Tatjana’s Blog

18. September 2018 von Tatjana Lackner, MBA

„Kreativ sein“ aus dem Kinder-Ich

NL-Redaktion:

Tatjana, Du schreibst Bücher, viele Gastkolumnen, konzipierst laufend neue Seminarthemen – wie schaffst Du Dir kreative Freiräume?

Tatjana Lackner

„Freiraum“ ist das Stichwort. Ich brauche hohe Räume, frei von Farbe und am besten leer. Wer schon einmal in der Schule des Sprechens war, ahnt, wie ich wohne: sehr puristisch, große Räume, in denen die Farbe „Weiss“ dominiert. Gerne verschaffe ich mir Überblick. Das geht nur, wenn Räume ein weites Blickfeld erlauben. Ich liebe helle Gänge und brauche Licht, um kreativ „voran zu kommen“.

Mein Motto: „Raum ist der wahre Luxus“!

Zuhause ist der Ort, an dem ich denke. Hier findet sich: ein Computer für meine Recherchen, ein Mini-Tonstudio auf dem die Audio-Kolumnen für Newsletter vertont werden und viele Bücher. In meinem Schlafzimmer beispielsweise wundern sich Freunde immer wieder über ein Flipchart auf dem wir im Zuge der Woche Ideen und Themen sammeln. Diese warten auf Bearbeitung und am Wochenende haben wir dann die Zeit endlich zu recherchieren. „Kreativ sein“ bedeutet mit seinem inneren Kind über all die Jahre verbunden zu bleiben. Kinder wollen suchen und versteckte Dinge finden. Manchmal wollen sie einen anderen Weg entlang „denken“.

Der erwachsene Verstand bilanziert.

Was lohnt sich? Wo erziele ich bei meinen Überlegungen den größten Nutzen. Ökonomisiertes Denken ist selten kreativ.

NL-Redaktion:

Was hältst Du von Brainstormings in Meetings oder Seminaren? Lieber einzeln oder in der Gruppe?

Tatjana Lackner

Wenn die Denkanleitungen klar kommuniziert sind, ist individuelles Hirnen im ersten Durchgang sicher besser. Bei gelungenen Regieanweisungen kommt es auch nicht zu Blockaden oder Dopplungen. Ich mag, wenn jeder im Restaurant beispielsweise á la carte bestellt und nicht das Gruppenmenü für alle gleich gut sein muss. – Um beim kulinarischen Bild zu bleiben: selbst, wenn zwei aus der Gruppe – Schnitzel essen, ist das eine vielleicht vom Kalb und das andere von der Pute. So verhält es sich auch mit Einzel-Brainstormings. In Seminaren setzte ich Gruppendenken nur sehr gezielt und selten ein. Die Erfahrung zeigt: die immer gleichen Personen denken dann mit und die Faulen gehen gedanklich Gassi.

NL-Redaktion:

Wie entsteht das Gruppengefühl?

Tatjana Lackner

Ich persönlich kann zwar im Kollektiv kreativ denken und witzig sein, damit ich jedoch eine Überlegung bis in die Tiefe ventiliere – dafür brauche auch ich Ruhe und Konzentration. Die Gruppe ist deshalb nach der Ideenpräsentation ein hervorragendes Korrektiv. Hier können wir ausloten, was wird sich in der Praxis tatsächlich bewähren? Die Verhinderungs-AG formt sich bestimmt. Schnell werden wir dann darauf hinweisen, was sich an unserer Idee sicher niemals umsetzen lässt? Die Gruppenphase ist erst jetzt wichtig. Jeder sollte sich daran beteiligen, sonst bleiben Ideen nur Denkansätze und finden keinen Weg zur Lösung.

Ein Gespräch für das C/O Vienna Magazine über den Jojo des Lebens, die Dialektik des Dialektes, und warum man zwar wie „Stocki, der Kartoffelkönig“ aussehen kann, aber nicht so sprechen sollte. Viel Spaß beim Lesen!

