen. Mutti setzt auf ein Instrument und Sprachen. Vati wäre bei den Kindern Sport wichtiger. Alles zusammen geht sich neben der Schule nicht aus.

Manche “Pubertiere” können noch nicht in ganzen Sätzen sprechen, da stellt sich schon die Frage: L17 vor Abschluss der Matura oder doch lieber später?

Generell ist Kindererziehung das beste Training für angehende Führungskräfte. Nicht zuletzt deshalb wäre es sinnvoll die eigene Führungsstil-Entwicklung nicht an tschechische oder südafrikanische Nannies zu delegieren. Wer kleine Menschen coacht und sich Gedanken macht über ihre Perspektiven, dem gelingt das bei großen später genauso. Regeln, Konsequenz, Improvisation und gute Nerven brauchen Sie in beiden Fällen.

Dann gibt es noch private Entscheidungen, die auf uns lauern. Zum Beispiel rund um Friends & Family: Wen laden wir zu Silvester ein? Mit welchen Freunden fahren wir in die Ferien? Verbringen wir Weihnachten bei Deinen Eltern oder bei meinen?

Und weiter geht es im Rollercoaster der Entscheidungen. Unter Druck bleibt kein Mensch auf dem gewohnten Niveau. Ihre Stressresistenz lässt sich anhand Ihres Beziehungslebens am besten analysieren. Schließlich sind wir hier emotional involviert und persönlich betroffen, wenn wieder mal der Hut hochgeht. In fast jeder Liebesbeziehung finden sich Altlasten, verborgene Giftfässer oder thematische Minenfelder, auf die man im Gespräch besser nicht tritt.

CEO Ihres Lebens zu sein hat in Konfliktsituationen mit Selbstbeobachtung und nüchterner Manöverkritik dem eigenen Verhalten gegenüber zu tun. Was gefällt Ihnen an sich selbst gar nicht, wenn Sie “unter Druck” geraten? Was hat sich über die Jahre in Ihrer Streitkultur verändert?

Führung eine Frage des Stils

Die Dialektik zwischen dem “universalen” und dem “partikularen” Ansatz ist nicht erst seit Aristoteles umstritten und sowohl in der Kindererziehung als auch in der Mitarbeiterführung von großer Bedeutung.

Während die einen davon überzeugt sind, dass es wichtig ist “Beziehungen über Regeln” zu stellen, gelten im universalen Ansatz klar “Regeln vor Beziehungen”. Dort wird auch lieber von “Vereinbarungen” als von “Verhandlungen” gesprochen. Der “Blick in die Zukunft” ist bei der universalen Betrachtung wichtiger als die “Analyse des jetzt” oder der Vergangenheit. Überhaupt haben Menschen mit einer universalen Führungseinstellung eher Ihre “Machtkoordinate” im Blickfeld. Man erkennt dies auch an Sätzen, wie: “Was liegt, das pickt!“ oder: „Alles was zählt sind Ergebnisse!“ Der Vorteil: Diese konstante Arbeitsweise schafft für viele Mitarbeiter klare Spielregeln und schenkt ihnen Orientierung.

Wohingegen beim partikularen Führungsstil die “Beziehungskoordinate” im Mittelpunkt steht und damit Fragen, wie: „Was lässt sich an unseren internen Gesprächen verbessern?” Oder „Wie geht man bei uns mit Menschen um?“ und „Wo braucht es situative Flexibilität?”

Je nach Situation flexibel zu agieren, hat auf der anderen Seite Vorteile. Für große Konzerne ist diese situative Beweglichkeit allerdings deutlich schwerer umzusetzen, als für Klein- und Mittelbetriebe. Dementsprechend unterschiedlich gestalten sich die jeweiligen Führungsstile schon alleine der Organisationsgröße wegen. Man kann Siemens eben nicht leiten, wie den Bäcker ums Eck. Auf der anderen Seite ist die zeitliche Flexibilität und Verfügbarkeit, die ein Familienbetrieb in der Hochsaison von seinen Mitarbeitern beispielsweise in der Touristikbranche erwartet in einem Multi-Konzern den Dienstnehmern nicht abzuringen.

Schon im 1964 entwickelten Robert Blake und Jane Mouton das “Managerial Grid”. Jeder Chef erkennt darin selbst, ob er eher aufgabenorientiert oder mitarbeiterorientiert führt.

