Trolle füttern? COUNTER SPEECH!

„COUNTER SPEECH“ – Fluch oder Segen? Der Wunsch nach einer „digitalen Zivilgesellschaft“ wird lauter. Facebook kündigt eine Kampagne zur Förderung von Counter Speech an. Mit diesen organisierten „Gegenreden“ sollen mutmaßliche Hass-Kommentare durch gegenteilige Äußerungen praktisch übertönt und somit „neutralisiert“ werden.

Während manche Konfliktforscher sicher sind, dass „konfrontieren statt ignorieren“ die richtige Gangart ist, warnen bereits Experten und Profi-Blogger davor noch mehr Öl ins Feuer zu gießen. Mittlerweile liegen Image-Politik und Meinungs-Testimonials hoch im Kurs: Prominente Vorbilder und Public Intellectuals werden häufiger eingesetzt, wenn es um Meinungsbildung geht.

Leider gibt es auch Trolle. Das sind Menschen, die ganz bewusst Personen oder Produkte mies machen. Professionelle Trolle werden sogar von der Konkurrenz bezahlt. Diese vorsätzliche Boshaftigkeit schaukelt die Emotionen im Netz auf und bedient basale Instinke. Das kann im schlimmsten Fall zu einem Shitstorm führen.

Einzelne Personen, Prominente, aber auch  Dienstleister oder politische Vereinigungen können Opfer von Rufschädigung durch untergriffige Trolle werden. Sie wollen absichtlich brüskieren und lassen sich kaum von ihrer Meinung abbringen. Sie haben Freude daran Menschen zu manipulieren. Manche glauben sogar für die „richtige Sache“ zu kämpfen. In Wahrheit dreht sich alles um Ihr Ego. Schlechte Stimmung zu verbreiten und andere zu diskreditieren ist die Mission von Trollen. In der Zwischenzeit gibt es aber auch computergesteuerte User (= Bots) – beispielsweise bei den Twitter-Accounts gehen Experten bereits von 20% Bots aus. Facebook selber nimmt an, dass es rund 15 Millionen Bots in der Online-Welt gibt.

http://www.watson.ch/Digital/Best%20of%20watson/875690634-Counter-Speech–Mit-Vernunft-und-Likes-gegen-den-Hass-im-Netz