Themen: BrainstorminFreiraumGruppeGruppengefühlKreativ seinKreativitätMeetingKinder-Ich
13. September 2018 von Tatjana Lackner, MBA

Sprache gehört zu den Kulturtechniken des Menschen. Ähnliche wie Rechnen, Schreiben und einst Feuer machen. In der modernen Kommunikation unterscheiden wir klar zwischen „reden lernen“ und „sprechen können“.

Viele haben in den ersten Lebensjahren REDEN gelernt. PROFESSIONELL SPRECHEN beherrschen allerdings nur die wenigsten. Richtige Sprechtechnik oder Ausspracheregeln lernt man leider auch nicht in der Schule. Schade, denn genau dieses Rüstzeug ist später für manch einen karriereentscheidend.

Warum ist es so wichtig wie wir unsere Worte wählen oder unseren Gedanken Ausdruck verleihen? Schließlich kommt es doch vor allem auf den Inhalt an? Nicht nur!

Auf der einen Seite lässt unser Rededuktus auf Herkunft, Bildungsgrad und Milieu schließen und auf der anderen Seite präsentieren wir neben dem Inhalt wie wir Gedanken formen. Verbale Charismatiker schaffen es Ihre Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. – Nicht nur durch Inhalt und Dramaturgie, sondern auch durch die Art und Weise wie sie Geschichten erzählen. Der Begriff „Rhetorik“ hat nicht zuletzt deshalb eine steile Karriere gemacht.

Diese sieben Fähigkeiten beherrschen verbale Charismatiker:

  • Bildhafte Sprache und bunter Wortschatz
  • Klare Sätze, die logisch nachvollziehbar sind
  • Gute Aussprache und angenehme Sprechmelodie
  • Hörbare Bildung
  • Souveränes Redetempo
  • Überraschende inhaltliche Wendungen
  • Neue Betrachtungen und geheimnisvolle Einblicke
Themen: HerkunftSPRECHENBildungsgradRedenCharismatikerRededuktusMilieu
4. September 2018 von Tatjana Lackner, MBA

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Im Wiener Museum der Illusionen haben Kinder und Erwachsene Spaß. In den Ferien ist der Eintritt frei und dementsprechend viel los. Mitten in der Innenstadt kann man staunen in welche Falle einen die optischen Täuschungen führen.

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Viele Bilder hat man vielleicht schon mal gesehen, aber gerade die interaktiven Stationen dort, wo Besucher selber zu Akteuren werden – sind cool. Auf eigens eingezeichneten Fotospots kann man dann das beste Pic schießen. Auf Insta und FB überschlagen sich die Postings.

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In gut einer halben Stunde ist man durch, aber die hat sich definitiv gelohnt! **Wien** bietet immer **neue Konzepte**, um seine Besucher zu unterhalten.

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Themen: IllusionenWiener Museuminteraktiven SituationenFotospots
30. August 2018 von Tatjana Lackner, MBA

Uff, “Mamma Mia – Here we go again” ist richtig seicht. Dabei haben die Macher der 114 Minuten dauernden Musicalkomödie wirklich alles versucht: Tolle Kulisse, Abba als Soundtrack, im Vergleich zum ersten Streifen können deutlich mehr Akteure singen und tanzen. Cher ist als Oma von Sophie einfach Bombe und Andy Garcia als ihr Verflossener ebenfalls. Aber erstmal der Reihe nach. 

Donna (Meryl Streep) ist bereits tot. Warum erfährt man nicht. Tochter Sophie – wieder dargestellt von der bezaubernden Amanda Seyfried, an der das Alter auch nicht spurenlos vorbei ging – ist diesmal in der Hauptrolle. Sie baut Mutters Traum und damit das Hotel aus. Ihr Sky (Dominic Cooper) ist optisch keine Wucht. Durch seine Arbeit bringt er sie emotional in die Zwickmühle. Außer einem heftigen Sturm scheint niemand zu Sophies Hoteleröffnung kommen zu wollen. Von ihren drei Vätern sind zwei verhindert. In den Nahaufnahmen macht man sich bei Pierce Brosnan gelegentlich Sorgen. Das Alter zeichnet uns alle!

