Oh, Du mein Waldviertel!

Oh, Du mein Waldviertel! 

Ich habe zehn Jahre im südöstlichen Waldviertel gelebt. Meine Familie hatte dort eine 300 Jahre alte Mühle – idyllisch neben einem Bach gelegen. Wenige Minuten durch den Wald wartete ein feiner Badesee. Das nächste Kino war 30 Kilometer entfernt in die eine Richtung und die Dorfdisco ähnlich lange in die andere. 

Die Unternehmer-Eltern fanden es spaßig neben einem Fulltime-Job den Stall voll zu haben mit Pferden, Eseln, Schafen, Hasen und meinem Pony Kasimir. 

Nein, es war nicht wovon ich als Teenager träumte, aber ich habe zwischen der absoluten Stille, den sanften Hügeln und den lauten Wetterkapriolen gelernt, mich alleine zu beschäftigen. 

Heute genieße ich die Weite der Landschaft und amüsiere mich über den rauen ehrlichen Ton ihrer Bewohner. 

Immer wieder bin ich aufs Neue beeindruckt, wie viel es hier zu entdecken gibt: Vom Mohndorf in Armschlag – wo sich alles um den legendären Waldviertler Graumohn dreht – über die 12 Burgen und Ruinen aus dem Mittelalter. Darunter finden sich beispielsweise Rastenberg, Heidenreichstein, Rappottenstein oder Raabs. 

Das Waldviertel erinnert mich stets an Südschweden. Rund um den Ottensteiner Stausee ähnelt die Gegend den skandinavischen Wäldern. Und sogar dort, mitten im See gibt es eine Ruine aufzuspüren. Die Ruine Lichtenfels liegt auf einer Halbinsel und ist für jedermann frei zugänglich. Vom Ufer aus kann man sogar hinschwimmen. 

Fazit: Raus aus der Stadt! Nur eineinhalb Autostunden später erholt sich das gestresste Großstadtauge und die Seele beginnt sanft zu baumeln. Sogar dem mürrischen Pubertier am Rücksitz kommt gelegentlich ein Lächeln aus.