Waldbaden erfrischt die Zellen

Waldbaden erfrischt die Zellen 

Ich gehe gerne in den Wald. Er ist für mich wie eine Kathedrale und ich habe das Gefühl, dass sich dort meine Großstadt-Lunge erholt. Natürlich wurde auch der Waldspaziergang längst kommerziell ausgeschlachtet und “Waldbaden” hat es als Seminartitel in die Programme der Volksbildung geschafft. Mir geht es nicht um geführte Pflanzen- und Pilzexkursionen, sondern um Ruhe – ohne Seminarleiter. 

Studien belegen: Bereits 120 Minuten im Grünen tun unserem Organismus messbar gut. Umweltpsychologe Mathew White von der Universität Exeter hat sich mit der Wirkung, die die Natur auf den menschlichen Organismus hat, eingehend befasst. Und – oh, Wunder! Unsere Großeltern hatten recht: Wer etwas für sein Immunsystem tun möchte, der geht öfter mal in den Wald – ohne Mountainbike, Ghettoblaster oder Grillage. 

Mich bringt Waldbaden meist auf frische Ideen und es garantiert flotten, tiefen Schlaf. Das Pubertier muss ich regelmäßig zu seinem Immunsystem-Glück zwingen. Die Frage: “Kann ich im Auto bleiben, bis Du wiederkommst?”, muss man sportlich nehmen und die Antwort klar formulieren: “Sicher nicht!”. Erziehung ist eben nichts für Feiglinge und das “lange Gesicht”, dass Herr Sohn beim Waldspaziergang zieht, kommt mir im Grünen sogar drollig vor. An manchen Tagen vergisst er zu schmollen, weil er das Haus verlassen musste und lächelt. Forest Magic!