In Pseudo-Rückblenden erfährt der Zuseher, wie für die junge Donna damals alles begann mit ihren drei Männern Bill (Stellan Skarsgård), Sam (Pierce Brosnan) und dem wunderbaren Colin Firth als Harry. Die jungen Alter-Egos dieser drei sind Neuzugänge und ebenfalls fragwürdig besetzt. 

Filmfehler findet man im Streifen einige. Ich fand es zum Beispiel irritierend, dass Lily James die blutjunge “Meryl Streep” verkörpern soll und braune Augen hat. Donna aber nicht. Vieles mag sich über die Jahre verändern. Die Augenfarbe gehört definitiv nicht dazu. Lily James ist als junge Donna zwar unglücklich besetzt, dafür spielt sie tadellos und singt sehr schön. Bestimmt wird dieser Film die Karriere der scheuen Britin boosten. 

Zum Glück gibt es – oh Wunder! – ein Happy End. Das Hotel-Re-Opening wird ein Erfolg und Cher hat ihren Auftritt als Sophies singende Star-Oma. Der Klamauk endet damit, dass Sophie ein Jahr später ihr Kind bekommt und man sich wieder zur Taufe trifft. Meryl Streep hat als dreifache Oscar-Preisträgerin ihren Abgang aus der seichten Komödie elegant gelöst, in dem sie nur in der Schlussszene ein Liedchen trällert. Dabei ist sie ausschließlich für Sophie und die Zuseher als toter Geist sichtbar. Durch ihr Ableben bekommt sogar dieses fade Liedlein melancholische Schwere und täuscht über stimmliche Unpässlichkeiten der Grande Dame hinweg. 

Fazit: Für Abba- und Mamma Mia Fans ist der Film ein Must! Für alle, die zwei Stunden lang einen klimatisierten Wohlfühl-Movie mögen ist die Klamotte harmlos. Denkzellen werden kaum angeregt. Für mich war es schlimmer als befürchtet, aber sympathisch genug um zu bleiben. 

Themen: Mamma MiaHere we go againMusicalkomödieCherAndy GarciaMeryl StreepDominic CooperAmanda SeyfriedPierce BrosnanColin Firth
30. August 2018 von Tatjana Lackner, MBA

Liebe Lena, Dir ist ein tolles Kinderbuch gelungen. Congrats! Du hast schon 2016 den DIXI-Kinderliteraturpreis in der Kategorie “Kinderlyrik” erhalten.  

Tatjana: Ist es schwieriger, für Kinder zu schreiben als für Erwachsene? 
Danke vielmals für das Lob, Tatjana! Und zu deiner Frage: ich schreibe sowohl für Kinder als auch für Erwachsene und beides hat für mich seine Schwierig- und Leichtigkeiten. Nur kommen die je nach Buchprojekt oder Textsorte in verschiedenen Formen daher. „Die Knotenlöserin“ ist mein erstes Bilderbuch und hier galt es als Autorin zu lernen, mich beschreibend zurückzunehmen, damit ich den Illustrationen von Clara Frühwirth auch ihren Erzählraum lasse.

Viele Deutschlehrer unterwellen personalisierte Objektbeschreibung. Du verwendest sie gerne: “geduldige Ohren oder “geduldige Hände”. Okay, Ohren können zwar nicht geduldig sein, aber Sprachbilder sind für Kinder wichtig. Wie siehst Du das? 
Sprachbilder sind, sinnvoll eingesetzt, für so gut wie jedes Alter und Erzählen wichtig. Da kann es gut sein, dass „geduldige Ohren“ hier unterwellt und dort für Wellen der Begeisterung sorgen.