Fazit: Wer sich in Bezug auf die zigtausenden Mini-Entscheidungen aus dem Privatleben selbst beobachtet, der weiß, wo er auch im Job als Führungskraft noch Lernfelder hat.

Machen Sie sich ein Lerngeschenk und geben Sie sich selbst ehrliches Feedback. Überlegen Sie zudem, wie und wodurch Sie sich in der nächsten Zeit noch verfeinern können. Gestehen Sie sich jedoch auch positive Eigenschaften zu. Wichtig: Belegen Sie diese durch gute Beispiele. Als Chef werden Sie an profunden Feedbackgesprächen sogar gemessen. Beginnen Sie deshalb zuerst bei sich selbst! Be Boss!

Themen: Be BossEntscheidungEntschlüsseElternCEOFriendsFamilyBeziehung über RegelnRegeln vor BeziehungFührungskraft
28. September 2018 von Tatjana Lackner, MBA

Wie gut ist Ihr sechster Sinn? Erahnen Sie des Öfteren, in welche Richtung sich die Stimmung im Raum entwickelt?

In der Rhetorik führt, wer sich auf alle Eventualitäten, die in einer Gesprächssituation auftauchen können, gedanklich einstellt. Schlagfertigkeit hat viel damit zu tun Gefahrenszenarien zu erahnen und mögliche Killerphrasen zu antizipieren. Nein, ad hoc fallen weder den Verweigerern des vorausschauenden Denkens, noch den positiven Wohlfühlrhetorikern schlaue Spontisprüche im Meeting ein.

Wir sollten schon unseren Kindern beibringen Gefahren zu erkennen und den Blick zu schärfen. Beispiel: Ein Großvater geht mit dem Enkelkind durch den Garten: “Schau Dich hier einmal genauer um und sag mir, was in unserem Garten zur Gefahr werden könnte.” Das Kind beginnt seine Wahrnehmung zu verändern und damit den Blick zu schärfen. Plötzlich sieht es die Spielwiese mit völlig anderen Augen und erkennt: “Opa, hier steht ein Nagel aus dem Holz. Da könnte sich jemand verletzen.” Unter dem Kirschbaum sieht der kleine Junge: “Dieser Ast scheint morsch zu sein. Bei einem Sturm könnte er mir auf den Kopf fallen. Außerdem fehlt bei der Leiter eine Sprosse. Da wäre ich schon einmal beinahe abgerutscht.”

Perspektivenwechsel helfen nicht nur im Alltag, sondern auch in der Kommunikation. Eine Diskussion mit meinem Mann zeigte mir unlängst, dass selbst gute RednER “mentale Gefahrenprävention” mit “Hasenfüßigkeit” verwechseln. Frauen sind oftmals besser vorbereitet auf mögliche Angriffe. Dabei ist „Vorsicht” kein Synonym für „Feigheit” und „vorausdenken“ hat nichts mit „grübeln“ zu tun.

Natürlich nerven „Problemschrauben“. Jemand, der zu allem und jedem „Akontosorgen” parat hat stört den Gesprächsfluss und wirkt wenig konstruktiv.

Doch gerade für Redesituationen coram publico empfiehlt es sich über unliebsame Einwände bereits im Vorfeld nachgedacht zu haben. Im Business-Pitch selbst ist es garantiert zu spät. Zweifler tummeln sich schließlich in allen Branchen.

Unangenehmen Fragen können rhetorisch aufs Glatteis führen. Verheddert in stammelnden Ausreden, überzeugt man niemanden mehr.

Fazit: Ein wichtiger Teil der Redevorbereitung besteht darin selbst ein guter Advocatus Diaboli für das eigene Thema zu werden.

Übung:

Haben Sie Antworten auf diese neun Vorbehalte?

