Erfolgreich Argumentieren in 2 Minuten

Stur, wie ein Esel war früher

Der Mensch wächst dem Licht entgegen. Jeder hat im Zuge seines Lebens instinktiv gelernt, welche Argumentationsmanöver beim Gegenüber gut ankommen. Beim Papa hat es vielleicht noch gereicht, lieb dreinzuschauen, die Mutter wollte dagegen lieber stichfeste Gründe für Verhaltensweisen hören. In der Volksschule gab es nur EINE Klassenlehrerin. Gewiefte konnten sich gut auf sie einstellen und haben gewusst, worauf es ihr ankommt. Wer sich schnell synchronisierte und mit ihr „auf einer Wellenlänge war“, der hatte es leichter. Spätestens seit dem Gymnasium funktionierte die Methode „Ich-weiß-was-bei-meiner-Lehrerin-zieht“ nicht mehr, denn im Stundentakt wechselten die professoralen Gesichter zusammen mit dem Unterrichtsfach und den jeweiligen Ansprüchen.

Heute kommunizieren wir Tag für Tag mit noch mehr Menschen. Wir führen Gespräche mit Kollegen, Telefonieren mit Chefs, Lieferanten und Kunden. Instinktiv müssen wir erkennen, welche Präferenz der Gesprächspartner hat und worauf er Wert legt. Erfolgreich argumentieren kann, wer mit Thesen und Antithesen jongliert, als wären sie durch die Luft wirbelnde Bälle. Während Argumente zirkulieren, wirft dann der gute Diskutant plötzlich wieder eine neue Begründung ein, die sogar noch höher gereiht wird. Das geschieht völlig Unerwartet und zum Erstaunen der Zuhörer beispielsweise im Meeting.

TIPP: These & Antithese aufdecken

Es braucht Manöverkorrektur, wenn sich das Gespräch im Kreis dreht:

Nennen Sie ganz ruhig die bekannten Thesen und Gegenthesen bei einem Meetingthema beim Namen. So als wären sie ein objektiver Moderator der Szene: „Okay, die Befürworter sind überzeugt, es braucht ….“. „Die Kritiker halten dem entgegen, dass …“ Erst dann konfrontieren Sie Ihr Gegenüber mit einem völlig unerwarteten persönlichen Zugang: „Mein persönlicher Zugang ist …“ .

Beispiel-Szenario:

Er findet „Two and a half Men“ (US-TV Serie) dämlich. Sie will sich den Spaß daran nicht verderben lassen. Er greift also an: „Ist es Dir denn nicht zu blöd, so einen Schmarrn anzuschauen?“ Sie überlegt, was A wohl als Verteidigung erwartet und spricht sie aus. Das tut sie nur, um sich die volle Aufmerksamkeit für ihr Erfahrungsargument zu sichern.

Also kontert sie freundlich:

„Bestimmt erwartest Du, dass ich mich jetzt verteidige und Dir sage, wie sehr mich seichte TV-Serien nach der Arbeit entspannen. In Wahrheit erinnert mich Charlie Sheen immer an meine Zeit in L.A. Das mag ich.“

Anderes Beispiel:

Sie greift ihn an, weil er Vegetarier ist: „Findest Du Dein Hasenfutter nicht langsam selber albern? Mit Dir kann man nach der Oper nicht einmal zum Würstelstand gehen oder Abends mal ein schönes Steak essen.“

Er erwidert gelassen:

„Bestimmt erwartest Du von mir, dass ich Dir meine moralischen Bedenken nenne beim Fleischverzehr. Ich bin jedoch vor allem deshalb Vegetarier, weil ich, geprägt durch meine 68er-Eltern, fleischlos aufgewachsen bin. Warum ist das schlimm?“

Übung:

Nun sind Sie an der Reihe! Überlegen Sie sich zuerst These und Antithese. Danach überraschen Sie mit einem persönlichen Blickwinkel.

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These: Entwerfen Sie eine Grundthese für Facebook.
Antithese: Überlegen Sie, wie klassischer Weise Facebook-Gegner argumentieren.
Ihr Erfahrungsargument: Und nun verpacken Sie ihr unerwartetes Erfahrungsargument in die Antithese und widersprechen der Grundthese.

(weitere Themen: Lightgetränke, Campingurlaub, …)

TIPP bei der Manöverkorrektur:

  1. Was sagen die Befürworter?
  2. Was die Gegner? (Die klassische Antithese ist nicht Ihr Hauptargument), sondern erst
  3. Ihre persönliche Situation (Erfahrungsargumente punkten!)

Soforthilfe:

Sie vereinbaren einen Termin für das Rhetorik-Spin-Training „Argumente, die Gold wert sind!“ (120 Minuten/ € 290,–). Sie nehmen frische Argumentations-Strategien und konkrete Lösungen mit nach Hause. Den Rest erledigen wir für Sie!