Im weitesten Sinne bist Du nun eine Kollegin von der kürzlich verstorbenen Christine Nöstlinger. Sie hat Generationen von Kindern beigebracht, dass man Vornamen mit Artikel verwendet („der Konrad“, „die Rosa“, „der Gurkenkönig”). Beutelt es Dich dabei auch, oder empfiehlst Du derlei? 
Mich beutelt es dabei keineswegs – ich mag das sehr an DER Nöstlinger. Sie unterstreicht damit ja auch, wie wir uns in Österreich alltagssprachlich auf mundgerechte Weise ausdrücken. Und ob ich empfehle, so zu schreiben? Ich empfehle eher, unterschiedliche Stile und „Sprachlichkeiten“ auszuprobieren und zu kosten, was am besten mundet.

Viele Kinder leben zwischen den Kulturen, den Welten und manche sogar zwischen den Eltern. Versteht sich „die Knotenlöserin“ auch als gesellschaftskritische Lektüre?  
„Die Knotenlöserin“ drückt in Wort und Bild aus, wie mit Knoten, Verwurschtelungen, Verwicklungen und Verwirrungen jeglicher Art umgegangen werden kann. Damit lässt die Erzählung viel Freiraum für Interpretationen, und genau das wollte ich: eine Geschichte mit vielen Möglichkeiten! Im Zuge der Arbeit an dem Buch habe ich beispielsweise auch erfahren, dass es ein Gemälde der Mutter Gottes in St. Peter am Perlach in Augsburg gibt, das „Die Knotenlöserin“ heißt. So bin ich freudig aufmerksam, was Kinder und Erwachsene in diesem Bilderbuch noch entdecken und „entknoten“.

Du hast in der Schule des Sprechens Deine Profiausbildung absolviert. Inwiefern profitierst Du heute noch davon?
Gerade bei Lesungen mit Kindern ist der Lärmpegel bestimmt hoch und die Stimme wird beansprucht. Ja, genauso wie bei Lesungen vor Erwachsenen und Jugendlichen;). Das Vorlesen und Präsentieren von Texten begeistert mich einfach und hier konnte ich und kann ich enorm von meiner stimmigen Ausbildung an der Schule des Sprechens profitieren – sei es in meiner Rolle als Autorin, Sprecherin oder Schauspielerin. Und nicht nur ich profitiere, sondern auch das jeweilige Publikum. Da fällt es dann leichter, geduldige Ohren zu haben.

Worauf dürfen wir uns als nächstes freuen? Gibt es schon neue Projektpläne?
Immer:) Im sprechenden Kontext kann ich berichten, dass kürzlich ein Hörbuch erschienen ist, dem ich meine Stimme leihen durfte! Das Hörbuch zu „Das Sagenbuch zum Stephansdom“ von der Autorin Barbara Schinko, erschienen im Tyrolia Verlag. Außerdem befindet sich ein weiteres Kinderbuch im Schreibprozess und Herbst wie Winter sind reich an Lesungen. Wer darüber hinaus auf dem Laufenden gehalten werden will, findet dazu mehr Infos auf www.lenaraubaum.com.

Themen: geduldige OhrenHörbuchJugendlicheKinderBilderbuchTextsorten
30. August 2018 von Tatjana Lackner, MBA

Mein Job: Es ist anstrengend sich den ganzen Tag zu konzentrieren und jede Stunde gute Ideen zu liefern für wieder einen neuen Kunden auf der anderen Seite meines Coaching-Tisches.

Deshalb brauche ich in meinem Arbeitstag gelegentlich Urlaubsinseln. Auf manche raste ich nur einige Minuten, anderen statte ich eineinhalb Stunden lang einen Besuch ab und fülle damit die Krafttanks.