  1. Momentan haben wir andere Prioritäten.
  2. Finanziell liegt das außerhalb unseres Budgets
  3. Die Konkurrenz hat uns ein lukrativeres Angebot gemacht
  4. Neu sind Ihre Vorschläge nicht!
  5. Wie oft hatten Sie damit schon Erfolg?
  6. Ihre Ausführungen sind interessant. Sie treffen allerdings nicht den Kern.
  7. Wann soll sich das konkret rechnen?
  8. Da ist von mehreren Seiten mit Widerstand zu rechnen.
  9. Das hört sich theoretisch einfach an. In der Praxis weiß ich nicht, wie wir Ihren Vorschlag umsetzen sollen.
Themen: KillerphrasenWohlfühlrhetorikSchlagfertigkeitVerweigerernSpontisprücheRedevorbereitungVorsichtFeigheitHasenfüßigkeit
22. September 2018 von Tatjana Lackner, MBA

Lern sprechen, reden kannst du bereits: Gesprächsführung und rhetorische Fähigkeit, Wortwitz, geistreiche Interventionen – das unterscheidet uns von Sprechmaschinen.

Der Standard: September 2018

21. September 2018 von Tatjana Lackner, MBA

Viele Ärzte entdecken Podcasts für sich. Wer stundenlang mit dem Auto unterwegs ist, der nützt Weg- und Transferzeiten um sich zu informieren. Manche spielen sogar mit dem Gedanken selbst einen eigenen Webcast oder Hörblog zu starten.

Medizinische Podcasts sind gefragt und recht unterschiedlich gestaltet. Die Spanne reicht von interdisziplinären Fallkonferenzen über erkenntnisreiche Forschung bis hin zu Studierenden, die wiederum anderen Medizinstudenten tolle Hörerlebnisse bereiten und wertvolle Tipps liefern.

Zuletzt hat mir ein Lehrender aus dem medizinischen Bereich erklärt, dass es viele fachliche Themen außerhalb des Unterrichtes gibt, die er in der Vergangenheit im Zuge einer Arbeitswoche wieder und wieder erklären musste. Seit er auf seinen Podcast online verweisen kann, spart ihm das Routinetätigkeit und lernpädagogisch wirksam sind die Erklär-Uploads außerdem. Gerne räumt er auf witzige Weise mit gängigen Glaubenssätzen und medizinischen Irrtümern auf. Das ist auch seiner Akademie nicht entgangen. Sein Eigenmarketing und die regionale Bekanntheit haben sich durch die Podcasts deutlich verbessert. Mittlerweile lädt er sogar Kollegen aus dem Ausland zu Bloginterviews. Experten und Autoren, an die weder er noch sein Arbeitgeber früher so leicht gekommen wären. Das freut seine Chefs, denn auch sein Institut schmückt sich gerne mit Namedroppers.

Ein gelungener Hörbeitrag ist gut gesprochen

Viele Podcasts oder Videoblogs sind grottenschlecht und schuld daran ist nicht alleine die Technik. Oft liegen die Mängel beim selbsternannten Redakteur und seiner Artikulation.

Dabei gehört Sprache zu den Kulturtechniken des Menschen. In der modernen Kommunikation unterscheiden wir klar zwischen „reden lernen“ und „sprechen können“.

Viele haben in den ersten Lebensjahren REDEN gelernt. PROFESSIONELL SPRECHEN beherrschen die wenigsten. Richtige Sprechtechnik oder Ausspracheregeln lernt man leider nicht in der Schule. Schade, denn genau dieses Rüstzeug ist später karriereentscheidend und beispielsweise für Webcasts hilfreich.

Warum ist es so wichtig welche Worte wir wählen, oder wie wir unseren Gedanken Ausdruck verleihen? Schließlich kommt es doch vor allem auf den Inhalt an? Nicht nur!

Auf der einen Seite lässt unser Rededuktus auf Herkunft, Bildungsgrad und Milieu schließen und auf der anderen Seite präsentieren wir neben dem Inhalt, wie wir Gedanken formen.

Verbale Charismatiker schaffen es, Ihre Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Nicht nur durch das Thema und die Dramaturgie, sondern durch die Art und Weise wie sie Geschichten erzählen. Der Begriff „Rhetorik“ hat nicht zuletzt deshalb eine steile Karriere gemacht.

Diese sieben Fähigkeiten beherrschen verbale Charismatiker:

  1. bildhafte Sprache und bunter Wortschatz
  2. klare Sätze, die logisch nachvollziehbar sind
  3. gute Alltagssprache und angenehme Sprechmelodie
  4. hörbare Bildung
  5. souveränes Redetempo
  6. überraschende inhaltliche Wendungen und Dramaturgie
  7. neue Betrachtungen und geheimnisvolle Einblicke

Warum braucht es zuerst einen “Hörer-Avatar”?

