Vietnam – zwischen Auf- & Beinbruch

10. Januar 2024 von Tatjana Lackner, MBA

Vietnam ist zweifellos ein faszinierendes Land mit einer reichen Geschichte, atemberaubenden Landschaften und vielfältiger Kultur. Während meiner ausgedehnten Reise von der Hauptstadt Hanoi über Huê und Hoi An nach Saigon und den vielen Ortschaften dazwischen, erging es mir jedoch ähnlich wie der TRAVELBOOK-Redakteurin Gudrun Brandenburg. Sie war drei Wochen in Vietnam unterwegs und nennt ein halbes Dutzend gute Gründe, warum sie NICHT wieder dorthin zurück möchte. 

Einige ihrer Enttäuschungen decken sich mit meinen:  

1. Vermüllte Straßen & Flüsse 

Egal, ob sich der staunende Traveller auf den Straßen Vietnams umblickt, oder ob Du mit einem Boot auf dem Mekong unterwegs bist: Plastikkanister, Müllberge und Dreck sind allgegenwärtige Begleiter. Überall sind Natur und Gewässer von Unrat überzogen. Der Verkehr ist chaotisch. Selbst auf den tausenden Mopeds hängen Plastiktüten und Weichmacher ohne Ende. 

2. Kommunismus United 

Der Kommunismus war in der Geschichte der Menschheit selten ein guter architektonischer Ratgeber. Vietnam wird heute von einer Einheitspartei kontrolliert und die Hochhaus-Silos legen Rechenschaft ab, worum es beim Wohnen geht: Zweckmäßigkeit! 

Die Führung von Staat und Gesellschaft gleicht einer politischen Monokultur. Selbst die jungen Vietnamesen scheinen damit jedoch kein Problem zu haben – ganz im Gegenteil! Schlecht spricht man hingegen über die EU und andere Teile der demokratischen Welt.  

3. UNESCO Weltnatur-Erbe ohne Demut 

Im Schatten des politischen Herrschaftsmonopols schwingt sich – analog zu China – eine unökologische Marktwirtschaft auf. Das südostasiatische Wirtschaftswunder geht dabei völlig auf Kosten der Umwelt. In Nordvietnam liegt die Quang Ninh Provinz. Das 1.500 km² große Gebiet beherbergt 1.960 kleine, malerische Inseln. Eines der unbestrittenen Highlights ist die Halong-Bucht, die mit ihren spektakulären Kalksteinfelsen und smaragdgrünen Gewässern beeindruckt. Eine Bootsfahrt durch dieses UNESCO-Weltnaturerbe ist ein absolutes Muss. Mit Sorgfalt und Umsicht wird die Landschaft hier jedoch nicht behandelt. 

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Weiter südlich liegt das Küstenstädtchen Hoi An, ein charmantes Örtchen am Rande der Seidenstraße mit einer gut erhaltenen Altstadt, in der man das Gefühl hat, in der Zeit zurückzureisen. Hier habe ich das erste Mal “Egg-Coffee” getrunken: Ein kräftiger Kaffee mit einem cremigen Eierschaum. Leider habe ich mir auf einem süßen kleinen Markt, im Sprühregen schlendernd, zwischen Plastikmüll und glitschigen Straßensteinen den Fuß gebrochen. Ein falscher Schritt, und der Urlaub endet schmerzhaft. 

Fazit: Die kulinarischen Genüsse Vietnams sind reich an Aromen. Phở, die traditionelle Nudelsuppe, solltest Du auf den Straßen unbedingt probieren. 
Zugegeben: Vietnam ist nicht unbedingt das ideale Urlaubsziel für anspruchsvolle Reisende. An zu vielen Orten fehlt schlicht die Infrastruktur. Auf Komfort musst Du bereit sein, zu verzichten.  

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