Massage hilft

Um die Ecke der Schule des Sprechens gibt es tief im Keller der Grünangergasse nahe dem Stephansdom ein Massageinstitut. Man steigt eine sehr steile Treppe hinab und fühlt sich wie in einer anderen Welt. Bereits nach einer halben Stunde schlägt mein Puls sanfter. In den dicken Gemäuern funktioniert zudem kein Handy. Nach der Massage mit Mandarinenöl freue ich mich schon auf einen beruhigenden Tee samt dem warmen Muffin im Ruheraum. Manchmal wirkt diese Oase auf mich wie ein Minitrip nach Südostasien.

Podcast und Salat

Statt mir schnell einen Snack zwischen den Stunden zu holen, habe ich mir angewöhnt gelegentlich einen kurzen Podcast zu hören und dabei einen knackigen bunten Salat zu essen. Mein Tipp: Während der Woche Themen sammeln zu denen man mehr wissen möchte und in der Mittagspause wird man beides: schlau und satt!

Nachdenken im Museum

Wenn ich an einem Problem laboriere und den Kopf dringend frei bekommen will hilft mir Sport leider gar nicht. Ganz im Gegenteil! Bewegung wirkt wie ein Kreativ-Booster. Beim viel zu seltenen Turnen bekomme ich statt Ruhe in den Kopf eher neue Seminarideen und geht das Hirnen erst richtig los.
Anders ist es hingegen, wenn ich der Gegenwart entfliehe und alte Meister betrachte – beispielsweise in der Albertina um die Ecke oder im MAK (Museum für angewandte Kunst). Da sitzt man als postmoderner Mensch, und gegenüber hängen die großen Namen der Kunstgeschichte. Durch die zeitliche Distanz und vergilbten Bilder aus längst vergangenen Tagen, bekommt man einen anderen Blick auf die Welt.

Fazit: Sogar die heiligen Hallen der Nationalbibliothek am Josefsplatz helfen mir Ruhe zu finden, und mich innerlich zu ordnen. Vieles wird unwichtig in Anbetracht der abertausenden genialen Bücher, die in riesigen Räumen vom Boden bis an die Decke geschlichtet sind. Manche „große Thematik“ scheint durch den Schleier der Jahrhunderte betrachtet beinahe drollig.

Themen: UrlaubJobMassagePodcastSalatNachdenken im MuseumNationalbibliothek
30. August 2018 von Tatjana Lackner, MBA

1. Alltag proben 

Nach neun Wochen Ferien ist es für die Kinder schwierig sich wieder an das frühe Aufstehen und den geregelten Rhythmus zu gewöhnen. Deshalb hilft es, einige Tage eher Alltag zu proben. Beginnen Sie schlicht früher mit dem Zubettgehen. Die Gegenwehr wäre auch zwei Stunden später garantiert.

2. Chronologie in ganzen Sätzen  

Je nach Schulklasse und Alter des Kindes wird man in jeder Schule von irgendeinem Lehrer gefragt: „Was hast du in den Ferien gemacht?“ Besonders Fremdsprachenlehrer versuchen sich durch persönliche Fragen einen Überblick über den Leistungsstand der Klasse und die noch vorhandenen Vokabeln zu verschaffen. Deshalb ist es hilfreich mit dem Kind wenigstens in der Muttersprache kurz zu proben, was auf die Frage nach den Ferienerlebnissen geantwortet wird. Neue Lehrer beeindruckt liebloses Gestammel wenig. Von der ersten Unterrichtsstunde an geht es auch bei unseren „Kleinen“ schon um Eigenmarketing. Der berühmte „erste Eindruck“ zählt. 