Gerade junge Mediziner kennen die Macht der Digital Voices. Überall poppen neue Blocks, Vlogs und Podcasts auf. Das wichtigste dabei ist neben der eigenen Stimme vor allem ein klar definierter Hörer-Avatar. Was das ist? Eine ganz konkrete Person, die sowohl einen Namen hat, also auch einen Job und Hobbies.

Bereits der allererste Podcast muss inhaltlich auf die Bedürfnisse dieses imaginären Menschen zugeschnitten sein. Als Produzent und Texter kennt man seinen Avatar in- und auswendig. Es reicht nicht, sich nur vorzustellen, dass die eigene Zielgruppe zwischen 25 und 75 Jahre alt ist. Mal eben anzunehmen, dass grundsätzliche Gesundheitstipps gut ankommen und man etwas über Krankheitsbilder erzählen könnte, ist nicht genug.

Ein Beispiel für einen Hörer-Avatar:

Klara, 28 Jahre alt. Demnächst reist sie nach Südostasien. Dafür braucht sie natürlich Impfungen und möchte wissen, worauf sie im Urlaub konkret achten muss. Immer wieder hat sie schon in der Heimat mit ihrem unruhigen Magen zu tun. Für wertvolle Tipps zur südostasiatischen Küche ist sie deshalb umso dankbarer. Neben tropenmedizinischen Themen interessieren sie sämtliche Gesundheitsaspekte rund um die Wirbelsäule. Mit einer sanften Verkrümmung lebt sie seit vielen Jahren und betreibt regelmäßig Ausgleichssport. Klara lebt grundsätzlich gesund und liebt medizinische Neuerungen. Es macht ihr Freude bei ihren Freundinnen längst überholte Bias oder gesundheitliche Trugschlüsse aufzudecken.

Die fünf häufigsten Anfängerfehler lassen sich vermeiden. Zuerst muss ein Redaktionsplan her. Für die meisten ist er nötig um keine inhaltlichen Doubletten zu produzieren und regelmäßig zu senden. Außerdem hilft die Vorproduktion knackige Serientitel zu finden, da man über die Podcast-Themen den Überblick behält.

Vermeiden Sie diese fünf Podcast-Sünden:

  • langweilige Titel
  • schlechte Aufnahmequalität
  • unklare oder monotone Sprechweise
  • keine klare Zielgruppe (Hörer-Avatar fehlt)
  • wer nicht vorproduziert bleibt nicht dran (Redaktionsplan fehlt)
Themen: RedenCharismatikerPodcastTippsprofessionell sprechenDramaturgieHörer-AvatarMedizinerPodcast-Sünden
18. September 2018 von Tatjana Lackner, MBA

„Kreativ sein“ aus dem Kinder-Ich

NL-Redaktion:

Tatjana, Du schreibst Bücher, viele Gastkolumnen, konzipierst laufend neue Seminarthemen – wie schaffst Du Dir kreative Freiräume?

Tatjana Lackner

„Freiraum“ ist das Stichwort. Ich brauche hohe Räume, frei von Farbe und am besten leer. Wer schon einmal in der Schule des Sprechens war, ahnt, wie ich wohne: sehr puristisch, große Räume, in denen die Farbe „Weiss“ dominiert. Gerne verschaffe ich mir Überblick. Das geht nur, wenn Räume ein weites Blickfeld erlauben. Ich liebe helle Gänge und brauche Licht, um kreativ „voran zu kommen“.

Mein Motto: „Raum ist der wahre Luxus“!

Zuhause ist der Ort, an dem ich denke. Hier findet sich: ein Computer für meine Recherchen, ein Mini-Tonstudio auf dem die Audio-Kolumnen für Newsletter vertont werden und viele Bücher. In meinem Schlafzimmer beispielsweise wundern sich Freunde immer wieder über ein Flipchart auf dem wir im Zuge der Woche Ideen und Themen sammeln. Diese warten auf Bearbeitung und am Wochenende haben wir dann die Zeit endlich zu recherchieren. „Kreativ sein“ bedeutet mit seinem inneren Kind über all die Jahre verbunden zu bleiben. Kinder wollen suchen und versteckte Dinge finden. Manchmal wollen sie einen anderen Weg entlang „denken“.