Jüngere Kinder vergessen zudem schnell, was sie am Ferienanfang alles erlebt haben. Deutschlehrer lieben es, als eine der ersten Hausübungen einen Erlebnisaufsatz aus den Sommerferien aufzugeben. Kinder, die sich hier Gedanken gemacht haben schreiben chronologisch und sind schneller fertig

3. Unterstützung beim Neustart 

Wer nach den Ferien beispielsweise in eine neue Schule wechselt, der sollte sowohl auf Deutsch, aber auch auf Englisch die „Selbstvorstellung” zu Hause geübt haben. Schließlich geht es nicht nur um den ersten Eindruck beim Klassenvorstand oder dem Fremdsprachenlehrer, sondern auch um die Positionierung in der Hackreihe innerhalb des Klassenverbandes. Bekanntlich sind Mitschüler gnadenlos

4. Online ausmisten  

Falls Ihr Kind alt genug ist um ein eigenes Online-Profil zu bewirtschaften, dann ist es ratsam auch dort aufzuräumen. Es ist anzunehmen, dass sich die Mitschüler schon am ersten Tag einen Überblick verschaffen, wer „das neue Gesicht“ in der Klasse ist. Bewahren Sie deshalb Ihren Fortpflanz vor peinlichen Facebook- oder Instagram Offenbarungen. 

5. Einsilbige Antworten verhindern  

Tausende Eltern fragen in den ersten Schulwochen nach: „Wie war’s in der Schule?“ und bekommen darauf mitunter recht einsilbige Antworten. „Gut!“, „Schule halt!“ oder „Ja eh“. Clever gestellte Interessensfragen erhöhen hier den Output:
 

„Wer hat sich in den Ferien von den Klassenkameraden am meisten verändert?“ 

„Wenn Du der Direktor wärst, welche Lehrer repräsentieren Dein Haus am besten?“ 

„Wen würdest Du dringend in eine Lehrerfortbildung schicken?“ 

„Wenn Du einen Werbeslogan für Deine Schule kreieren müsstest, wie würde er lauten?“ 

 

Fazit: Der erste Eindruck zählt und neue Lehrer haben durch pubertäre sprachliche Holprigkeiten schnell einen falschen Eindruck. Überlassen Sie Ihr Kind deshalb nicht sich selbst bei der Eigenvorstellung in einem neuen Umfeld oder den ersten Redebeiträgen in der Schule! 

 

Themen: Fünf TippsSchuleAlltagSchulbeginnOnline ausmistenEinsilbige AntwortenUnterstützung beim NeustartChronologie in ganzen SätzenAlltag proben
18. August 2018 von Tatjana Lackner, MBA

I) … man in Wien laut dem „Big-Mac-Index“ nur 14 Minuten arbeiten muss, um sich einen Big Mac leisten zu können? In Berlin, London und Paris sind es 16 und in Budapest gar 39 Minuten, berichtet die Broschüre „Wien in Zahlen“.

II) … es auf der Hietzinger Hauptstraße einen Frauenarzt gibt, er „Dr. Macho“ heißt?

III) … Fiakerpferde seit 2004 Pferdewindeln tragen müssen, sogenannte „Pooh-Bags“?

IV) …. die vier Hauptwege am berühmten Wiener Naschmarkt Namen haben? Minerl, Sopherl, Mariederl und Reserl.

V) … von allen Straftaten, die in Wien zur Anzeige gelangen werden nur 1% durch die Polizei-Pressestelle der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

VI) …. sich der Frauenschwarm Giacomo Casanova dreimal in Wien aufhielt. Er hatte hier aber nicht viel Glück und wurde der Stadt verwiesen. Wildpinkeln und Falschspielen mochte man hier noch nie.

VII) … ein einziges Stück Sachertorte hat 420 kcal.

Themen: Big-Mac-IndexBerlinLondonParisBudapestDr. MachoFiakerpferdePooh-BagsÖffentlichkeitGiacomo CasanovaSachertorte
16. August 2018 von Tatjana Lackner, MBA

Tatjana Lackner

Du hast mit „Shades of Fifty“ wirklich tolles Buch geschrieben. Congrats zu vielen wertvollen Betrachtungen und witzigen Formulierungen! Alle wollen alt werden, aber niemand möchte alt aussehen. Wie soll sich das ausgehen?