Der erwachsene Verstand bilanziert.

Was lohnt sich? Wo erziele ich bei meinen Überlegungen den größten Nutzen. Ökonomisiertes Denken ist selten kreativ.

NL-Redaktion:

Was hältst Du von Brainstormings in Meetings oder Seminaren? Lieber einzeln oder in der Gruppe?

Tatjana Lackner

Wenn die Denkanleitungen klar kommuniziert sind, ist individuelles Hirnen im ersten Durchgang sicher besser. Bei gelungenen Regieanweisungen kommt es auch nicht zu Blockaden oder Dopplungen. Ich mag, wenn jeder im Restaurant beispielsweise á la carte bestellt und nicht das Gruppenmenü für alle gleich gut sein muss. – Um beim kulinarischen Bild zu bleiben: selbst, wenn zwei aus der Gruppe – Schnitzel essen, ist das eine vielleicht vom Kalb und das andere von der Pute. So verhält es sich auch mit Einzel-Brainstormings. In Seminaren setzte ich Gruppendenken nur sehr gezielt und selten ein. Die Erfahrung zeigt: die immer gleichen Personen denken dann mit und die Faulen gehen gedanklich Gassi.

NL-Redaktion:

Wie entsteht das Gruppengefühl?

Tatjana Lackner

Ich persönlich kann zwar im Kollektiv kreativ denken und witzig sein, damit ich jedoch eine Überlegung bis in die Tiefe ventiliere – dafür brauche auch ich Ruhe und Konzentration. Die Gruppe ist deshalb nach der Ideenpräsentation ein hervorragendes Korrektiv. Hier können wir ausloten, was wird sich in der Praxis tatsächlich bewähren? Die Verhinderungs-AG formt sich bestimmt. Schnell werden wir dann darauf hinweisen, was sich an unserer Idee sicher niemals umsetzen lässt? Die Gruppenphase ist erst jetzt wichtig. Jeder sollte sich daran beteiligen, sonst bleiben Ideen nur Denkansätze und finden keinen Weg zur Lösung.

Ein Gespräch für das C/O Vienna Magazine über den Jojo des Lebens, die Dialektik des Dialektes, und warum man zwar wie „Stocki, der Kartoffelkönig“ aussehen kann, aber nicht so sprechen sollte. Viel Spaß beim Lesen!

Themen: BrainstorminFreiraumGruppeGruppengefühlKreativ seinKreativitätMeetingKinder-Ich
13. September 2018 von Tatjana Lackner, MBA

Sprache gehört zu den Kulturtechniken des Menschen. Ähnliche wie Rechnen, Schreiben und einst Feuer machen. In der modernen Kommunikation unterscheiden wir klar zwischen „reden lernen“ und „sprechen können“.

Viele haben in den ersten Lebensjahren REDEN gelernt. PROFESSIONELL SPRECHEN beherrschen allerdings nur die wenigsten. Richtige Sprechtechnik oder Ausspracheregeln lernt man leider auch nicht in der Schule. Schade, denn genau dieses Rüstzeug ist später für manch einen karriereentscheidend.

Warum ist es so wichtig wie wir unsere Worte wählen oder unseren Gedanken Ausdruck verleihen? Schließlich kommt es doch vor allem auf den Inhalt an? Nicht nur!

Auf der einen Seite lässt unser Rededuktus auf Herkunft, Bildungsgrad und Milieu schließen und auf der anderen Seite präsentieren wir neben dem Inhalt wie wir Gedanken formen. Verbale Charismatiker schaffen es Ihre Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. – Nicht nur durch Inhalt und Dramaturgie, sondern auch durch die Art und Weise wie sie Geschichten erzählen. Der Begriff „Rhetorik“ hat nicht zuletzt deshalb eine steile Karriere gemacht.

Diese sieben Fähigkeiten beherrschen verbale Charismatiker:

  • Bildhafte Sprache und bunter Wortschatz
  • Klare Sätze, die logisch nachvollziehbar sind
  • Gute Aussprache und angenehme Sprechmelodie
  • Hörbare Bildung
  • Souveränes Redetempo
  • Überraschende inhaltliche Wendungen
  • Neue Betrachtungen und geheimnisvolle Einblicke
Themen: HerkunftSPRECHENBildungsgradRedenCharismatikerRededuktusMilieu
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