Sandra Schönthal

Dank Dir vielmals! Wie sich das ausgeht? Gar nicht. Leider. Aaaber: Sobald man das körperliche Altern akzeptiert hat, darf und soll man sich die Vorteile der späteren Jahre vor Augen führen. Wir besitzen jetzt eine neue Härte – eine Intoleranz im besten Sinne – und eine neue Weichheit. Härte: Menschen, die uns ausnützen, mies behandeln oder einfach nur langweilen, werden in die Wüste geschickt. Ende der Zeitverschwendung und Ende davon, jedermanns Liebkind sein zu müssen. Weichheit: Wir fühlen, weil wir viel erlebt haben, mit anderen Menschen mit. Und entwickeln eine Dankbarkeit, die uns in der Jugend fremd war. Dankbarkeit für Freundschaft, Liebe, Gesundheit, oder einfach nur die Dankbarkeit, am Leben zu sein.

Tatjana Lackner

Selbstoptimierung liegt im Trend. Make-Up und Haare färben war schon zu Cleopatras Zeiten en vogue. Du lässt in deinem Buch durchblicken, dass du Botox und Facelifts ablehnst. Du nennst eine Reihe prominente Kosmetikopfer, die allesamt in den 1980er Jahren mit ihren Schönheitsoperationen begonnen haben. Gerade die plastische Chirurgie hat sich seither enorm weiterentwickelt. Zwischen Resi Berghammer aus „Der Bullen von Tölz“ und Jane Fonda ist das Spektrum breit. Gibt es nicht auch gute Beispiele von geglückten Optimierungen?

Sandra Schönthal

Absolut! Ob optimiert oder schön gealtert, sei dahingestellt. Sharon Stone (60), Meryl Streep (68), Susan Sarandon (71). Die großartige italienische Sängerin Fiorella Mannoia (64). In unseren Breiten: Martina Gedeck (56), Corinna Harfouch (63), Senta Berger (77). Botox und Hyaluron finde ich, in dezenten Maßen, total okay. Aber Facelifts!?! Wie man sich ohne medizinische Notwendigkeit das Gesicht aufschlitzen, Haut wegschneiden und die neue Visage wieder zusammenflicken lassen kann, ist mir ein Rätsel.

Tatjana Lackner

Heute ist zwar 50 das neue 30, dennoch hat sich das Klimakterium nicht in Richtung 70 verschoben. Machen uns hier Gesellschaft und Medizin etwas vor?

Sandra Schönthal

Wie wahr! Wir sind dank Medizin, Ernährung und Kosmetik länger frisch, aber 50 ist 50 und nicht 30. Schauen wir uns die Schauspiel- & TV-Branche an, wo jugendliches Aussehen und Marktwert Hand in Hand gehen. Rollenangebote für alternde Schauspielerinnen nehmen ab, Moderatorinnen werden vom Bildschirm verbannt. Per Facelift schinden sie (speziell Moderatorinnen – USA extrem, bei uns übel genug) – eine Galgenfrist heraus, aber dann ist Schluss.

Tatjana Lackner

Wir Frauen haben einige weibliche Zuschreibungen über die Jahre verloren. „Fräulein” sagt man heute nicht mehr und auch die „Jungfer” hat ausgedient. Den Begriff der „Diva” haben wir – nicht erst seit Conchita – gänzlich an die Männer Welt verloren. Man gewinnt gesellschaftlich den Eindruck, dass es mehr männliche als weibliche Diven gibt. Warum ist das so?

Sandra Schönthal

Männer sind, speziell im Alter, eitler. Während wir uns aus der Abhängigkeit von männlichem Echo befreit haben, schluckt ein Mann das absurdeste Kompliment. Machen Sie mal das Experiment und sagen Sie einem (mittel)alten, dicken, hässlichen Mann: „Sie sind ein junger Gott“ – ich schwöre, er wird gläubig strahlen.

Tatjana Lackner

Wir Frauen sind über die Jahrzehnte mündiger geworden. Hat uns nicht zuletzt die 1968er-Bewegung besonders in Bezug auf die Doppelbelastung geschadet?

Sandra Schönthal

Solange, und es wird noch lange dauern, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nicht passen (Kinderbetreuung staatlich/ privat/ innerbetrieblich; keine Rückstufung auf der Karriereleiter nach Babypause; Einkommensgleichheit; flexible Arbeitszeitgestaltung; Väterkarenz; 50/50 im Haushalt) müssen wir harte Entscheidungen treffen. Will ich Familie? Oder Karriere? Oder beides: Wer kommt dann zu kurz? Die Kinder? Die Karriere? Die Partnerschaft? Meine psychische und physische Gesundheit?

Tatjana Lackner

Du hast an der Schule des Sprechens schon vor über zehn Jahren deine Sprechtechnik verfeinert. Wo profitierst du heute noch davon?

Sandra Schönthal

Von der interessanten Zeit in Deiner Schule des Sprechens habe ich immer profitiert. Es ist gut, klar und deutlich sprechen zu können, wo auch immer. Und in letzter Zeit ganz konkret bei Veranstaltungen: Buchpräsentation, Lesungen, TV. SEHR zu empfehlen!!!

Tatjana Lackner

Unter dem Label 60+ sammelt sich alles im Alter von 59 bis jenseits der 80. Fehlt es den Marketern hier an sinnvoller Einteilungen der Best Ager? Oder sind besonders Frauen tatsächlich nur noch eine große ergraute Werbe-Zielgruppe?

Sandra Schönthal

Ja! Und abgesehen von der grauen Suppe, in der wir marketingtechnisch schwimmen, vermisse ich in der Alternsproblematik die Ehrlichkeit, eine Balance zwischen Kampfansage und Loblied. Ratgeber, Zeitschriften, Doku Soaps, Werbung – voll von Tipps & Tricks & Wundermitteln gegen das Alter. Auf der anderen Seite Tausende Lebenshilfebüchlein à la „Hurra, endlich 50plus, ich bin jetzt sooo gelassen, cool und glücklich.“ Da fehlt die reale Mitte!

Mein Lieblingszitat zum Thema. Hannelore Hoger alias Kommissarin Bella Block, als sie zu Alter / Jugend / Vergänglichkeit befragt wurde: „Glück ist, wenn der Flieder im Frühling immer noch so duftet wie in meiner Kindheit.“

 

Themen: FamilieShades of FiftyShadesFiftyAlt werdenFrauenMännerKosmetikKarriere
9. August 2018 von Tatjana Lackner, MBA

Der Podcast des Jahres

Die Schule des Sprechens ist die erste Adresse für Profisprecher. Wir feiern unseren 25. Geburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums bieten wir talentierten Sprechern die Gelegenheit an einem Podcast Wettbewerb teilzunehmen. Die Gewinner werden von einer professionellen Jury nominiert. Am 18. Jänner 2019 präsentieren wir sie dann im großem Rahmen. Mach mit! Bewährt haben sich in der Vergangenheit:

  • ein gut gesprochener Podcast
  • in knackigen Sätzen
  • der eine kurze Geschichte erzählt

Teilnahmebedingungen:

Teilnehmen können Sprecher (m/w) aus ganz Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Abgabetermin: Freitag, 21. Dezember 2018 an [email protected]

Der Podcast, eine Audio- oder Videodatei, sollte nicht länger sein als 1-3 Minuten. Wichtig: selbst getextet und eingesprochen!

Thema: „Die Schule des Sprechens“

Wir freuen uns auf Deine Stimme. Lass unsere Ohren Augen machen!

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